25.03.2014, 12:02 Uhr

AUSTRIA BITTET SEINEN TITEL-NACHFOLGER ZUM SPITZENTANZ

Austria bittet seinen Titel-Nachfolger zum Spitzentanz

Der Zufall spielte in der 29. Runde der tipp3-Bundesliga geschickt Regie: Titelverteidiger FK Austria Wien bittet seinen Nachfolger in dessen erstem Spiel als neuer Titelträger zum Spitzentanz. Seit vergangenem Sonntag ist Salzburg ja auch rechnerisch nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen. Am Mittwoch (20:30 Uhr) kommen die „Bullen“ in die Generali Arena, wo die Veilchen auf die Unterstützung ihrer Fans und das Ende der Siegesserie des Gegners hoffen.

Die Rollen vor dem Hit sind klar verteilt. Die Salzburger seien bärenstark und wenn man so sagen wolle, auch am Verteilerkreis der Favorit, meint unser junges Tormann-Talent Osman Hadzikic stellvertretend für seine Kameraden und fügte hinzu: „Aber ich glaube, wir brauchen uns vor keinem Gegner zu verstecken.“ Man habe gegen jede Mannschaft eine Chance, man müsse kämpfen und wenn man kämpfe, dann werde man auch oft belohnt.

Der 18-Jährige wurde durch den kommenden Gegner bestätigt. „Ossi“ war sich sicher gewesen, dass Salzburg gegen den FC Basel in der Europa League aufsteigen würde und wurde letztlich eines Besseren belehrt. Damit blieb die Austria weiterhin jener ÖFB-Verein, der zuletzt in einem Europacup-Viertelfinale (im Frühjahr 2005 gegen FC Parma) stand.

Auch Manuel Ortlechner hatte den „Bullen“ gegen die Schweizer fest die Daumen gedrückt. In der Hoffnung, dass die international gezeigten Leistungen und der Aufstieg dem ganzen heimischen Fußball zugute kommen würde. Es kam aber anders. Nun geht es wieder um den Alltag und da gibt der Kapitän zu: „In der Liga würden wir Salzburg schon sehr gerne schlagen!“ Es ist ja auch schon lange her, dass die Austria die Festspielstädter besiegt hat.

„Nichtsdestotrotz“, sagt Ortlechner, „haben wir mit Ausnahme der zwei jüngsten Spiele in Salzburg (Anm.: 1:5 am 27.7.2013 und 0:4 am 15.12.2013) immer ganz gute Leistungen gegen sie geboten.“ Er erinnert da besonders an unsere Meistersaison, als wir im Frühjahr 2013 (31.3.) in der Generali-Arena ein 1:1 erreichten. „Da haben wir die erste Hälfte dominiert, das ist noch nicht einmal so lange her.“

Aber es sei schon so, dass die Austria eine Topleistung abrufen müsse, damit man gegen die Salzburger bestehen und gar gewinnen könne. „Sie sind natürlich Favorit, sie spielen eine Traumsaison. Das haben sie nicht nur in Österreich, sondern auch auf internationaler Ebene gezeigt. Das muss man anerkennen und respektieren, das machen wir auch als Austria.“

Orti „will noch ein oder zwei Jahre spielen, wenn es der Körper zulässt“. Weil ihm nichts mehr Spaß macht als Fußball zu spielen, wie er in einem Sky-Interview versicherte. Im Sommer müsse man sich aber ansehen, ob seine Back-Up-Rolle, mit der er sich überhaupt nicht abfinden könne, Zukunft habe.

Privat ist die Zukunft des Innenverteidigers in groben Zügen hingegen festgelegt. „Natürlich gibt es auch bei uns diesbezügliche Überlegungen, nur sollten sie auch in die Karriereplanung der Frau reinpassen. Da geht es nicht so sehr um mich“, antwortet er auf die Frage, ob es so wie derzeit im Hause Gorgon bald Nachwuchs in der violetten Familie gebe.

Seine langjährige Freundin Kerstin, die er im Vorjahr geheiratet hat, ist Ärztin. „Sie ist sehr fleißig und befindet sich gerade in der Fachausbildung Dermatologie und hat im Oktober/November eine größere Prüfung. Wenn dann alles in geregelten Bahnen läuft, kann man über Nachwuchs sprechen. Aber das ist auf alle Fälle ein Thema. Auch wir wollen Kinder haben“, erklärt Familien-Mensch Ortlechner.

Zurück zum Salzburg-Spiel: Die Violetten sind gegen den überlegenen Tabellenführer seit neun Liga-Spielen (0-3-6/3:20 Tore) oder seit 2.10.2011 (3:2 daheim durch ein Tor per Flachschuss von Alex Grünwald in der 92. Minute) ohne Sieg und haben zuletzt vier Niederlagen in Folge kassiert. Ob diese Serie ein Ende findet und der Lauf unter Neo-Trainer Herbert Gager, der nach fünf Partien (3-2-0) ungeschlagen ist, prolongiert wird?

Ein positives Resultat wäre in unserem Kampf um einen Europacup-Start 2014/15 Goldes wert. Denn nach den „Bullen“ warten mit SV Ried (auswärts) und Rapid (daheim) „Tage der Wahrheit“. Mit zwei Rivalen als Gegner um die „internationalen“ Plätze hinter den Salzburgern. SV Grödig (43 Punkte) ist Zweiter, dahinter folgen Rapid (42/46:35), Austria (42/45:35) und Ried (35) ist schon etwas distanziert.

Um gegen den überlegenen Spitzenreiter eine Chance zu haben, muss im violetten Spiel alles passen. Von der Kulisse bis zur Tagesform jedes einzelnen Akteurs. Auf jeden Fall ist eine Steigerung gegenüber dem Match gegen die Admira vonnöten. „Die Erwartungen waren drei Punkte, die haben wir dort erfüllt. Wie wir dazu gekommen sind, damit können wir nicht ganz zufrieden sein“, gibt Torhüter Heinz Lindner zu.

Seiner Ansicht nach müsse die Austria in spielerischer Hinsicht besser sein. „Wir können es, beweisen es jeden Tag im Training, nun müssen wir es im Spiel rüberbringen“, appelliert unser in der Südstadt starker Schlussmann. Der Oberösterreicher hatte gegen die Admira vor der Pause eine „sehr gut spielende“ Austria als Team gesehen, das mit einer Traumkombination zum Goldtor belohnt wurde.

Der Spanier David de Paula hatte die Aktion nach einer halben Stunde selbst mit einem Zuspiel eingeleitet und sie nach Stanglpass Philipp Hosiners auch abgeschlossen. Aber in den zweiten 45 Minuten, so Lindner, habe man nicht mehr das geschafft, was man teilweise vorher mit guten Kombinationen gezeigt habe. „Da müssen wir schauen, dass wir konstant über 90 Minuten versuchen, diese Leistung abzurufen.“ Vielleicht gelingt es schon im Schlager.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 8 17
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 8 15
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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