Performance 02.04.2014, 08:59 Uhr

OGRIS: STÜRMER UND IHRE KALTSCHNEUZIGKEIT - WAS STECKT DAHINTER?

Ogris: Stürmer und ihre Kaltschneuzigkeit - was steckt dahinter?

Hereinspaziert zu einer brandneuen Ausgabe der fk-austria.at-Performance-Serie – wenn Profis verraten, was sie stark macht! Heute erklärt Austrias Stürmer-Lenge und Amateure-Trainer Andi Ogris, warum das Erfolgsrezept für erfolgreiche Standardsituationen und anderweitige Tor-Abschlüsse im Spiel immer gleich aussieht.

Aus der Angriffsreihe von Austria-Jahrhundertelf ist er nicht wegzudenken. Nicht nur 124 Treffer bürgen hier für seinen Fixplatz, auch sein Dasein als Energiebündel mit latenten Heißsporn- und Desperado-Tendenzen ließen ihn zur violetten Ikone und Kultfigur werden. Keiner weiß besser, wie man vor dem Tor Coolness bewahrt, als er. Was steckt dahinter?

„Als erstes muss gesagt werden“, beginnt Ogris, „dass der Eindruck trügt. Eine Standardsituation, nehmen wir beispielsweise einen Freistoß her, ist für den Schützen zunächst schwieriger, als es aussieht.“ Der Grund ist simpel: „Auf den ersten Blick siehst du einen Ball vor dir liegen, den du mit deinem stärkeren Fuß treten kannst. Ohne jeglichen Raum- oder Zeitdruck.“

Doch exakt da liegt der Hund begraben. „Genau in diesem Moment dann dennoch vollste Konzentration hineinzulegen, ist gar nicht so leicht und die eigentliche Kunst, auch wenn man ihr es auf den ersten Blick gar nicht ansehen mag.“ Lässigkeit ist in diesen Situationen also fehl am Platz...

Und: „Besser wird man mit der Häufigkeit der Wiederholungen. Antonin Panenka war ganz früher das beste Beispiel. Er ist nach jedem Training draußen geblieben und hat Dosen von der Latte geschossen. Auch später bei David Beckham und Cristiano Ronaldo war bzw. ist es die Beharrlichkeit, die sie erfolgreich macht. Je öfter du trainierst, desto sicherer wirst du.“

Das Beispiel Ronaldo zeigt für Ogris auf: „Er hat seine fixen Schrittfolgen und Bewegungsabläufe, die er sich nur über Übung erarbeitet haben kann. Diese beispielsweise über YouTube zu studieren, ist aber nur der Anfang. Ronaldo schießt sie 1.000 Mal pro Woche aufs Tor – nur deshalb gelingen sie ihm perfekt.“ Theorie-Wissen ist wichtig, aber nichts geht über die Praxis...

Auch Ogris trat zu aktiven Zeiten den einen oder anderen Freistoß. „Meistens ließ ich meinen Kollegen zwar den Vorzug“, erinnert sich der nunmehr 49-Jährige, ein Treffer avancierte dennoch zu einem der wichtigsten seiner Karriere – via Freistoß. Im Cup-Finale 1990 glich er durch einen solchen in Minute 92 aus. Mit dem schwächeren linken Fuß. Gegen Rapid. Am Ende gewann Violett mit 3:1.

„Je variantenreicher du bist, desto besser. Gerade auf höherem Level versuchen die Gegner, sich auf dich einzustellen.“

Erfolgreicher als via Freistoß war Ogris dennoch aus dem Spiel. In seinem Erfolgsrezept sind zwei Punkte essenziell: „Fast in jedem Training werden in irgendeiner Form Tor-Abschlüsse trainiert. Als Stürmer gilt es für dich umso mehr, bei jedem Einzelnen mit 100 Prozent Ernsthaftigkeit und Konzentration bei der Sache zu sein. Wenn du schon im Training leichtfertig vergibst, passiert dir das im Match auch. Du musst von dir selbst immer absolute Konzentration einfordern, wenn du vor dem Tor stehst. Und zweitens musst du immer bereit sein, häufiger als die anderen Spieler Abschlüsse zu trainieren.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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