03.04.2014, 08:36 Uhr

SASCHA HORVATH HOFFT AUCH IM DERBY AUF EINSATZZEIT

Sascha Horvath hofft auch im Derby auf Einsatzzeit

Große Talente haben meist auch große Vorbilder! Sascha Horvath ist in den Reihen des FK Austria Wien so ein Versprechen für die Zukunft. Und der junge Mann hat mit Lionel Messi eines der besten Idole, die man im Fußball haben kann. Der für den FC Barcelona spielende Argentinier ist viermaliger „Weltfußballer des Jahres“. Mit dem „Floh“ Messi, der 1,69 m misst, verbindet den noch knapp kleineren Sascha schon einmal die Körpergröße.

Der Wiener, der noch bei seinen Eltern Petra und Roman in Floridsdorf wohnt, blickt freilich noch nicht in die weite, große Fußballwelt. Er ist erst 17 Jahre und gehört seit rund fünf Monaten dem Kader der Kampfmannschaft an, besitzt seit Mai 2012 einen Jungprofi-Vertrag. Anlässlich der Unterzeichnung meinte AG-Sportvorstand Thomas Parits, dass dem Abschluss sehr lange Verhandlungen vorangegangen seien.

„Ich freue mich besonders, weil Spitzenklubs aus halb Europa hinter Horvath her waren und er sich trotzdem für den Weg mit uns entschieden hat. Alex Dragovic hat es vorgemacht, er hat es von der Austria ins ÖFB-Team und ins Ausland geschafft“, sagte der Sportchef damals über das Talent, das schon als 15-Jähriger den Sprung in die U18 und dann zu den Amateuren geschafft hatte.

Über das Interesse der ausländischen Vereine hat sich das Talent seinerzeit nicht so beschäftigt, sein Fokus konzentrierte sich vielmehr darauf, in die Kampfmannschaft der Austria zu kommen. „Ich habe von Gerüchten gehört, wusste aber nicht, ob sie gestimmt haben. Es hat zwar zweifellos geschmeichelt, aber mir war schon klar, dass ich bei der Austria bleibe“, erinnerte sich Horvath.

Akademie-Leiter Ralf Muhr und Cheftrainer Herbert Gager sprechen ebenfalls in höchsten Tönen über den Rechtsfuß und Experten bezeichnen das Jungveilchen als eines der größten Talente der Austria. „Natürlich ist es schön, so etwas zu hören. Man darf jedoch nicht abheben.“ Darüber hat Sascha mit Gager schon geredet. „Er hat mir gesagt, ich könne mich überall noch verbessern.“

Gager, der Horvath seit der U13 kennt, beschrieb den Dribblanski einmal so: „Er ist technisch stark, schnell und hat eine hohe Spielintelligenz. Das ganze Paket ist sensationell. Da macht es nichts aus, dass er klein ist.“ Genauso ist es egal, ob einer 17 oder 32 Jahre ist, es kommt vielmehr darauf an, wie man sich auf dem Platz präsentiert. „Das finde ich auch so. Das ist nur Kopfsache. Vielleicht bin ich auch motivierter“, meint Horvath dazu.

Gager hilft seinem Schützling wo er kann und die Mitspieler tragen ihren Teil dazu bei. Von ihnen kann Horvath in jedem Training, in jeder Minute eines Spiels sehr viel lernen, weil sie um einiges mehr Erfahrung besitzen. Der Unterschied zu den Amateuren ist groß. „Man muss sich umstellen, es ist alles viel schneller und körperbetonter“, erzählt der U17-EM- (Slowakei) und WM-Spieler (Emirate) 2013.

„Und da ich nicht groß bin, muss ich das Spiel noch schneller machen, den Ball rasch abspielen“, weiß unser offensiver Mittelfeldspieler, der die Schnelligkeit, das Dribbling und die Technik zu seinen Stärken zählt. Das sind alles auch Tugenden, die Messi auf höchstem Niveau auszeichnen. Dass Zweikämpfe mit einem Typ wie Kaja Rogulj etwas anderes sind als gegen Gleichaltrige, liegt auf der Hand.

„Dafür bin ich wendiger, weil ich klein bin und so meine Stärken zeigen kann. Ich bin aber noch in keinem Bereich ausgereift“, gibt unser Mann mit der Rückennummer 21 ohne Wenn und Aber zu. Die körperliche Robustheit wird sich schon noch einstellen, schließlich hat Sascha, der den früheren Bayern-München-Mittelfeldspieler Jens Jeremis als Berater hat, gerade erst einmal 17 Lenze hinter sich.

„Die Mannschaft hat mich gut aufgenommen und ich habe mich gut integriert. Das passt alles“, sagt Horvath. Weil sich das Training mit den Profis mit der Schule zeitlich nicht ausgegangen ist, musste die Ausbildung darunter leiden. „Ich habe mich entscheiden müssen, ob ich die Schule weitermache oder mich auf Fußball mehr konzentrierte.“ Er wolle Fußball spielen, da müsse das Andere warten.

Nun ist er auf dem Weg zur erfolgreichen Fußball-Prüfung. „Ich versuche, bei den Profis meine Einsatzminuten zu erhalten. Gegen Ried habe ich zuletzt zum Beispiel die zweite Hälfte gespielt. Dafür bin ich dem Trainer sehr dankbar“, sagt Horvath, der in dieser Liga-Saison bisher neunmal dem Kader angehörte und sechsmal eingewechselt wurde. Der erste Einsatz in der Startelf scheint trotz großer Konkurrenz nur eine Frage der Zeit.

Für das 309. Derby am Sonntag (15:00 Uhr) in der Generali-Arena gegen Rapid muss er noch kleinere Brötchen backen. „Ich werde alles geben, dass mich der Trainer wieder auf die Bank setzt. Und ich hoffe, dass ich neuerlich Einsatzminuten bekomme“, gibt sich der Teilnehmer an der UEFA Youth League 2013/14, der unter Peter Stöger in unserer Meistersaison schon einmal Ersatzmann in einem Derby war, bescheiden.

Für den Schlager der 31. Liga-Runde sind die Violetten nach Ansicht von Horvath gerüstet: „Wir sind besonders motiviert. Wir haben gegen die Salzburger, den besten Verein in Österreich, sehr verdient 3:0 gewonnen. Gegen Rapid wollen wir versuchen, genauso das Spiel zu machen und natürlich auch zu gewinnen.“ Und wo wird unsere Austria in der Tabelle zu Saisonende stehen? „Unser Ziel ist Zweiter, und das werden wir auch schaffen“, antwortet Horvath optimistisch.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 17 36
2. SK Puntigamer Sturm Graz 17 33
3. FC Red Bull Salzburg 17 31
4. FK Austria Wien 17 31
5. RZ Pellets WAC 17 22
6. FC Admira Wacker Mödling 17 22
7. SK Rapid Wien 17 21
8. SV Guntamatic Ried 17 17
9. SKN St. Pölten 17 14
10. SV Mattersburg 17 11
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