19.03.2014, 13:22 Uhr

HADZIKIC: "ES FREUT MICH, DASS ICH JETZT ÖSTERREICHER BIN!"

Hadzikic: "Es freut mich, dass ich jetzt Österreicher bin!"

Er ist stets freundlich, gut aufgelegt, lächelt fast immer und es scheint so, als wäre er schon lange mit von der Profipartie. Dabei ist Osman Hadzikic erst seit Anfang 2014 von den Amateuren zu den „Großen“ aufgestiegen und hat dort noch keine einzige Pflichtspiel-Minute absolviert. „Ich bin glücklich, sogar sehr glücklich“, versichert der Torhüter trotzdem.

Und das aus zweierlei Gründen. Zur sportlichen Beförderung kam kürzlich frohe Kunde von höchster Behördenstelle hinzu. Das Jungveilchen, das am Mittwoch vor einer Woche seinen 18. Geburtstag feierte, erhielt nämlich mit Bescheid vom 4. März die österreichische Staatsbürgerschaft (siehe Faksimile unten). „Endlich nach fast zwei Jahren! Es freut mich, dass ich jetzt Österreicher bin“, sagt der Sohn bosnischer Eltern.

Thomas Parits, Sportvorstand des FK Austria Wien, spricht über Hadzikic, der noch bei seinen Eltern in Schwechat wohnt, in den höchsten Tönen: „Er zählt zu den größten Talenten des Klubs und hat in der UEFA Youth League seine Meisterprüfung abgelegt. Er bringt alle Anlagen mit, um eines Tages das Austria-Tor zu hüten.“ In den ersten vier Partien unter Trainer Herbert Gager war er schon jeweils auf der Ersatzbank dabei.

Die Vorschusslorbeeren nimmt der in Klosterneuburg geborene Hadzikic, der im September 2005 vom SV Schwechat geholt worden war und einen Vertrag bis 30.6.2018 hat, mit Wohlwollen zur Kenntnis. Es sei sehr gut, dass man so etwas vom Sportchef zu hören bekommt. „Das freut mich natürlich extrem und gibt mir noch mehr Mut“, sagte der sympathische Austrianer.

„Ossi“, wie ihn seine Kameraden rufen, hat keine Probleme gehabt, sich von den Amateuren auf die Profis umzustellen, da er bereits voriges Jahr ein paar Mal mit Heinz Lindner und Co. mittrainiert hatte. „Ich wusste, wie es oben ist und wie es dort zugeht. Allein vom Spielerischen und Tempo ist es etwas ganz anderes. Ich freue mich immer wieder auf jedes Training“, erzählt unsere Nummer 31.

Die Zusammenarbeit mit Lindner, dem violetten „Einser-Goalie“, passe sehr gut, jede Übungseinheit mit Heinz bereite ihm riesige Freude. „Er ist wirklich ein Leiwander, von dem ich noch sehr, sehr viel lernen kann“, sagt Hadzikic, der Heinz und Real-Keeper Iker Casillas als seine Vorbilder nennt. „Ossi“ weiß, dass Lindner die Einser-Position kaum streitig zu machen ist. Unser ÖFB-Teamkeeper müsste schon verletzt oder gesperrt sein.

An solche Möglichkeiten verschwendet Hadzikic keine Gedanken. „Ich bin nicht so ein Typ, das wünsche ich keinem und ich hoffe nicht, dass Heinz etwas passiert.“ Vielleicht bekomme er einmal die Chance, wenn Heinz möglicherweise weggeht. „Mal sehen, man weiß ja nicht. Ich kann mit Geduld warten“, sagte der 1,86 m große und 80 kg schwere Keeper.

In seinen Karriereplänen schaut er derzeit nicht in die Ferne, das Ausland oder das A-Nationalteam sind noch kein Thema. Er legt seinen Fokus auf die nahe Zukunft. Natürlich, gibt Hadzikic offen zu, würde er zunächst gerne einmal so wie Lindner im Tor stehen. „Ich weiß, dass das schwer sein wird. Ich bin auch nicht enttäuscht oder so. Ich lerne von Heinz und das passt schon so.“

Einen Vorgeschmack von der großen Fußballwelt bekam „Ossi“ bereits mit der U19 in der UEFA Youth League 2013/14, wo für ihn und die Austria erst im Achtelfinale gegen Benfica Lissabon (auswärts 1:4) Endstation war. „Mit den Profis im selben Flugzeug zu sitzen, sie im feinen Anzug und dann spielen zu sehen, war ein Wahnsinn. Es ist super, dass es diesen Bewerb gibt, wir haben da immens viel gelernt“, berichtete Hadzikic von einem außergewöhnlichen Erlebnis.

Zu seinen Stärken zählt der 17-Jährige, der in sechs der sieben UYL-Matches das Austria-Tor (fehlte nur einmal gegen Atletico Madrid) hütete, Situationen Eins-gegen-Eins. Und wo sieht er noch besonders viel Potential zur Steigerung? “Die Sprungkraft, das Wegspringen, da muss ich noch viel lernen“, antwortet der Jungspund spontan und fügt hinzu: „Ich trainiere immer so als würde ich am nächsten Tag zum Einsatz kommen.“

Lernen prägt übrigens das Leben von Hadzikic genauso abseits des Fußballs. Er besucht die siebente Klasse des Ballsport-Gymnasiums im dritten Bezirk (Wien-Landstraße). „Die Schule will ich unbedingt fertigmachen, 2016 die Matura schaffen“, versichert der Goalie, der mit Adna eine feste Freundin an der Seite hat.

Die sportliche „Matura“ kann der Torhüter mit seinen Mitspielern schon in den kommenden Wochen ablegen. Indem sich die Violetten für die Europa League qualifizieren. „Wir befinden uns als Tabellendritter in einer sehr guten Lage, die ganze Mannschaft will unbedingt die Teilnahme erzwingen. Es herrscht eine gute Stimmung in der Truppe. Ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen“, sagte Hadzikic vor dem Auftakt zum letzten Liga-Viertel, das für die Austria am Samstag (16:30 Uhr) in der Südstadt gegen Admira Wacker beginnt.

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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