20.03.2014, 07:54 Uhr

"GESETZESBRUCH IM STADION IST KEIN KAVALIERSDELIKT"

"Gesetzesbruch im Stadion ist kein Kavaliersdelikt"

Fünf Punkte und die unter anderem daraus resultierenden finanziellen Einnahmen konnte der FK Austria Wien auf UEFA-Champions-League-Ebene in Herbst 2013 verbuchen. Doch nicht nur auf der Haben-Seite scheint aus diesem Zeitraum ein hoher Betrag auf. „Wir befinden uns jetzt in der Endabarbeitung der Champions-League-Saison. Eines der Themen, das noch zu finalisieren ist, ist die Abarbeitung der Geldstrafen“, erklärt AG-Finanz-Vorstand Markus Kraetschmer.

Für Fehlverhalten - seien sie sportlicher, organisatorischer oder fantechnischer Natur - in vier Partien, nämlich gegen Hafnarfjördur (a), Dinamo Zagreb (h), Atletico Madrid (h) und Zenit St. Petersburg (h), wird die Austria ob der rigorosen Richtlinien der UEFA "sicherlich" mit einer Gesamtstrafe  in sechsstelliger Höhe belangt. „Einzig die Sanktionen für das Heimspiel gegen Zenit können noch nicht endgültig beziffert werden.“

So vorbildlich und Champions-League-würdig sich der überwiegende Großteil – zu den drei Heimspielen in der Gruppenphase pilgerten im Durchschnitt über 40.000 Personen pro Spiel – der Stadionbesucher verhielt, Einzelpersonen haben dem Klub mit ihren vorsätzlichen Vergehen dennoch Schaden zugefügt und verursachten damit einen Großteil der Gesamtstrafe.

„Egal ob wir von Flitzern, Personen mit Pyro-Wurfgeschossen oder unerlaubten Transparenten, die gegen das Diskriminierungs-Regulativ verstoßen, sprechen – es gibt klare Rahmenbedingungen, einerseits durch die gesetzlichen und behördlichen Vorgaben, andererseits durch die strengen UEFA-Richtlinien, die für alle Wettbewerbsteilnehmer gelten. Nur weil ein Gesetzesbruch im Stadion begangen wird, ist das kein Kavaliersdelikt. Es kann nicht sein, dass die Verantwortung und damit verbunden die daraus resultierende Bestrafung ständig an jemand anderes abgetreten werden kann“ hält Kraetschmer fest. „Was mich besonders ärgert, ist, dass durch solche Strafen völlig unnötig Gelder ausgegeben werden, die viel sinnvoller in andere Projekte investiert werden könnten. Auch das wollen wir mit dieser Vorgangsweise klarmachen und bei dem einem oder anderen für die Zukunft ein Umdenken bewirken.“

Die Austria hat daher in bis dato drei Fällen Regressforderungen gestellt, es können aber nach der endgültigen Aufarbeitung der Vorfälle beim Zenit-Spiel noch weitere folgen. „Unsere Grundsatzlinie ist, dass wir gegen einzelne Personen vorgehen, wenn ihnen eindeutig die vorsätzliche Schädigung der Austria nachgewiesen werden kann. Im Fall des Flitzers wurde beispielsweise der Täter identifiziert und auf Basis der Urteilsausfertigung der UEFA von unserem Anwalt mit der Höhe der Einzelstrafe für dieses Vergehen konfrontiert.“ Kraetschmer streicht hervor, dass irrelevant sei, ob die betroffene Person Teil eines Fanklubs sei oder nicht, Strafen nicht willkürlich ausgesprochen werden.

Der Klub schließt dabei nicht aus, dass die Strafe zum Beispiel in gemeinnützige Arbeit umgewandelt werden kann. „Das machen wir in erster Linie von der Qualität der Kommunikation mit den ausgeforschten Personen sowie von der Höhe der Strafe abhängig. Die Person muss einsehen, dass sie einen Fehler gemacht hat und damit der Austria (finanziellen) Schaden zugefügt hat, dazu stehen und mit uns sprechen, wie das wieder gut gemacht werden kann. Denn Faktum ist, dass wir diese Strafen zahlen müssen und sie zum Teil auch schon bezahlt haben."

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 17 36
2. SK Puntigamer Sturm Graz 17 33
3. FC Red Bull Salzburg 17 31
4. FK Austria Wien 17 31
5. RZ Pellets WAC 17 22
6. FC Admira Wacker Mödling 17 22
7. SK Rapid Wien 17 21
8. SV Guntamatic Ried 17 17
9. SKN St. Pölten 17 14
10. SV Mattersburg 17 11
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