12.12.2013, 14:29 Uhr

ZUM CHAMPIONS-LEAGUE-ABSCHIED GELANG NOCHMALS HISTORISCHES

Zum Champions-League-Abschied gelang nochmals Historisches

Ende gut alles gut! Die erste Champions-League-Reise des FK Austria Wien klang am Mittwochabend mit einer historischen Bilderbuchlandung aus. Mit dem 4:1 im Happel-Stadion gegen Zenit St. Petersburg schrieben die Veilchen ein weiteres großes Kapitel ihrer Vereinschronik. Es war nicht nur unser erster volle Erfolg, sondern gleichzeitig auch der neunte und höchste österreichische Sieg in der „Königsklasse“!

 
Vier Tore in einem Spiel zur Eliteliga gelangen in bis dahin 47 Partien mit rot-weiß-roter Beteiligung noch keinem ÖFB-Klub. Dementsprechend feierten die Viola-Fans unter den 37.500 Zuschauern den Champions League-Debütanten nach dem Schlusspfiff frenetisch und ausgelassen. In den Katakomben des Prater-Ovals hallten die in der Austria-Kabine angestimmten Jubelgesänge noch lange nach.

 
„Es ist uns das gelungen, von dem wir alle geträumt haben. Mich freut, dass wir mit vier Toren zum Abschluss ein Fußballfest für die Austria-Familie feiern konnten. Es ist ein toller Sieg für die Mannschaft, für den gesamten Verein und dessen Entwicklung“, resümierte unser AG-Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer, der vor Vorliegen endgültiger Bilanzen mit  einer Brutto-Einnahme von knapp über 15 Mio. Euro rechnete.

 
Philipp Hosiner, der mehr Probleme mit der Doping-Probe nach dem Match als zuvor mit dem Toreschießen hatte, war mit zwei Treffer und einem Assists der „Mann des Abends“. Der Sieg sei wunderschön, man habe auch für die Fans gewinnen wollen. „Wir haben alles gegeben und eine gute Leistung geboten, wir sind glücklich. Es ist ein tolles Gefühl, auch wenn der Sieg vielleicht ein bisschen zu hoch ausgefallen ist“, meinte der Stürmer.

 
Der Burgenländer hatte in den fünf Gruppen-Spielen vorher schone einige Chancen gehabt. „Da habe ich ein paar Mal Pech gehabt oder aber habe ich vergeben. Es war schon Zeit mit meinem ersten Champions-League-Tor. Ich bin stolz heute getroffen zu haben und darauf, dass fünf Punkte gemacht haben. Das 4:1 ist phantastisch, für alle, für den ganzen österreichischen Fußball“, sagte Hosiner. Man habe in den vier Spielen gegen Zenit und FC Porto gezeigt, dass man mithalten könne. „Atletico war eine Nummer zu groß für uns.“

 
Die Tatsache, dass wir letztlich mit fünf Punkten als bester Tabellenvierter aller acht Gruppen ausschieden, empfand nicht nur er als negativen Beigeschmack. „Dass Atletico Madrid nicht alle sechs Spiele ganz ernst genommen, in St. Petersburg einige Stars geschont hat und durch ein kurioses Eigentor 1:1 gespielt hat, ist für uns sehr bitter“, meinte Hosiner,  der als vierter Österreicher nach Schopp, Kocijan und Pfeifenberger in der Champions League im Doppelpack getroffen hat.

 
Komplimente sprach Luciano Spalletti, der Trainer des FC Zenit, den Gastgebern aus. „Nach dieser Leistung hätte sich die Austria eine bessere Platzierung verdient“, erklärte der Italiener des russischen Vizemeisters, der als Zweite mit sechs Zählern hinter Atletico den Achtelfinal-Aufstieg schaffte. Dass seinen Spieler in der Pause den Zwischenstand des Parallel-Spiels Atletico – FC Porto (2:0) erfahren hatten, habe der Leistung seiner Elf nicht gutgetan.

 
Wehmut, den dritten Platz und damit das Überwintern in der Europa League nur aufgrund der direkten Duelle mit FC Porto verpasst zu haben, hielt sich in unserem Lager in Grenzen. „Wir sollten uns nicht ärgern oder gar böse sein. Natürlich ist es schade, dass es am Ende so knapp war. Wir wollten im letzten Spiel unbedingt einen Sieg und unseren Fans, die uns unterstützt und viele Kilometer auf sich genommen haben, damit etwas zurückgeben. Wir sind alle stolz, dass uns das gelungen ist“, sagte Markus Suttner.

 
Wenn Marko Stankovic jemand gesagt hätte, die Austria würde in der Gruppe fünf Zähler machen, hätte er sofort unterschrieben. Aber das Out im Europacup schmeckte ihm als natürlich nicht. „Der Ehrgeiz verbietet uns, dass wir mit dem vierten Platz zufrieden sind. Angesichts wie wir gegen Zenit gespielt haben, sind wir aber absolut zufrieden mit dem Abschneiden“, meinte der Offensivgeist. Für ihn sei ein Kindertraum mit der Teilnahme an der Champions League in Erfüllung gegangen, den man wieder erleben wolle.

 
Heinz Lindner, der nach dem 5. Gruppenspiel (1:1 in Porto) von der  UEFA in die „Elf der Runde“ gestellt worden war und auch diesmal ein sicherer Rückhalt war, schlug in die gleiche Kerbe: „Wir wollen im nächsten Jahr wieder in der Champions League dabei sein, weil es ein unglaubliches Gefühl ist, da mitzuspielen. Es lohnt sich dafür hart zu arbeiten,“, sagte unser Tormann, der von einem gelungenen Abschied aus der „Königsklasse“ sprach und froh ist, dass es vor den eigenen Fans, die die Veilchen gepusht haben, gelungen sei. „Dafür haben wir alles gegeben und es hat ganz super geklappt. Es war einfach genial!“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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