Akademie 06.09.2013, 11:28 Uhr

YOUTH LEAGUE: EINE UNBEZAHLBARE ERFAHRUNG IM KONZERT DER GROßEN

Youth League: Eine unbezahlbare Erfahrung im Konzert der Großen

Der erstmalige Einzug in die Gruppenphase der Champions League lässt alle Veilchen-Herzen höher schlagen und gleichermaßen große Vorfreude in der Nachwuchsabteilung des FK Austria Wien aufkommen. Denn dank Heinz Linder, Philipp Hosiner und Co. haben sich auch unsere jüngeren Talente für die Premiere der „UEFA Youth League“ qualifiziert. Diese erste Ausgabe wird parallel zu den Profis von den 32 Klubs der „Königsklasse“  bestritten.

 
Die Youngsters treten dabei in jenen Gruppen in Hin- und Rückspielen an, gegen die auch die Großen Ende August in Monte Carlo ausgelost wurden. Austrias Akademiker messen sich also mit dem FC Porto, Atletico Madrid und Zenit St. Petersburg. Die Partien finden an denselben Tagen wie die Profis statt, wobei unsere Heimspiele jeweils an den Vormittagen in der Generali-Arena ausgetragen werden. Ab Abend werden dann die Burschen gemeinsam die Champions-League-Spiele im Stadion anschauen.

 
„Das ist ein ganz toller Bewerb, den die UEFA ins Leben gerufen hat“, sagte Ralf Muhr, der Sportliche Akademie- und Nachwuchs-Leiter der Austria. Da bekommen die Jungen, die mit der Kampfmannschaft auch zu den Spielen im Ausland im selben Flugzeug fliegen, die Atmosphäre der großen Fußball-Welt hautnah mit und werden Zeugen, was in ihrer eigenen Karriere noch möglich sein könnte. „Das ist eine riesige Herausforderung und eine ebenso große Erfahrung für die jungen Spieler“, betonte Muhr.

 
Sämtliche Kosten für Reisen und Hotels der Delegationen werden für 18 Akteure plus sechs Offizielle pro Verein übrigens vom Europa-Verband (UEFA) übernommen. Dazu werden internationale Schiedsrichter, je ein UEFA-Spielbeobachter und Referee-Überwacher kostenlos bereitgestellt. Nur den vierten Offiziellen Unparteiischen an der Seitenlinie stellt der Gastverein. Nur für organisatorische Ausgaben, die bei der Austragung eines Spiels anfallen, hat ebenfalls der Heimklub zu sorgen.

 
„Das ist eine unheimliche Aufwertung unserer Akademie sowie für die Spieler und deren Entwicklung eine unbezahlbare Erfahrung, sich mit den Besten in Europa zu messen. Die Jungs können Luft schnuppern, wie der Wind bei den Großen bläst. Das wird für sie eine auch große Motivation sein“, erklärte AG-Sportvorstand Thomas Parits. Das sei, ergänzte Muhr, auch schon in dieser Altersstufe und vom Rundherum mit einem „normalen heimischen Meisterschaftsspiel“ überhaupt nicht zu vergleichen.

 
Im Gegensatz zu den Profis gibt es in der neuen, europäischen Jugendliga keine finanziellen Prämien. Freilich erhält der Sieger, der am 14. April im Colovray-Stadion der Schweizer Stadt Nyon am Genfer See ermittelt wird, wie die Profis eine riesigen Trophäe überreicht, die nach dem früheren schwedischen UEFA-Präsidenten Lennart-Johansson benannt ist.

 
Sollten Hosiner und Kollegen nach der Gruppenphase der Champions League ausscheiden oder als Pool-Dritter in die Europa League wechseln, bedeutet das nicht das automatische Aus für den eigenen Nachwuchs in der Youth League. „Der Bewerb ist sportlich nicht mit den Profis gekoppelt, die Nachwuchsteams können in der K.O.-Phase bis ins Endspiel kommen“, erklärte Muhr, dessen Schützlinge mit einem Handicap ins das Turnier starten werden.

