04.04.2014, 11:10 Uhr

RAMSEBNER: "WIR BRAUCHEN ALLE EINEN DERBY-SIEG"

Ramsebner: "Wir brauchen alle einen Derby-Sieg"

0:0 auswärts, 0:1 daheim, 1:3 auswärts – eine Saison mit vier Duellen ohne violetten Derby-Sieg ist bisher in der Geschichte der Bundesliga erst fünfmal, zuletzt 2007/08, passiert. „Wir brauchen alle einen Sieg, die Fans, die Mannschaft, der Klub. Wenn wir zusammenhalten und gemeinsam alles geben, dann bin ich zuversichtlich, dass uns das auch gelingen wird“, hofft Christian Ramsebner vor dem 309. Wiener Derby Austria – Rapid am Sonntag (15:00 Uhr) in der Generali-Arena.

Neben dem Heimvorteil mit der Unterstützung der Anhänger spricht nach Meinung unseres Innenverteidigers für die Hausherren, dass Violett acht Spiele (4-4-0) ohne Niederlage ist und man sich in den vergangenen Partien gut präsentiert hat. „Wir haben auch in Unterzahl gesehen, dass wir spielbestimmend sein können. Ich glaube einfach, dass es ein spannendes Spiel werden wird, da beide Mannschaften zuletzt gute Leistungen gezeigt und gute Ergebnisse eingefahren haben“, sagt „Ramsi“.

Es sei das Schönste, wenn einander zwei starke Teams in einem Derby gegenüberstehen. Er glaubt, dass der Schlager der 31. Runde eine super Partie werden wird. „Es wird eine sensationelle Stimmung herrschen, unsere Fans werden uns nach vorne peitschen“, ist Ramsebner sicher.

Mit einem vollen Erfolg über die Rapidler könnten die Veilchen an die zweite Tabellenstelle vorrücken. „Das ist unser Saisonziel, nachdem in dieser Saison die Salzburger so überlegen waren, war relativ schnell klar, dass sie Meister werden. Ein Derby-Sieg würde uns einen großen Schritt in die richtige Richtung bringen“, legt der 1,91-Meter-Hüne unseren Marschplan für den Nummer-eins-Status in Wien fest. Er sei schon sehr gespannt und freue sich auf den Sonntag.

Kommt er nämlich auch zum Einsatz, wäre es seine Derby-Premiere als Profi der Austria. Er kennt das ewige Duell bisher nur vom Nachwuchs her. „Das Match der ‚Großen‘ ist nochmals eine extreme Steigerungsstufe“, meint der Abwehrmann. Das erste Mal im violetten Kader eines Derbys war er unter Georg Zellhofer. Das Match fand damals auswärts statt. „Leider saß ich nur auf der Bank, gespielt habe ich als Austrianer gegen Rapid noch nie.“

Erfahrung hat er gegen die Rapidler im Laufe seiner Profi-Laufbahn dennoch schon einige gesammelt. Mit dem SC Wiener Neustadt, von dem er von der Austria im Sommer 2013 zurückgeholt wurde, bestritt er schon insgesamt zehn Partien gegen die Hütteldorfer und die jeweils über die volle Distanz. Dabei feierte Ramsebner immerhin drei Siege und erreichte ein Remis.

Zurück zur Gegenwart. Da haben die Violetten mit einer Dreier-Abwehr bei Ballbesitz und einer Fünfer-Kette bei Defensiv-Verhalten überrascht. Es könnte sein, dass Trainer Herbert Gager zum dritten Mal en suite dieses System wählt. „Wir haben aber zwei, drei Formationen, in denen wir gut Fußball spielen können. Der Trainer wird das Passende finden, von dem er glaubt, dass es gegen Rapid das Beste ist“, verlässt sich Ramsebner.

Er glaubt, dass die neue taktische Ausrichtung der Mannschaft allgemein relativ gut liegt. „Wir haben uns ohne viel Training damit gut angefreundet. In Ried haben wir uns zuletzt schwerer getan, aber das ist nicht am System, sondern einfach daran gelegen, dass wir in Hälfte eins lätschert waren, nicht so gut in die Zweikämpfe gegangen sind wie davor gegen die Salzburger. Da hat man dann mit jedem System Probleme,“ analysierte der Innenverteidiger.

Es sei jedenfalls ein gutes System, weil es die Austria flexibler und schwerer ausrechenbar mache. Gegen die Salzburger beim 3:0 am Mittwoch voriger Woche, an dem „Ramsi“ 25 Jahre wurde („einen schöneren Geburtstag kann man sich nicht aussuchen“), klappte es tadellos. Gegen Ried sprach Ramsebner in der 94. Minute mit seinem vierten Saisontor zum 2:2-Ausgleich als „Retter in der Not“ ein.

Da war mit nach vorne zu gehen und hatte gehofft, noch zu einer gefährlichen Situation zu kommen. „Plötzlich ist der Ball vor meinen Füssen gelegen. Ich sah, dass die lange Ecke offen war, und da habe ich den Ball, den ich sauber getroffen habe, reingepasst. Viele andere Optionen habe ich nicht gehabt“, schilderte der Abwehrmann sein Last-Minute-Tor.

Von dem Treffer wisse er nicht, ob er im Hinblick auf das Derby, das eine ganz andere Partie werde, von Wichtigkeit gewesen sei. „Es war einfach für die Moral sehr wichtig, weil das Remis wie ein gefühlter Sieg war angesichts der Begleitumstände. Obwohl wir vor dem Spiel nicht mit einem Punkt zufrieden gewesen wären“, meint der Torschütze.

Für ihn war der Ausschluss von James Holland kurz vor der Pause „maximal ein Freistoß, aber keine gelbe Karte“ und dem Treffer kurz danach ging „ein klares Foul an Heinz Lindner“ voraus. „Ein Wahnsinn, dass Heinz noch dazu ein Eigentor zugeschrieben“ bekam. Ramsebner war ein wenig „irritiert“, als bei seinem Torjubel plötzlich Herbert Gager mitten auf dem Spielfeld stand.

Es war in jeder Beziehung ein „komisches Spiel“. Gagers Sturmlauf komme auch nicht alle Tage vor. „Aber“, so Ramsebner, „es zeigte, wie emotional alle bei der Sache waren in der zweiten Spielhälfte. Und wie wir uns darüber gefreut haben, dass wir doch noch belohnt worden sind.“ Gager fasst es so zusammen: „Es war ein aufregender Tag mit einem guten Ende, Gott sei Dank!“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 8 17
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 8 15
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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