17.06.2014, 09:57 Uhr

CO-TRAINER GLIGOROSKI VERBINDET NAMEN AUSTRIA MIT TITELKAMPF

Co-Trainer Gligoroski verbindet Namen Austria mit Titelkampf

Mit großer Euphorie, vielen Ideen, eigener Philosophie und so mancher Neuerung hat unser neuer Co-Trainer Renato Gligoroski diese Woche die Arbeit in Favoriten aufgenommen. Eines stellte die rechte Hand von Neo-Chefcoach Gerald Baumgartner, den er schon im Frühjahr 2014 beim SKN St. Pölten unterstützt hat, gleich zu Beginn klar: "Der Name FK Austria Wien war und ist für mich immer mit dem Kampf um den Meistertitel verbunden!"

Daher müsse es in Zukunft einfach wieder so sein, dass der Verein mit seiner schönen Generali-Arena so lange wie möglich um den ersten Platz in der Tabelle mitspiele. „Das muss der Anspruch der Austria sein, dafür muss allerdings ein modernes Fußballkonzept mit der notwendigen Kontinuität implementiert und verfolgt werden, über Nacht geht das nicht. Man darf sich mittel- bis langfristig nicht mit dem Vizemeister zufriedengeben, sondern müsse Titel anstreben“, sagte der 37-Jährige, der in Wien geboren und aufgewachsen ist, aber mazedonische Wurzeln hat.

Mit Baumgartner, der 2013 den FC Pasching im Finale des ÖFB-Cups durch ein 1:0 über die Austria ins internationale Geschäft geführt hatte, gelang den Veilchen ein guter und erfolgversprechender Fang. „Der beste Cuptrainer ist jetzt beim besten Cupverein, das war eigentlich aufgelegt. Damit sind wir jetzt gut aufgestellt“, bemerkte Gligoroski, der heuer mit „seinem“ Chef und den St. Pöltenern auch im Cup-Endspiel stand, mit einem Lächeln.

„Rigo“, wie der Co auch genannt wird, analysierte die enttäuschende Austria-Saison 2013/14 mit dem undankbaren vierten Endrang aus der Distanz und meinte dazu: „Mir ist schon auch aufgefallen, dass anhand des Kaders viel mehr möglich sein müsste.“ Dass man nicht europäisch spiele und nicht auf dem „Stockerl“ stehe, würde der violetten Tradition und den Erwartungen nicht gerecht.

Der Vater eines Sohnes (Luka/3 ½ Jahre) und einer Tochter (Jana/1 ½ Jahre), der mit Kindern und Gattin Gabriela in Perchtoldsdorf wohnt, ist überzeugt, dass mit einem zielstrebigen, zukunftsweisenden Konzept der Erfolg an den Verteilerkreis zurückkehren könnte. Baumgartner und Gligoroski haben über die Art und Weise, wie man die Veilchen wieder zum Blühen bringt, in vielen Dingen sehr ähnliche Ansichten.

„Da ich vom Balkan bin, habe ich jedoch schon manchmal eine etwas andere Ansicht, wie das und jenes sein müsste oder was technisch möglich sein müsste. Diese unterschiedlichen Zugänge machen das Ganze aber auch sehr breit“, bemerkte dazu der Assistent, der im jungen Alter von 25 Jahren die UEFA-A-Trainerlizenz mit Auszeichnung erlangte. Das Wichtigste sei, dass man wisse, wie man die Austria spielen lassen wolle.

„Wir werden offensiv spielen. Das heißt für uns, dass wir nicht nur den Ball haben, sondern dass wir auch in der gegnerischen Hälfte die meiste Zeit der 90 Minuten spielen“, deutete „Rigo“ die Philosophie des neuen Trainergespanns für die violette Zukunft an. Druck aufbauen könne man in der gegnerischen Hälfte ebenfalls, wenn man den Ball nicht selber habe.

Bei Ballverlust nach vorne verteidigen, gleich attackieren, trachten den Ball sofort zurückzugewinnen, lautet die Marschroute. „Das ist für die Fans schön zum Anschauen und reduziert lasche Phasen in einem Spiel. Dazu muss man konditionell bis zum Schlusspfiff auf der Höhe sein“, erklärte der Baumgartner-Assistent, der insgesamt sieben Sprachen beherrscht.

Zu den Aufgaben Gligoroskis zählen die gemeinsamen Video-Analysen, die Vorbereitung der Trainingsinhalte und -steuerung sowie deren Ausführung. Dazu beschäftigt sich der frühere Mittelfeldspieler, der von 1995 bis 2011 u.a. bei VfB Admira Mödling, SC Ritzing und SC Perchtoldsdorf gespielt hat, welche Probleme man angreifen, wie man sie beheben soll, und über welchen Zeitraum man daran arbeitet und was man sich von den Konzepten erwarte.

Gligoroski möchte für die Spieler ein „Katalysator“, wie er sich selber bezeichnete, sein und ihnen bei ihrer Weiterentwicklung hilfreich sein. Das sei auch ein bisschen Mittel zum Selbstzweck. „Wir als Trainer kommen ja auch nur dann weiter, wenn wir die Spieler weiterbringen. Wir werden letztendlich daran gemessen, was die Spieler auf dem Platz im Match zeigen und nicht daran, wie gut wir mit ihnen im Training spielen“, sagt der Co.

Wie sehr vieles im Leben, versucht Gligoroski Dinge so zu analysieren, um den Kern der Sache zu treffen. „Nimmt man Ruhezeiten eines Spiels heraus, also wo nicht gespielt wird, dann merkt man, dass die Spielzeit maximal rund eine Stunde beträgt. Wenn 22 oder bis zu 28 Akteure auf dem Platz waren, das dividiert, sieht man erst, wie wenig ein Spieler wirklich am Ball war“, gibt der Nachfolger von Cem Sekerlioglu, der wieder seine wertvolle Tätigkeit in der Akademie aufnahm, zu bedenken.

Viele Trainer und Experten legen vielleicht mehr Wert darauf, ob einem Spieler in einem Match im Endeffekt durch einen Haken Entscheidendes gelingt. „Aber es ist genauso sehr wichtig“, meint Gligoroski, „was Spieler in der Zeit einer Partie machen, wenn sie nicht den Ball haben.“ Wie sollen Spieler also mit ihrer Zeit ohne Ballbesitz tun?

Das habe viel mit Taktik zu tun, antwortet der Baumgartner-Co: „Fußball ist ein taktischer Sport, das darf man nie vergessen. Weil so viele Akteure gleichzeitig auf einem großen Spielfeld sind, muss man überlegen, wo und welche Strategien man verfolgt, um in die Nähe des gegnerischen Tores zu kommen“, erklärt Gligoroski.

In seiner Brust schlagen übrigens zwei Herzen, die Liebe zum Fußball und das Interesse an der Wasserwirtschaft. Das Fach hat unser Co studiert, in diesem Bereich ist er selbständiger Ziviltechniker. Daher sieht der Ingenieur den Fußball so, dass er nicht mathematisch, sondern erklärbar wird. „Was erklärbar ist, sollte man analytisch angehen. Ich habe schon als Kind jene Leute als Akademiker angesehen, die schwierige Sachen so darstellen können, dass es einfache Menschen verstehen und nicht umgekehrt, dass man einfache Sachverhalte so verkompliziert, dass man sich selber nicht mehr auskennt.“

 

Linktipps:

+ Viola TV beim Trainingsauftakt

+ Trainingswoche 2: Mehr Umfang, mehr Tests

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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