22.04.2014, 08:46 Uhr

AUSTRIA PRÄGTE "40 JAHRE BUNDESLIGA" ALS REKORDMEISTER MIT

Austria prägte "40 Jahre Bundesliga" als Rekordmeister mit

Der Ostermontag 2014 war auch für den heimischen Fußball ein Feiertag. Die österreichische Bundesliga erblickte auf diesen Tag genau vor 40 Jahren das Licht der Welt. Am 21. April 1974 wurde mit überwältigender Mehrheit von 158:8 Stimmen von der ÖFB-Hauptversammlung die Einführung dieses Bewerbs als höchste Spielklasse beschlossen.

Seit der Gründung bestimmten die Austrianer im Laufe der Jahrzehnte das Geschehen der Profi-Liga auf und abseits des Rasens wesentlich mit. So sind die Veilchen seit Bestehen der Bundesliga mit 14 Titelgewinnen, der jüngst ist kein Jahr alt, der Rekordmeister. Und im aktuellen Gremium des Bundesliga-Aufsichtsrates ist der violette Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer erster Vizepräsident.

In der ersten Bundesliga-Saison 1974/75 sicherte sich SSW Innsbruck, der heutige FC Wacker und damit der kommende Austria-Gegner (Samstag, 19:00 Uhr im Tivoli-Stadion), den Meistertitel. Aber danach stand die Punktekampagne im Zeichen der Veilchen, die von Mitte der 70er bis Mitte der 80er Jahre den Bewerb klar beherrschte.

Die Violetten lösten die Tiroler 1976 ab, die zunächst ihrerseits 1977 wieder die Regentschaft antraten. Die Wiener kürten sich dann aber von 1978 bis 1982 und sowie von 1984 bis 1986 insgesamt sieben Mal zum Titelträger. Viermal in Serie hat bis heute kein anderen Verein auf seiner Visitenkarte stehen. Einen „Hattrick“ schaffte neben der Austria (auch von 1991 bis 1993) auch nur Innsbruck (2000 bis 2002).

Beendet wurde die Tiroler Dominanz durch die eigene Insolvenz nach dem Titel im Jahr 2002. Im neuen Jahrtausend verewigte sich dafür der Grazer AK 2004 als sechster und bisher jüngster Debütant auf dem Meisterteller der höchsten Spielklasse. Leider mussten auch die Steirer später ebenfalls die Insolvenz anmelden und in den „Keller“.

Während die Austria den wirtschaftlichen Turnaround nach der Magna- und Stronach-Ära (Meister 2003, 2006, Cup 2003, 2005, 2006, 2007 sowie UEFA-Cup-Viertelfinale 2004/05) schaffte, wurde vor neun Jahren mit Red Bull eine anderes Bundesliga-Zeitalter angepfiffen. Der Getränke-Erzeuger übernahm 2005 den SV Austria Salzburg.

Seither hat dieses Engagement den Klubfußball mitbestimmt. In den neun Spieljahren ging die Trophäe fünfmal in die Festspielstädter. Was die Wiener Austria im Herbst 2013 erreicht hat, nämlich den erstmaligen Einzug in die Gruppenphase der europäischen Champions League, könnten die Salzburger in diesem Jahr nachmachen.

Die Einführung der Bundesliga und damit eine erste gänzliche Reform seit 1945 war im April 1974 aus sportlichen Gründen, aber vor allem aus wirtschaftlichen Überlegungen erfolgt. Die wesentlichste Änderung betraf die höchste Spielklasse, die 1973/74 noch von 17 Vereinen gebildet und in der Folge auf eine Zehnerliga reduziert wurde. Im Sommer 1974 mussten neben drei Fixabsteigern noch vier weitere Klubs runter.

Auch die übrigens Spielklassen waren von der Reform natürlich betroffen. Die Spitzenvereine der Regionalligen blieben zweitklassig und wurden zur ersten österreichweiten Spielklasse namens Nationalliga, die in ihrer ersten Auflage 14 Klubs umfasste, vereint. Der Rest spielte drittklassig.

Schon ein Jahr nach der großen Reform, in der Saison 1975/76, wurde die erste Namensänderung beschlossen. Die höchste Spielklasse hieß fortan bis 1993 1. Division. Die 1980er Jahre beherrschten Austria und Rapid, die fünf- bzw. viermal Erster waren. In diese Epoche fiel der Hattrick (1985 bis 1987) von Austria-Torjäger Toni Polster. Dieser Dreierpack ist bis jetzt unerreicht geblieben.

Die Dominanz der beiden Wiener Vereine wurde erst 1989 vom FC Tirol unter Trainer-Legende Ernst Happel beendet. In den 80er Jahren fand eine neuerliche Änderung mit der Aufstockung auf 16 Klubs (1982 bis 1985) statt. Ab 1985/86 kam es dann zu einem Play-off-System, wobei erste und zweite Division nach 22 Runden zu einer Zwölferliga verschmolzen. Bis 1993 wurde so der Meister ermittelt.

Seit 1993/94 wird trotz etlicher Widerstände und Aufstockungsversuche die Titeljagd im heutigen aktuellen Modus ausgetragen. Es tat sich dennoch abseits des Rasen einiges. Am 17.11.1991 konstituierte sich die Bundesliga als eigenständiger Verband und am 1.12.1991 wurde dieser als 10. Ordentliches Mitglied in den ÖFB aufgenommen.

Damit war der Fortbestand der 1. Division, die ab 1993/94 wieder zur Bundesliga wurde, gesichert. Drei Jahre später, 1997, wurde ein weiterer Meilenstein in der Liga-Geschichte gesetzt, in dem man der Wirtschaft die Tür zum heimischen Spitzenfußball in Form des ersten Bewerbssponsors öffnete.

Die 90er Dekade stand im Zeichen der violetten Namensvetter aus Wien und Salzburg. Die Hauptstädter triumphierten ebenso dreimal (1991, 1992, 1993) wie die Festspielstädter (1994, 1995, 1997). Höhepunkt dieses Duells war das erste echte Endspiel der Bundesliga um den Titel. Dieses Finale wurde am 3. Juni 1992 im damaligen Prater-Stadion ausgetragen und brachte einen 2:1-Erfolg der Favoritner.

Die Tore der Veilchen, die mit Franz Wohlfahrt, Manfred Zsak, Peter Stöger usw. angetreten waren, erzielten Andreas Ogris (21.) und Toni Pfeffer (57.) vor rund 40.000 Zuschauern. Gar 48.000 Besucher, was bis heute eine Bundesliga-Rekordkulisse bedeutet, wohnten am 1. Juni 1996 im Prater dem Duell um die Titelkrone zwischen Rapid und Sturm Graz bei, das die Wiener 2:0 für sich entschieden.

Meister seit Einführung der Bundesliga 1974/75 (plus jüngster Titelgewinn):
14 x FK Austria Wien (2013)
8 x FC Salzburg (2014/früher Austria und SV Salzburg)
7 x Wacker Innsbruck (2002/früher SSW, FCS Tirol und FC Innsbruck)
7 x SK Rapid Wien (2008)
3 x SK Sturm Graz (2011)
1 x Grazer AK (2004)

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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