27.03.2014, 14:15 Uhr

EIN AUSRUFEZEICHEN FÜR DAS SAISON-FINISH!

Ein Ausrufezeichen für das Saison-Finish!

3:0 gegen den frischgebackenen Meister – der erste volle Erfolg des FK Austria Wien am Mittwochabend über Salzburg seit 2.10.2011 (3:2) und neun Versuchen (0-3-6/3:20 Tore) tut der violetten Fußball-Seele gut! Die begeisternde Vorstellung unserer Veilchen, die aufblühten, schwappte auf die Tribünen über, ging als Welle durch die Generali-Arena.

Die Violetten erledigten im Schlager der 29. Bundesliga-Runde gleich mehrere Fliegen auf einen Schlag. Sie kehrten als nunmehr Dritter in die Europacup-Startplätze zurück, beendeten die Serie der „Bullen“ nach zwölf Siegen am Stück, blieben somit weiter alleiniger Rekordhalter (13 Erfolge in einer Saison) und tankten überdies eine riesige Portion Selbstvertrauen für die letzten sieben wichtigen Saison-Partien.

Hatten unsere Spieler vor Beginn applaudierend den Gästen per Spalier zum Meistertitel gratuliert, so kam nach dem Schlusspfiff der Respekt von den „Bullen“ zurück. „Die Austria hat vor allem in der ersten Hälfte viel Druck erzeugt, hat ein gutes Spiel gemacht“, zollte Jonatan Soriano, mit 26 Treffern Führender der Torschützenliste, seinen Bezwingern genauso großen, fairen Respekt.

Lob kam natürlich auch aus dem eigenen Lager und das von höchster Stelle. „So wie unsere Mannschaft von der ersten Minute an aufgetreten ist, aggressiv gespielt und die Räume eng gemacht hat – das war eine taktische Meisterleistung. Der Sieg war auch in dieser Höhe verdient“, meinte Sportvorstand Thomas Parits, der von dem Ergebnis überrascht war, weil man mit einem solchen vorher nicht hatte rechnen können.

Die Vorstellung kam für ihn jedoch nicht ganz so überraschend, weil sich schon in den vergangenen Wochen einiges verändert habe. „Wir haben da schon gute Resultate erzielt, aber nicht optimal gespielt. Diesmal hat die Mannschaft gezeigt, was in ihr steckt, welchen Fußball sie spielen kann. Wenn man einen Gegner wie Salzburg so beherrscht, kann man wirklich zufrieden sein“, resümierte Parits mit Freude.

14 Zähler in den jüngsten sechs Spielen (4-2-0) unter Trainer Herbert Gager können sich sehen lassen. „Das ist ein guter Schnitt. So wie wir uns präsentiert haben, war es auch für das Publikum ein super Spiel. So möchten wir unsere Mannschaft immer sehen“, wünscht sich der Vorstand, der überzeugt ist, dass mit einem solchen Auftreten das Saisonziel erreicht wird. „Die Marschroute stimmt“, stellte er nach dem Schlager zufrieden fest.

Man sei oben dabei und man dürfe nicht vergessen, dass der SV Grödig schon neun Punkte vor der Austria war und jetzt zwei Zähler hinter den Violetten ist. Trotzdem warnt Parits vor den kommenden Spielen am Sonntag in Ried (16:30 Uhr) und eine Woche später daheim gegen Rapid (15:00 Uhr). „Unsere Leistung gegen Salzburg soll ein Zeichen sein, dass wir in Zukunft wieder so spielen. Aber es wird sicher bis zum Schluss spannend bleiben“, glaubt der Sportvorstand.

Dessen Kollege von der Abteilung Wirtschaft war vom Sieg nicht ganz so überzeugt gewesen. „Wir haben uns durch das Momentum – der Gegner ist schon Meister und hat gefeiert – ein bisschen etwas ausgerechnet, so ehrlich müssen wir sein. Da fällt Druck ab, das haben wir vorige Saison selbst erlebt“, meinte Markus Kraetschmer. Trotzdem müsse man der Mannschaft für ihre tolle Leistung und ihr gezeigtes Potenzial gratulieren.

