05.03.2014, 13:30 Uhr

GRÜNWALD VOR GRÖDIG: „FANS MIT HERZ UND LEIDENSCHAFT GEWINNEN“

Grünwald vor Grödig: „Fans mit Herz und Leidenschaft gewinnen“

14.9.2013: Alex Grünwald wird im ersten Bundesliga-Heimspiel gegen Aufsteiger SV Grödig beim Stand von 2:2 in der 70. Minute für James Holland eingewechselt. 15.9.2013: „Grüni“ zieht sich im Training einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu und fällt nach der OP monatelang aus. Am Samstag (19.00 Uhr), wenn der FK Austria Wien die Salzburger in der Generali-Arena zum Schlager der 26. Runde empfängt, ist der Mittelfeldspieler wieder dabei. Allerdings nur auf der Tribüne, wo er mit seinen Kollegen mitfiebert.

 

Das hat er zuletzt auch beim 2:1-Heimsieg gegen Wacker Innsbruck getan und dabei miterlebt, wie Vornamensvetter Gorgon sein Comeback nach ebenfalls im August 2013 erlittenen einer Knieverletzung gab. „Ich habe mich für Gogo gefreut, dass er wieder auf dem Platz stand“, erzählte Grünwald. Und wann wird man den „zweiten“ Alex wieder in Aktion sehen? „Eine Prognose mag ich jetzt nicht abgeben“, antwortete der Rekonvaleszente.

 

Vom Verletzungsgrad und von der Heilung war klar, dass „Gogo“ zuerst zurückkehren wird. Bei Grünwald wird es aber auch nicht mehr so lange dauern. Fünfeinhalb Monate nach seiner schweren Blessur fühlt er sich schon ganz gut. Der Kärntner muss sich eigentlich nur mehr an die Zweikämpfe gewöhnen. „Wenn mir das gelungen ist, kann ich wieder zu 100 Prozent mit der Mannschaft trainieren“, sagt unser „Zehner“.

 

Bis auf volle Zweikämpfe im Match elf gegen elf macht er eigentlich schon alles mit seinen Kollegen mit. In dieser Woche wird Alex die Intensität neuerlich um eine Nuance erhöhen. Dann hofft der 24-Jährige, so bald wie möglich im vollen Mannschaftstraining zu stehen. „Wenn es normal abläuft, sollte ich die letzten vier bis sechs Runden der Saison dabei sein. Das ist mein Ziel“, deutete Grünwald seinen Fahrplan für die Rückkehr an.

 

Wie viel Prozent seiner Fitness er derzeit schon erreicht hat, muss man differenziert betrachten. Grünwald klärte diesbezüglich auf: „100 Prozent fit für das Mannschaftstraining zu sein, bedeutet nicht, dass man auch zu 100 Prozent fit für ein Match ist. Du benötigst zwei bis vier Wochen mit der Mannschaft, um wieder in den Rhythmus zu finden. Mir fehlen noch ein paar Prozent, ich stehe zwischen 95 und 100. Es schaut gut aus“, meinte der Linksfuß.

 

Grünwald, der gemeinsam mit Gorgon in der Meistersaison zu den Stützen der Veilchen gezählt hatte, erhob die Grödig-Partie zum „sehr wichtigen Spiel“ und ruft in Erinnerung: „Da haben wir erstmals die Chance, den Abstand zum zweiten Tabellenplatz auf einen Punkt schmelzen zu lassen.“ Er habe jedenfalls ein gutes Gefühl, wenn die Mannschaft weiter so Gas gibt und trainiert wie in den vergangenen Tagen.

 

Dass die Violetten die ersten zwei Saison-Duelle mit Grödig verloren haben, schreckt unseren Regisseur nicht sonderlich. „Da waren wir meiner Meinung nach zweimal die bessere Mannschaft und hätten gewinnen müssen!“ Daraus leitet er seine Erwartungen für das dritte Match gegen den Neuling ab: „Wir müssen kaltschnäuziger werden vor dem Tor, dann kann es für uns am Samstag sehr positiv für ausschauen.“

 

Der 2:1-Sieg zuletzt gegen FC Wacker war für das Selbstvertrauen, das Gemüt ebenso wertvoll wie für die Tabelle, in der die Violetten nun nur noch vier Punkte Rückstand auf die zweitplatzierten Grödiger haben. Die Stimmung sei anders, auch wenn alle wissen, dass noch Luft nach oben ist. „Man weiß, wie wichtig Siege für Fußballer sind“, meint Grünwald im Namen seiner Mitspieler.

 

Und er weiß auch, dass die Salzburger eine sehr gute Saison spielen und die Austria eine sehr gute Leistung benötigt, um gegen sie zu gewinnen. „Grödig liegt in der Tabelle zwar vor uns, aber so viel Selbstvertrauen haben wir, dass wir uns in Wien als Favorit fühlen.“ Lob hat der Techniker auch für den eigenen Anhang parat: „Wir haben gewusst, dass wir von heute auf morgen nicht glänzen werden. Wir probieren, die Fans mit Herz und Leidenschaft an uns zu ziehen. Das haben wir geschafft“, sagte Grünwald.

 

„Wenn die Fans sehen, dass wir kämpfen, beißen, kratzen, dann werden sie uns Fehler, die passieren können, verzeihen. Gemeinsam können wir wieder in die Erfolgsspur zurückfinden“, appelliert er an den zwölften Mann. Die Chancen auf den angestrebten Europacup-Startplatz sieht Grünwald intakt, von Platz zwei bis fünf sind nur vier Zähler Differenz. „Vom Kader und Qualität gehen wir auf Rang zwei los. Dass es sehr schwierig wird, weil die anderen Klubs nicht schlafen, ist klar.“

 

Wenn die Austria halbwegs ihre Form abrufen könne, mit den kommenden Spielen weiteres Selbstbewusstsein tanke und einen Lauf starte, sei er vom Erreichen des violetten Ziels überzeugt. Das neue Trainer-Gespann Gager-Sekerlioglu ist für „Grüni“ übrigens nichts Neues. „Bei der U17 habe ich die beiden schon zwei Jahre gehabt, von der menschlichen Ebene kennen wir einander sehr gut“, berichtet Grünwald.

 

Der Verein ist ja derselbe geblieben, nur ist das Umfeld nicht mehr der Nachwuchs und Hollabrunn, sondern die Profis und Favoriten. „Die Spieler sind erwachsener geworden, auch die Trainer haben sich weiterentwickelt. Es ist schön und beweist, dass sehr viele Spieler, mit denen man früher einmal in der Akademie und bei den Amateuren zusammen war, einen guten Weg eingeschlagen haben.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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