 
Weil es in Österreich keinen Unter-19-Bewerb (Stichtag 1. Jänner 1995 und jünger) gibt, muss die Austria mit einer Mischung aus U18- und Amateur-Spielern die Premiere in Angriff nehmen. „Wir haben nur noch wenige U19-Spieler in unserem Verein, daher werden wir eine sehr junge Mannschaft stellen müssen“, sagte der AKA-Chef zur Personal, das von unserem erfolgreichen Amateur-Trainer Herbert Gager gecoacht werden wird.

 
Im Altersunterschied sieht Austria-Ikone Herbert Prohaksa „vielleicht einen Nachteil“ der Veilchen. „Es kann schon einen Unterschied ausmachen, auf diesem Niveau gegen Teams anzutreten, die ein Jahr älter sind“, bemerkte der Ex-Teamchef.

 
Muhr gab zu, dass es gegen Top-Mannschaften aus Portugal, Spanien und Russland nicht leicht werden würde. „Wir werden uns trotz des Handicaps des Alters so teuer wie möglich verkaufen“, versprach der Sportliche Leiter und sieht der Premieren-Ausgabe der neuen europäischen Nachwuchs-Liga mit großer Vorfreude entgegen. „Wenn alle fit, gut vorbereitet und eingestellt sind, glaube ich, dass wir durchaus eine gute Rolle spielen werden“, meinte er und vertraut ganz auf Gager.

 
Spiele der „UEFA Youth League“ werden übrigens von Spartenkanal Eurosport live im TV übertragen. Die Austria wird in der Gruppenphase nach Angaben Muhrs dabei nicht im Bild sein, dies könnte sich jedoch im Falle des Aufstiegs ins Achtelfinale schlagartig ändern. Doch der AKA-Chef bleib Realist: „Wir sind analog zu den Profis krasser Außenseiter.“ Im Vorjahr, als einige  Großklubs das Turnier „Next Generation Trophy“ organisierten, zählte der Österreicher Lukas Spendlhofer mit Inter Mailand (nun an Varese in Italiens Serie B verliehen) zu den Siegern.

 
Terminplan der sechs Austria-Gruppenspiele in der ersten „UEFA Youth League 2013/14“ für U19-Teams (Stichtag 1. Jänner 1995 und jünger):

 
Austria -  FC Porto (Mittwoch, 18.9., 11 Uhr, Generali-Arena)
Zenit St. Petersburg – Austria (Dienstag, 1.10., 14 Uhr MESZ)
Austria – Atletico Madrid (Dienstag, 22.10., 11 Uhr, Generali-Arena)
Atletico – Austria (Mittwoch, 6.11., 13 Uhr MEZ)
Porto – Austria (Dienstag, 26.11., 12 Uhr MEZ)
Austria – Zenit (Mittwoch, 11.12., 11 Uhr, Generali-Arena)

 

 

LINKTIPPS:
>> Reiseangebote zu den Auswärtsspielen

>> Herbert Prohaska über die Faszinität Champions League

 
Austragungsmodus:
Die Ersten und Zweiten der acht Gruppen steigen ins Achtelfinale auf, die Dritten und Vierten scheiden aus dem Bewerb aus.

 
Die Auslosung für das Achtelfinale, das im Gegensatz zur Gruppe jeweils nur in einer Partie entschieden wird, findet am 13. Dezember statt und wird nach folgenden Kriterien vorgenommen: Gruppen-Sieger gegen Gruppen-Zweiten, wobei die Gruppen-Sieger Heimvorteil besitzen. Klubs aus demselben Verband und derselben Gruppe werden auseinander gesetzt.
 

Im Viertelfinale wird nicht mehr gesetzt, der Heimvorteil ebenfalls per Los entschieden.
 

Das Semifinale und das Endspiel werden am 11. bzw. 14. April (Finale) im Colovray-Stadion von Nyon am Genfer See ausgetragen.

 
In allen K.O.-Partien kommt es bei unentschiedenem Spielstand nach 90 Minuten zu keiner Verlängerung, sondern gleich zum Elfmeterschießen.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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