Ein Sonderlob sprach er auch Trainer Gager aus. „Mit einer im Vorfeld von manchen nicht ganz verstandenen Aufstellung hat er einen Schlüssel gefunden, wie der Meister in diesem Spiel zu knacken war. Die Spieler haben das perfekt umgesetzt, Hut ab“, befand der Ex-Banker in seiner Analyse. So einen Abend wie diesen müsse man genießen, da man in dieser Saison etliche bittere Tage erlebt habe.

Zeit zur Freude blieb freilich nur kurz. Gager hatte schon vor dem Hit gemeint, dass Ried um nichts leichter werde als Salzburg. Das sieht auch Kraetschmer so: „Vollkommen richtig, jetzt warten sieben Endspiele. Es gibt keinen Punkt zu verschenken, es ist extrem knapp.“ Von Rapid trennt uns nur ein Tor, Grödig ist lediglich zwei Punkte hinter uns und Ried ist de facto mit sieben Zählern auch nicht so weit entfernt. „Man muss auf alle Fälle aufpassen!“

Wenn die Mannschaft wolle, so der Finanzvorstand, dann könne sie auch etwas bewegen. Das gebe der ganzen Austria-Familie den Willen. „Das ist auch im Hinblick auf das Derby extrem wichtig. Jetzt werden sich viel Veilchen noch ein Ticket sichern“, hofft er wieder auf die Unterstützung des Publikums. „Das treibt die Mannschaft nach vorne, mit den Fans werden wir unsere Ziele erreichen.“

Happy nach dem Triumph über den neuen Meister waren natürlich auch die Spieler. „Solche Siege tun gut und sind für das Selbstvertrauen ganz wichtig. Wir wollen um jeden Preis international vertreten sein. Um das Ziel zu erreichen, dürfen wir nicht lockerlassen. Das war heute ein kräftiges Zeichen von unserer Seite, dass wir unbedingt dabei sein wollen und für den Klub alles geben“, versicherte Kapitän Manuel Ortlechner.

Von der besten Saisonleistung auf nationaler Ebene sprach Heinz Lindner. „Wir waren bis in die Haarspitzen motiviert, jeder einzelne Spieler hat 100 Prozent abgerufen, sonst wäre so ein Sieg nicht möglich. Drei Tore erzielen und keinen Treffer kassieren – das war sehr gut von uns. Wir sind als verdienter Sieger vom Platz gegangen“, fasste unser wieder fehlerlose Torhüter die 90 Minuten des „Meistertreffens“ zusammen.

Immerhin fügte der bisherige Champion dem neuen Titelträger in dessen ersten Pflichtspiel nach dem Meisterstück die höchste Niederlage seit dem 0:3 in Mattersburg am 6.11.2011 zu und ließ die Bullen zum ersten Mal nach 46 Bundesliga-Spielen seit dem 0:0 unserer Elf am 2.12.2012 in Salzburg über keinen Torerfolg jubeln.   

Einzelne Spieler herauszuheben, wäre nicht gerecht, die Mannschaft hat sich vielmehr ein Pauschallob verdient. „Definitiv, das war konstant gut“, meinte Lindner: „Wir haben den Salzburgern Respekt gezollt, für das, was sie geleistet haben – aber nur vor dem Spiel. Auf dem Platz war es dann anders, das hat man gesehen. Wir haben ihnen wenig Möglichkeiten zum Kombinieren gegeben.“

Dazu kam nach Lindners Ansicht die Aggressivität, die hervorragende taktische Einstellung mit einer Fünfer-Kette in der Abwehr und die hundertprozentige Umsetzung. „Wir haben das Zentrum sehr dicht gemacht. Und wenn wir Ballbesitz hatten, haben wir das schnell gespielt und die Chancen gut genützt. Das war heute das Geheimnis“.

Alex Gorgon, der das wichtige 1:0 durch Daniel Royer vorbereitet hatte, erzählte, dass man sich intensiv auf dieses Schlager-Spiel gegen Salzburg vorbereitet habe. „Die taktischen Überlegungen haben sehr gut gefruchtet, über 90 Minuten und nicht so wie in den vergangenen Partien nur über eine Hälfte.“ Eine solche Vorstellung wünschen sich alle vorerst nun auch in Ried.

 

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Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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