20.02.2014, 13:31 Uhr

STANKOVIC: WAC SOLL FEUER UND SCHWUNG ZU SPÜREN BEKOMMEN

Stankovic: WAC soll Feuer und Schwung zu spüren bekommen

Der FK Austria Wien hat nach fünf sieglosen Runden bzw. dem mageren 1:1 in der Generali-Arena gegen SC Wr. Neustadt turbulente Tage hinter sich und wichtige Aufgaben vor sich. Für Marko Stankovic kam die Ablöse von Nenad Bjelica, der Herbert Gager auf dem Trainersessel der Profis Platz machen musste, nicht so überraschend. „Uns Spielern wurde relativ bald nach dem Spiel gegen Wiener Neustadt bewusst, dass da wohl etwas passieren wird“, gestand „Stanko“ mit einigem Abstand zu den Ereignissen.

Wenn es nicht läuft wie gewünscht, und sei es nur auf nationaler Ebene, dann kommt es im Fußball zu den bekannten Folgen. „Wenn es nicht hinhaut, muss meistens der Trainer dran glauben“, weiß Stankovic, der am Montag seinen 28. Geburtstag beging und das mit drei Punkten gerne gefeiert hätte. Statt einem Ständchen hatte er wie seine Kollegen gegen Ende der Neustadt-Partie von den Anhängern Choräle wie „Wir haben die Schnauze voll“ zu hören bekommen.

Der Mittelfeldspieler zeigte für den Unmut der Fans durchaus Verständnis. Er und einige andere Spieler hatten nach dem Schlusspfiff mit Anhängern über die Partie gesprochen. „Ich kann ihren Frust verstehen, wenngleich für mich persönlich der Support super war. In schlechten Phasen der Austria haben die Fans schon ganz anders reagiert“, meint Stankovic über das Verhalten der Anhänger.

Schließlich müsse die Austria aufgrund ihrer Qualität bei allem Respekt vor dem Gegner im eigenen Haus den SC Wr. Neustadt dominieren. „Aber genau das Gegenteil war der Fall“, übt Stankovic Selbstkritik und sprach persönlich auf die Meisterschaft bezogen von der „ziemlich schlechtesten Saisonleistung, die wir gezeigt haben“.

Dass es nach der traumhaften Meistersaison unter Peter Stöger sicher extrem schwer werden würde, war von Haus aus  allen im Veilchen-Lager klar. „Mit dem erstmaligen Erreichen der Champions League war es dann so, dass der Druck, 2012/13 toppen zu müssen, weggefallen ist. Denn was soll man toppen, wenn man in der Champions League steht“, meinte „Stanko“.

Dann sei der Wurm reingekommen, habe man die gleichen Europacup-Leistungen in der Bundesliga nicht mehr abrufen können. Der „Offensivgeist“ erinnert sich an die Ära von Coach Karl Daxbacher, als man in der Europa League sehr gut gespielt, in  der Meisterschaft aber nicht die richtige Linie gefunden habe. „Das ist ein Phänomen, das auch größere Vereine schon durchmachten. Bei uns ist es deshalb eklatant, weil es unser Anspruch in der Liga ist, ganz oben zu sein.“

Dorthin soll es jetzt unter Gager, den Stankovic als Gegenspieler seines Vaters und als Coach der Austria Amateure kennt, wieder gehen. Über den neuen Trainer könne jeder nur das Beste sagen, man sehe es ja an seinen guten Ergebnissen, wie das Erreichen des Achtelfinales in der UEFA Youth League am 26. Februar auswärts gegen Benfica Lissabon mit dem Austria U19-Team.

Stankovic berichtete nach den ersten Trainingseinheiten unter dem neuen Feldherrn von „richtigem Feuer, weil sich jeder gleich von der besten Seite zeigen will.“ Diesen neuen Schwung müssen die Violetten, von denen sich Gager („anderes Auftreten zeigen, früher und aggressiver attackieren“) eine Reaktion erwartet, am Samstag in Klagenfurt gegen den Tabellennachbarn WAC an den Tag legen.

„Wir müssen ein Brüstl zeigen, beweisen, dass wir zurecht bei der Austria spielen“, appellierte der im Herbst durch einen Muskelfaserriss in der Wade gebremste Stankovic nach seiner Analyse des Neustadt-Spiels. Dabei kam er zur persönlichen Erkenntnis: „Da hat die Präsenz auf dem Platz gefehlt!“ Die müsse man als Austrianer einfach haben, außerdem seien  das Dagegenhalten und mehr Selbstvertrauen gefragt.

Auf den Kärntner Gegner, der nur drei Punkte hinter uns Tabellensechster ist, freut sich Stankovic. „Gegen den WAC habe ich im ersten Saisonduell auswärts beim 4:1 nach einem Konter und Thomas-Murg-Pass ein Tor erzielt“, erinnert sich der Mittelfeldmann. Das Ambiente der schönen EM-Arena (Ticket-Infos für Austria-Fans) trägt ebenfalls zur Vorfreude bei: „Der gute Rasen kommt einer von der Qualität her besseren Mannschaft entgegen.“

Obwohl der Meister in den ersten zwei Runden des Jahres auf den fünften Tabellenrang zurückfiel, hat er den zweiten oder dritten Endplatz und damit die Europacup-Teilnahme nicht aus den Augen verloren. „Ich gehe felsenfest davon aus, dass wir unser Saisonziel erreichen. Wir haben gegen jeden derzeit vor uns liegenden Verein noch ein Duell. Bei Admira – Rapid (2:1) hat man gesehen, dass die Rapidler nicht besser sind, nur weil sie uns geschlagen haben. Dass wir 1:3 verloren haben, lag an unserer Form und nicht an der Stärke Rapids“, sagte Stankovic.

Der Offensivspieler, der zuletzt gegen Neustadt in der Startelf stand, kann nach eigener Einschätzung der Mannschaft als zentraler Mittelfeldspieler am effektivsten helfen. Das hat er im Herbst kundgetan und jetzt erneuert. „Ich habe damals etwas Großes gesagt und meinen Worten Taten folgen lassen.“

Er hat in Zagreb in der Qualifikation ein wichtiges Tor gegen Dinamo erzielt und insgesamt acht Treffer in Pflichtspielen gemacht. „Von da her habe ich bewiesen, dass das die beste Position für mich ist. Alles andere sind Positionen, auf denen ich sporadisch einspringen kann, wenn es der Trainer will, dass ich sie übernehme“, erklärte das „Geburtstagskind“.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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