14.03.2014, 08:39 Uhr

EXTRA-SCHICHTEN BRACHTEN HOSINER DIE SICHERHEIT ZURÜCK

Extra-Schichten brachten Hosiner die Sicherheit zurück

Wie wertvoll Philipp Hosiner für den FK Austria Wien sein kann, hat er zuletzt beim 2:0-Heimsieg über den SV Grödig wieder bewiesen. Unser Stürmer beendete seine Bundesliga-Torsperre, die seit 3.12.2013 (3:2/h SK Sturm) gedauert hatte und er wurde gegen die Salzburger zum „Spieler der Partie“ gewählt. Das kam nicht von ungefähr, wie er vor der 27. Runde am Samstag (19:00 Uhr/live Sky) auswärts gegen Sturm Graz verriet.

Das intensive Üben des Abschlussverhaltens war nämlich dem Grödig-Match vorausgegangen und wurde in der Woche vor der Graz-Reise fortgesetzt. Während die Defensiv-Abteilung bereits in der Kabine war, blieben die Offensiven auf dem Platz und legten Extraschichten ein. „Da habe ich mir die Sicherheit holen können, habe versucht, jeden Ball reinzuhauen“, erzählte Hosiner über das Training.

Oft sind es in Spielen nur Kleinigkeiten, die das Toreschießen ausmachen. „Das sind genau diese Situationen wie gegen Grödig. Die erste Chance habe ich verwertet, die zweite zehn Minuten später nicht, weil ich die falsche Entscheidung getroffen habe“, sagt der Burgenländer. Wenn er im Doppelpack (bisher acht für Austria/vier für Admira) getroffen hätte, wäre das Grödig-Spiel vielleicht früher entschieden gewesen.

„Daran gilt es, weiter zu arbeiten, um es dann beim nächsten Mal besser zu machen und beide Male zu treffen“, meint Hosiner, an dessen Qualitäten Trainer Herbert Gager nie gezweifelt hat. Der Bjelica-Nachfolger ist auch überzeugt, dass sein Stürmer noch oft für die Austria treffen wird. Der Torschützenkönig 2012/13 gibt die Blumen zurück: „Ich muss mich beim Trainerteam bedanken, dass es immer an mich geglaubt hat.“

Hosiner gab zu, dass er keine leichte Zeit gehabt hatte. „Nach dem Wechsel des Trainers war die Mannschaft stark verunsichert. Da fängt man zu überlegen an, was man anders machen oder verbessern könnte und man will dann auf einmal so viel verbessern, dass es im Endeffekt zum Bumerang wird“, meint er. In dieser Phase hätten ihm der Trainer, die Mannschaft und die Fans sehr gut unterstützt. „Es hat keinen Kollegen gegeben, der an mir gezweifelt hat.“

Im Gegenteil, vor jedem Spiel habe ihm die Mannschaft Mut zugesprochen. „Das Vertrauen braucht man, das habe ich über einen längeren Zeitraum bekommen. Darüber bin ich sehr dankbar.“ Der fünffache Teamspieler hat neben seinem 10. Liga-Saison-Tor, dem ersten von außerhalb des Strafraums erzielt, auch ein paar gute Chancen vorbereitet. „Das zeigt mir, dass ich wieder zurück bin, zu alter Stärke gefunden habe.“

Tore tun immer gut. „In erster Linie tun sie der Mannschaft gut. Wir haben mit dem zweiten Sieg in Folge weiter Selbstvertrauen getankt, es war wieder eine spielerische Steigerung zu sehen, vor allem in Hälfte zwei.“ Zudem habe man Chancen erarbeitet, so wie man sie wolle und wie man es vorige Saison gezeigt habe. „Wir hoffen, in Graz da weiter machen zu können, wo wir in der zweiten Hälfte gegen Grödig aufgehört haben und das über einen längeren Zeitraum spielen können.“

Jetzt will er natürlich sein Können auch in den kommenden Spielen konstant zeigen zu können. Durch sieben Punkte (2 Siege/1 Remis) in drei Spielen unter Gager scheint die Verunsicherung gewichen, das Selbstvertrauen gewachsen zu sein. Dem gegenüber hat Sturm 2014 nur zwei von 15 möglichen Zählern aufzuweisen. „Wir fahren nach Graz und versuchen dort zu gewinnen“, kündigte Hosiner an.

Es interessiert niemanden, ob der Gegner zuletzt gut oder schlecht gespielt habe. Das, so „Hosi“, könne sich am Samstag schlagartig ändern. „Wenn die Steirer gegen uns gewinnen, wäre das für sie ein Befreiungsschlag, ein Lebenszeichen. Das ist ein ganz gefährliches Spiel, es braucht keiner von den Fans und Spielern zu glauben, dass wir drei Punkte locker mitnehmen. Das wird’s nicht spielen. Das wird ein genauso hartes Stück Arbeit wie gegen Grödig – wenn nicht noch härter“, warnte er.

Doch mit gestärktem Selbstvertrauen, meint der 13-fache Saison-Torschütze (in 36 Pflichtspielen), wolle man den Kampf annehmen, dort eine gute Leistung zeigen und punkten. Gegen die Blackies weist Hosiner eine positive Bilanz auf. Als Austrianer ist er in fünf Spielen (3 Siege/2 Remis/4 Treffer) ungeschlagen und hat dabei nur beim 1:1 am 14.4.2013 in Graz kein Tor erzielt. Da „begnügte“ er sich mit einem herausgeholten Foulelfer, den Alex Grünwald verwertete.

Statistiken sind schön, aber für den Torjäger nicht im Vordergrund. „Ich werde versuchen, der Mannschaft zu helfen. Wenn ich arbeite, und diese Laufwege wie gegen Grödig habe, werde ich wieder zu der einen oder anderen Torchance kommen“, sagt der Burgenländer, der bisher in der Bundesliga 52 Treffer (davon 37 für Austria) auf seinem Konto hat.

Saisonziel sei es, wenn möglich als Tabellenzweiter die Teilnahme am Europacup zu erreichen und in den letzten zehn Runden „so viele Spiele zu gewinnen wie möglich“. Wenn die Konkurrenz vielleicht nervös werde und Punkte verliere, sei man vielleicht schon früher durch. „Je früher, desto besser. Aber so weit wollen wir nicht vorausschauen“, bremst der Mittelstürmer, der am 15. Mai und damit vier Tage nach dem Saisonende, übrigens daheim gegen Sturm Graz, seinen 25. Geburtstag feiert.

Dass Transfergerüchte um seine Person abgeflaut sind, stört „Hosi“ nicht: „Gott sei Dank! Zu 99 Prozent wird geredet, worüber nicht einmal ich Bescheid weiß und/oder es eigentlich überhaupt keinen Kontakt zur irgendeinem Klub gibt. Das ist schon auch eine Belastung, wenn viele fragen, mich darauf ansprechen und ich weiß nicht, was ich antworten soll. Die meisten Leute glauben mir nicht und meinen, ich dürfe nichts sagen. Ich bin froh, dass die Transferzeit vorbei ist und ich mich auf Austria und Fußball konzentrieren kann“, versichert er.

 

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Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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