17.03.2014, 14:45 Uhr

AUSTRIA MIT NEUEM BUNDESLIGA-SPONSOR "TIPICO" ZUFRIEDEN

Austria mit neuem Bundesliga-Sponsor "tipico" zufrieden

Aus der „tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile“ wird ab der Fußball-Saison 2014/15 die „tipico-Bundesliga“. Der entsprechende Vertrag mit dem deutschen Unternehmen, zu dem die Klubkonferenz der obersten BL-Spielklasse Anfang März anlässlich des Länderspiels Österreich – Uruguay (1:1) in Klagenfurt grünes Licht gegeben hat, gilt nur für die höchste Spielklasse und ist bis Sommer 2017 befristet.

„Es war nach einer intensiven Diskussion und einigen Detailabstimmungen mit kritischem Hinterfragen von einigen Klubs ein einhelliger Beschluss und das freut uns sehr“, sagte Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer zur der Namensänderung des Bewerbssponsors. Der 42-Jährige, der auch Vizepräsident des Bundesliga-Aufsichtsrates ist, war seit einigen Wochen über den Stand der Gespräche informiert.

Das neue Bundesliga-Vorstands-Duo Christian Ebenbauer/Reinhard Herovits habe in den Wochen vor dem Beschluss sehr intensiv die Gespräche vorangetrieben. „Sodass es zu einem letztlich sehr guten Vorschlag kam, der im Sinne der gesamten Bundesliga ist, da hiervon auch die Klubs der zweiten Spielklasse finanziell profitieren werden. Es wurde ein neuer Namensgeber für die oberste Spielklasse gefunden und es bleibt tipp3 als langjähriger Partner, auch wenn nicht mehr in dem Umfang wie bisher, der Bundesliga erhalten. Darüber hinaus besteht weiterhin die Option, einen Namensgeber für die zweite Spielklasse zu finden“, meinte Kraetschmer zufrieden.

Das Sponsorpaket in dieser Form abzuschließen war sehr wichtig für die einzelnen Klubs, weil sie zum Teil parallel mit anderen Wettanbietern kooperieren. „Es gibt keine Exklusivität und daher auch keine Einschränkungen für andere, bestehende Verträge oder laufende Gespräche für Neuabschlüsse. Deshalb ist dieses Gesamtkonstrukt, auch die monetäre Tangente betreffend, ein sehr guter Vorschlag gewesen. Gratulation an den Bundesliga-Vorstand!“, zeigt er sich erfreut.

Zu der Vermutung, dass tipp3 und T-Mobile gemeinsam pro Jahr bisher rund drei Millionen Euro zugeschossen haben, aber tipico künftig weniger zahlen soll, äußerte sich Kraetschmer nicht: „Über Zahlen sprechen wir nicht in der Öffentlichkeit, weil wir uns zum vertraglichen Stillschweigen verpflichtet haben.“ Außerdem seien die Konstruktionen der beiden Kontrakte nur „bedingt“ miteinander vergleichbar.

„Ohne Summen zu nennen, hat das Paket von tipp3 und T-Mobile einerseits auch viele individuelle Vereinbarungen auf Klubebene umfasst, andererseits auch umfangreiche Sachleistungen enthalten (z.B. Freiminuten bei Mobilfunkpartner T-Mobile), die in die kolportierten Gesamterlöse hineingerechnet wurden. Die Vereinbarung mit tipico ist hingegen ein klarer Vertrag zwischen der Liga als Zentrale und dem Partner. Wenn man diese Aspekte vernünftig in die Vergleichsberechnung einfließen lässt, dann ist das tipico-Paket ein guter Deal“, erklärte der violette Austria-Finanzchef. Ebenso ist Kraetschmer stolz, dass es gelungen ist, mit „T-Mobile“ die Zusammenarbeit mit den Veilchen auch in den nächsten beiden Saisonen fortzusetzen!

Er bestätigte, dass der Bundesliga über eine Agentur im Dezember 2013 vor der heimischen Wettfirma „bet-at-home“, die seit vielen Jahren in der Generali-Arena ein treuer Partner der Austria ist, ebenfalls ein Angebot vorgelegen war. Auch dieses Offert sei nur bedingt vergleichbar gewesen, da bet-at-home bzw. die Agentur damals für beide Leistungsstufen ein Angebot gelegt hat, das wesentlich mehr Leistungen von den Klubs verlangt habe, die jedoch auch an Dritte vergeben waren, erzählt Kraetschmer. „Dazu kamen dann entsprechende Exklusivitätsklauseln. Obwohl die Gesamtsumme des Vertrages höher war,  wurde daher das Angebot von allen BL-Klubs in einer gemeinsamen Klubkonferenz der ersten und zweiten Leistungsstufe nicht angenommen.“

Die bisherigen BL-Verträge mit den Partnern „tipp 3“ und „T-Mobile“, die in bestehender Form nicht mehr verlängern wollten, laufen im Sommer 2014 aus. Die Entscheidung pro „tipico“ ist eindeutig gefallen, daher ist es müßig, die Was-wäre-wenn-Diskussion zu führen. Man musste sich vielmehr damit beschäftigen, was der Markt hergibt.

„Und der Markt hat dieses Angebot offeriert, die Details wurden vom BL-Vorstand sehr gut verhandelt. Daher waren wir in der Lage, auch im Hinblick auf die sehr wichtige, bevorstehende Lizenzierung, diesen Abschluss für die erste Leistungsstufe zu tätigen. Für die zweite Spielklasse laufen die Gespräche, ich bin zuversichtlich, dass auch hier noch vor dem Sommer ein neuer Partner gefunden wird“, erklärte Kraetschmer.

Entschieden tritt er jenen Kritikern entgegen, die die Ansicht vertreten, ein Wettanbieter als Bewerbssponsor könnte gerade durch den aktuellen „Fall Taboga/Kuljic“ ein schlechtes Licht auf die Liga werfen. „Das halte ich für eine Pharisäer-Diskussion, diese Fragestellung ist nicht wirklich realistisch.“

Die Bundesliga hat schon im Herbst klargemacht, dass die Wettanbieter sehr wichtige Sponsoren der Klubs sind, die sich in einem intensiven Wettbewerbsmarkt bewegen und selbst Geschädigte der aufgezeigten Manipulationen sind. „Für sie ist der Fußball ein sehr wichtiger Partner“, betonte Kraetschmer und wies in diesem Zusammenhang auf die eingeschlagene Schiene der präventiven Arbeit, beginnenden in den Akademien, hin.

Dabei wird eindringlich darauf hingewiesen, wozu Wettbetrug, Spielmanipulationen führen können. Das sei aber keineswegs ein heimisches Spezifikum. Die Bundesliga ist Gründungsmitglied der Gesellschaft „Play Fair Code“, die Schulungen in den Akademien und den Profiteams durchführt, entsprechende Erklärungen von allen Vertragsspielern wurden noch im Dezember 2013 eingeholt. „Dazu haben wir nochmals die Spielerverträge mit einer Verschärfung der Klauseln zum Thema Wetten angepasst.“

Diese Punkte umfasse die präventive Arbeit, aber für Kraetschmer gilt es auf der anderen Seite einen weiteren Aspekt nicht zu vergessen. „Durch Aktionen wie von Taboga und anderen werden auch die Wettanbieter geschädigt. Sie sind ganz wichtige Geschäftspartner für die Bundesliga-Vereine, beide Seiten können nur das Interesse haben, dass alles im Rahmen der rechtlichen Rahmenbedingungen korrekt abläuft!“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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