10.01.2014, 11:10 Uhr

THEMA COMING-OUT: "JEDER IST GEFRAGT, DAMIT POSITIV UMZUGEHEN"

Thema Coming-out: "Jeder ist gefragt, damit positiv umzugehen"

Vor vier Monaten zog sich der deutsche Ex-Internationale Thomas Hitzlsperger aus dem Profi-Fußball zurück - kürzlich hat er seine Homosexualität in einem Interview mit der deutschen ZEIT öffentlich gemacht. Seither entwickelte sich die Thematik zu einer vieldiskutierten – so auch unter den Spielern des FK Austria Wien, wie Kapitän Manuel Ortlechner am Donnerstag in einem ausführlichen Interview mit FM4 erklärte.


Der Austria, die seit jeher als weltoffener Klub, grundsätzlich offen für alle Religionen, politische Richtungen oder eben sexuelle Ausrichtungen, gilt, ist es ein Anliegen, die Offenheit Hitzlspergers sowie all jener Menschen, die sich schon vor ihm zu diesem Schritt entschlossen haben, gutzuheißen. Gleichzeitig ist uns aber ob der zahlreichen Mut- und Respektsbekundungen für solch einen mitunter als „Wagnis“ bezeichneten Schritt bewusst, dass diese nun wieder neu aufbrechende Thematik nach wie vor keinen zeitgemäßen Umgang in der Gesellschaft gefunden hat.


„Wir sind zwar vor zig Jahren schon auf den Mond geflogen, aber in dieser Hinsicht sind wir immer noch sehr weit hinten und natürlich kann man da noch viel mehr tun. Wenn wir ehrlich sind, ist ja bisher so gut wie gar nichts passiert“, erklärt Ortlechner.


„Es ist grundsätzlich jeder Beteiligte im Fußballgeschäft gefragt, damit positiv umzugehen. Es liegt ja nicht nur an den Mitspielern und an Kollegen – es ist natürlich ein positiver Boost, wenn die positiv Stellung beziehen – aber insgesamt ist jeder gefragt, auch der Fan im Stadion, der merkt, „hey, der neben mir schreit ‚schwuler irgendwas‘“, zu reagieren, zu sagen, „hey komm, das ist doch völlig egal und Privatsache“. Jeder einzelne hat also die Chance, hier positiv einzuwirken.“


Eine Empfehlung für ein Coming-out will Ortlechner an Profi-Kollegen dennoch nicht zwingend aussprechen. „Man muss dazu nämlich ein gefestigter Charakter sein – die wenigsten wissen, was in weiterer Folge auf einen hereinprasseln kann. Man merkt das in Österreich ja auch an den Statements von Seiten der Politik und Co.: es gibt nämlich lustigerweise keine. Das Thema ist für jeden ein rotes Tuch, keiner will es angreifen. In Österreich hat es gerade unter den aktiven Spielern so einen Fall noch nicht gegeben. Empfehlung würde ich also eher keine aussprechen, weil man nicht weiß, welche Dynamik sich in weiterer Folge entwickeln kann.“


Das komplette Interview ist hier nachzulesen!

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 18 48
2. LASK 18 34
3. spusu SKN St. Pölten 18 29
4. RZ Pellets WAC 18 27
5. FK Austria Wien 18 27
6. SK Puntigamer Sturm Graz 18 26
7. TSV Prolactal Hartberg 18 23
8. SK Rapid Wien 18 20
9. SV Mattersburg 18 19
10. FC Wacker Innsbruck 18 17
11. CASHPOINT SCR Altach 18 14
12. FC Flyeralarm Admira 18 11
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