11.04.2014, 11:01 Uhr

OLA KAMARA ÜBER AUSTRIA-FANS: "SIE SIND DIE BESTEN!"

Ola Kamara über Austria-Fans: "Sie sind die Besten!"

Wie früher mit Sigurd Rushfeldt oder Thorstein Helstad hat der FK Austria Wien wieder einen norwegischen Stürmer in seinen Reihen. Der im Jänner 2014 verpflichtete Ola Williams Kamara möchte wie seine Landsleute den Veilchen Freude bereiten. „Diese Saison will ich mit der Austria in die Europa League kommen - wenn möglich noch als Tabellenzweiter, obwohl es nach dem 0:1 im Derby jetzt schwieriger geworden ist“, nannte der 24-Jährige sein kurzfristiges und oberstes Ziel.

Und für nächstes Jahr hofft er, dass die Austria wieder um den Meistertitel mitspielen wird. „Das möchte ich versuchen und mithelfen zu erreichen“, kündigte Kamara an. Am Sonntag zum Abschluss der 32. Liga-Runde in Wr. Neustadt erwartet er eine schwierige Aufgabe. Der Angreifer ist aber überzeugt, dass unsere Mannschaft mit viel neuer Energie in die Partie gehen wird. „Drei Punkte wären wichtig für uns, so wie in allen unseren Spielen bis zum Saisonende auch!“

Der Norsker stand bisher in neun Liga-Partien in unserem Kader, wurde dabei siebenmal eingewechselt und blieb nur zweimal ohne Einsatz. Den ersten Assist verbuchte er in Ried beim 2:2 vor dem Tor in letzter Sekunde von Christian Ramsebner. Auf seinen ersten Treffer und sein erstes Match in der Startelf wartet er hingegen noch. Gegen die Neustädter beim 1:1 in Wien saß Kamara auf der Bank.

„Ich hoffe, in jedem Spiel dabei zu sein. Ich gebe in jedem Training mein Bestes. Wir werden sehen, wie der Trainer dann entscheidet“, will es Kamara seinem neuen Chef Herbert Gager schwermachen. Die „große Enttäuschung“ der neuerlichen Derby-Niederlage hat er gemeinsam mit seinen Kollegen abgehakt und neue Hoffnung geschöpft: „Kommende Saison wollen wir versuchen, den Spieß wieder umzudrehen.“

Gemeinsam mit den Fans, die seiner Meinung nach „die Besten“ sind. Wie er nach rund zweieinhalb Monaten in Wien allgemein einen überaus positiven Eindruck gewonnen hat. „Es ist ein sympathischer Klub mit einer sehr guten Atmosphäre und einer guten Mannschaft. Ich bin froh, dass ich in dieser fantastischen Stadt bin“, meinte der Legionär, der von der SV Ried im Frühjahr 2013 an 1860 München und danach an Strömsgodset IF verliehen gewesen war.

In seiner Heimat wurde er nicht nur mit Strömsgodset (2013), sondern auch davor mit Stabaek IF (2008) Meister. Erfahrung in der Europa League hat er übrigens auch schon gesammelt. Zuletzt spielte er im Vorjahr mit Strömsgodset in der dritten Quali-Runde gegen FK Jablonec (Gablonz). In Nordböhmen beim 1:2 wirkte er 90 Minuten mit und leistete den Assist zum Ehrentor. Beim 1:3 daheim kam er nach der Pause und erzielte den Treffer der Hausherren.

Aus seiner Heimat hat Kamara auch seine ungewöhnliche Rückennummer 92 auf dem Trikot mitgenommen. Die Nummer hatte er auch schon in der Jugend bei Frigg Oslo FK gehabt. Und weil bei seiner Rückkehr zu Strömsgodset sein „Elfer“-Leiberl schon vergeben war, wählte er eben wieder 92. Neun und zwei ergeben ja auch elf. „Der 92er hat mir immer Glück gebracht, damit habe ich häufig getroffen“, erzählt der Neo-Violette, der zuletzt für Strömsgodset in 14 Partien zwölf Tore erzielte.

Tore und Spiele sind für den „Abergläubischen“, der kein Fußball-Vorbild hat, auch im Hinblick auf das norwegische Nationalteam von Wichtigkeit. Fünfmal, zuletzt 0:3 im Jänner in Polen, hat er bisher den Teamdress der Norsker getragen. Damit er auch in Zukunft einberufen wird, benötigt er Einsatzzeiten. „Nur wenn ich für die Austria öfter spiele, auch über die volle Distanz dabei bin und Tore mache, kann ich mich für unser Nationalteam empfehlen.“

Er wisse, dass er jetzt noch nicht in Topform sei, aber er trainiere gut. In Wien finde er eine Umgebung vor, die alle Voraussetzungen biete, um gut Fußball zu spielen. „Wenn das Wohnen, das Leben, die Stadt und der Klub passen, dann wird sich auch die Leistung bald einstellen“, ist Kamara, der in der Innenstadt mit seiner norwegischen Freundin Sandra ein Appartement bezogen hat, überzeugt. „Wir sind hier beide sehr glücklich.“

Was ihm noch kleine Probleme bereitet ist lediglich die deutsche Sprache, sein Englisch ist derzeit noch besser. Einen Deutsch-Kurs hat er während seiner Zeit in München besucht. Aber in Wien hat er in Sporttherapeut Christian Hold schon einen neuen Lehrer gefunden. „Mit Holdi spreche ich während der Behandlungen täglich 30 bis 40 Minuten in Deutsch“, erzählt Kamara. Hold dazu: „Er fragt viel, will immer wissen, was das und jenes heißt.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 19 39
2. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 19 22
7. FC Admira Wacker Mödling 19 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SV Mattersburg 19 14
10. SKN St. Pölten 18 14
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