20.03.2014, 14:21 Uhr

ORTLECHNER WARNT VOR ADMIRANERN: "SIE SIND IM AUFWIND!"

Ortlechner warnt vor Admiranern: "Sie sind im Aufwind!"

Zum Auftakt des letzten Liga-Viertels wartet auf den FK Austria Wien am Samstag (16:30 Uhr) im BSFZ Südstadt eine schwierige Aufgabe. „Die Admiraner befinden sich im Aufwind, spielen wirklich einen feinen Offensiv-Fußball. Dass sie nach vorne stark sind, weiß man schon seit längerem“, spricht Manuel Ortlechner mit Respekt über den Tabellenneunten.

Sieben Heimspiele der Südstädter in Folge ohne Niederlage (5-2-0) dokumentieren die Einschätzung des Kapitäns nachdrücklich. Derzeit seien sie generell auch als Mannschaft sehr gefestigt und ein gute Truppe. „Sie sind im Flow, schwimmen auf einer Welle so dahin“, warnt der Innenverteidiger die Violetten und appelliert, den Gegner maximal ernst zu nehmen.

„Es wird sicher sehr schwer werden, von dort drei Punkte zu entführen.“ Trotzdem denkt er, dass in der Austria-Mannschaft genügend Qualität steckt, um auch dort gewinnen zu können. „Das ist auch unser Ziel“, verkündet der Routinier vor der 28. Runde darauf hoffend, dass wir auch im fünften Spiel unter Trainer Herbert Gager (2-2-0) zumindest ungeschlagen bleiben.

Das wäre für den Tabellendritten aus Favoriten, der einen Zähler weniger als SV Grödig aufweist, im Kampf um Europa immens wichtig. „Es sind noch immer neun Spiele ausständig, daher viel möglich, da alles sehr eng beisammen liegt“, sagt der 34-Jährige, der seit 1. Juli 2009 ein Veilchen ist. Man könne sich nur sehr wenige Umfaller erlauben, müsse immer kontinuierlich punkten.

„Am besten stets drei Zähler heimbringen“, lautet das Motto von Ortlechner, der jede Partie als „extrem wichtig“ einstuft. Geht es nur noch ums Punkten und überhaupt nicht mehr um schönes Spielen? „Jein“, antwortet er. Natürlich wolle man auch einen attraktiven Fußball zeigen und bieten. „Aber wenn das, wie am Samstag in Graz nicht möglich ist, dann muss man eben versuchen über den Kampf ein Spiel zu gewinnen.“

Auch wenn es nicht schön anzuschauen sei, könne es im Finish der Saison durchaus passieren, dass das eine oder andere solche Spiel wie in Graz auf die Austria und ihre Fans zukommen könne. Gegen den SK Sturm zählte „Orti“ wie sein Nebenmann in der Innenverteidigung Christian Ramsebner zu den Stützen. Auf die Frage, ob er gegen Admira wieder auf einen Einsatz hoffe, sagte er: „Das entscheidet der Trainer.“

In der Südstadt steht Lukas Rotpuller, der gesperrt war, wieder zur Verfügung. Ortlechner gab in Graz sein Comeback, nachdem er vier Runden auf der Ersatzbank gesessen war. Im letzten Match unter Nenad Bjelica und in den ersten drei unter Gager. Der Kapitän war am 15.2. im Heimspiel gegen SC Wr. Neustadt (1:1) von der plötzlichen Reservistenrolle überrascht.

Die Partie gegen Neustadt war das erste Austria-Spiel ohne „Orti“ seit 28.4.2012 (3:0/H gegen Innsbruck) und 62 Punktspielen in Folge über jeweils 90 Minuten. Sein Debüt im Oberhaus gab der in Ried geborene Abwehrmann am 9.5.2000 im Ried-Dress gegen Austria Lustenau.

Bis heute bestritt „Orti“, der einst auch für SV Pasching und Austria Kärnten gekickt hatte, insgesamt 376 Bundesliga-Spiele und erzielte dabei ein Dutzend Tore, sein bisher letztes am 28.4.2013 gegen die Admira. Damals fixierte der Verteidiger, der nach dem zweiten Gruppen-Spiel der Champions League gegen Zenit St. Petersburg (auswärts 0:0) ins „Team der Runde“ gewählt wurde, den Endstand zum 2:0.

Auch in jener Zeit, in der er nicht spielte, verhielt sich Ortlechner vorbildhaft wie eben ein Profi und trainierte mit Feuereifer weiter als wäre nichts geschehen. „Ich habe mich so verhalten wie man mich hier kennt und so wie ich bin, das werde ich auch immer so machen bis zum letzten Tag“, erklärte er.

Seine Einstellung tat er Gager von Anfang an kund und sagte ihm: „Wenn er meine Hilfe braucht, bin ich da. Und wenn nicht, bin ich auch da!“ Das Comeback empfand der Dauerbrenner nicht als ungewohntes Gefühl. Es sei so gewesen wie es davor auch war: „Ein Bundesliga-Spiel wie jedes andere, ganz einfach.“

Ortlechner hat von bisher 39 Saison-Pflichtspielen der Austria (27 Liga, 10 Europacup, 2 ÖFB-Cup) nicht weniger als 34 (23/10/1) jeweils über die volle Distanz mitgemacht. Im Oberhaus ist er seit nunmehr fast 14 Jahren tätig. Den ÖFB-Teamdress trug er bisher neun Mal, zuletzt stand der Linksfuß auf der Abrufliste von Marcel Koller. Mit dem Schweizer gab es übrigens ein Telefonat und ein Treffen.

„Wir hatten ein tolles Gespräch, in dem er mir gesagt hat, wie wichtig ich ihm und für die Mannschaft bin“, berichtete Ortlechner. Es sei so, dass er gerade auf seiner Position richtig gute Spieler, vor allem Legionäre wie Dragovic, Prödl, Pogatetz, habe. „Aber auch Hinteregger hat eine tolle Entwicklung hinter sich und ist eines der vielversprechenden Talente Österreichs.“

Das sei eine hohe Konkurrenz auf seiner  Position, „daher war ich nur auf Abruf dabei. Meine Teamkarriere ist aber noch nicht vorbei. Ich habe zum Teamchef gesagt, wenn er Hilfe braucht, stehe ich Gewehr bei Fuß. Ich bin immer da.“  Dieser Leitspruch Ortlechners gilt natürlich ebenso für die Austria, versteht sich ganz von selbst.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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