07.10.2013, 15:37 Uhr

VIOLETTES FAZIT AUS DUELL MIT SALZBURG: "LEISTUNG WAR OKAY!"

Violettes Fazit aus Duell mit Salzburg: "Leistung war okay!"

Aus dem Präsent der Mannschaft für unseren Sportvorstand Thomas Parits, der am Montag seinen 67. Geburtstag feiert, ist leider nichts geworden. Meister Austria Wien hat am Sonntag den Schlager der 11. Bundesliga-Runde in der GENERALI- Arena nach tollem Spiel gegen RB Salzburg knapp 1:2 verloren, kann daraus aber trotzdem ein positives Fazit ziehen.

 
„Ich bin grundsätzlich stolz auf die Mannschaft, weil sie ein sehr gutes Spiel abgeliefert hat“, sagte unser Kapitän Manuel Ortlechner vor der nun folgenden zweiwöchigen Liga-Pause wegen der WM-Quali-Spiele des ÖFB-Teams am Freitag in Schweden und vier Tage später auf den Färöern. Danach geht es am 19. Oktober (19.00 Uhr) für die Veilchen in Ried und am 22. Oktober (20.45 Uhr) im Happel-Stadion gegen Atletico Madrid weiter.

 
Auf die Salzburger, die im 30. Punktspiel in Serie ungeschlagen blieben und damit einen Rekord egalisierten, weist unsere Elf als Tabellenfünfter (15) zehn Zähler Rückstand auf. Aber SV Ried (19), SV Grödig (17) und SK Rapid (16) sind nach wie vor in Reichweite. „Die Salzburger spielen seit Wochen auf einem tollen Niveau, lassen fast keine Punkte liegen“, meinte Ortlechner anerkennend.

 
Der Weg zum Titel führt – wie es derzeit aussieht – über die Salzburger. „Es wird ganz schwer werden sie zu knacken“, glaubt der Innenverteidiger, der aber mehr auf seine Mannschaft blickt. Dass sie zu Beginn der zweiten Spielhälfte aus einem Corner ein Tor kassierte, „sollte zwar nicht passieren, kann es aber“. Das 1:2 sei bitter gewesen. „Wir haben danach nie aufgegeben und versucht weiter Torchancen zu kreieren. Es wäre mehr möglich gewesen“.

 
Nach der Bergfahrt mit dem 0:0 in St. Petersburg in der Champions League blieb diesmal ein Rückfall wie in den vergangenen Wochen trotz der Niederlage aus. „Die Leistung war schwer in Ordnung, deshalb war es auf alle Fälle keine Talfahrt. Wenn die Leistung stimmt, dann stellen sich auch wieder die Ergebnisse ein. Wenn wir so weiterarbeiten, kommen die positiven Resultate zurück“, sprach Ortlechner allen Mut zu.

 
Philipp Hosiner meinte, dass man sich bei der Standard-Situation, die kurz nach dem Wechsel zum 1:2 führte, sehr dumm angestellt habe und der Gegner letztlich deshalb und nicht, weil er um so viel besser gewesen wäre, gewonnen habe. „Wir müssen schauen, dass wir in die Ergebnisse wieder Konstanz reinbringen. Vorige Saison haben wir manchmal nicht so gut gespielt und trotzdem gewonnen. Diesmal ist es vielleicht umgekehrt“, sagte der Torjäger, der mit einem Lattenschuss Pech hatte.

 
Der Rückstand auf die Salzburger genügt den Ansprüchen des Meisters natürlich nicht, das wissen alle. Hosiner ist aber nicht nervös, da erst nicht einmal ein Drittel der Liga-Saison absolviert sind. „Wir werden versuchen, wieder in die Spur zu kommen. Wir haben vorige Saison gezeigt, wenn wir in einen Lauf kommen, dass wir sehr viele Punkte sammeln können“, gibt sich der Burgenländer zuversichtlich.

 
Die erste Spielhälfte gegen Titelfavoriten bestärkt ihn in seiner Meinung. Man habe in den ersten 45 Minuten trotz des schnellen Rückstands ein gutes Spiel gemacht und in dieser Phase sogar die besseren Möglichkeiten gehabt. „Wir hätten die Salzburger heute schlagen können, das blöde 1:2 war der Knackpunkt, hat uns aus dem Konzept gebracht“, brachte es Hosiner auf den Punkt.
 

Für Tomas Simkovic, der den Ausgleich durch Daniel Royer mit einer Maßflanke vorbereitet hatte, hat seine Mannschaft gegen feldüberlegene Gäste sehr gut dagegengehalten. „Wir haben in St. Petersburg stark gespielt und auch heute teilweise nicht schlecht gespielt. Wir wollten nach der Pause alles versuchen, das Spiel zu gewinnen. Doch dann bekamen wir diesen blöden Treffer“, ärgerte sich der Mittelfeldspieler.

 
Bei solchen Situationen müsse man konzentrierter sein. „Nach der Pause haben wir einen kleinen Rückfall gehabt, daran müssen wir arbeiten. Dann wird es wieder besser werden“, ist sich Simkovic sicher. Er stufte die derzeitige Salzburger Elf als „die beste in der Red Bull-Ära“ ein. Trainer Nenad Bjelica gratulierte dem Gegner, der sich in hervorragender Form befinde, auch zum „verdienten Erfolg“.
 

Auch wenn seinen Schützlingen im Jubiläumsspiel der Austria in der Meisterschaft (2.800. Partie: 1.471 Siege, 578 Remis, 751 Niederlagen) kein Erfolgserlebnis gelang, nahm der Kroate Positives mit. „Meine Mannschaft ist nach den beiden Gegentreffern aufgestanden, hat versucht Fußball zu spielen, Chancen zu kreieren und gekämpft. Ich kann stolz sein, ich bin zufrieden“, resümierte Bjelica, der lediglich die nötige Effektivität bemängelte. Dem Feldherrn haben durch verletzungsbedingten Ausfälle freilich auch die Alternativen in der Offensive gefehlt.
 

Vielleicht steht der eine oder andere aus dem Quartett Murg, Stankovic, Jun und Dilaver schon in Ried wieder zur Verfügung. Hingegen bleiben die Namen Gorgon und Grünwald noch länger auf der Ausfallliste. „Wir haben gewusst, dass diese Saison schwerer wird, weil wir Champions League und Bundesliga spielen. Da wir so viele Verletzte haben, ist es noch schwieriger geworden“, gab Bjelica zu.
 

Den Abstand in der Tabelle zu den Salzburgern müsse man akzeptieren, aber aufgegeben würde manb nicht, meinte der Coach und kündigte an: „Wir müssen kämpfen und diesen Rückstand verkleinern“. Die Austria hat noch zwei Chancen, um den ersten Sieg über die „Bullen“ seit 2. Oktober 2011 (3:2 in Wien) zu schaffen. Die violette Abwehr-Legende Toni Pfeffer baute seine Nachfolger auf. „Diese Leistung kann Selbstvertrauen geben“, sagte der Sky-Experte nach dem 1:2.
 

Und Roger Schmidt, der Trainer der Salzburger, hat den regierenden Meister im Titelkampf weiterhin auf seiner Rechnung: „Es ist viel zu früh, eine Mannschaft schon abzuschreiben – schon gar nicht die Austria.“ Der Deutsche attestierte im Verfolgerfeld den Veilchen den „vielleicht besten Kader“. Doch gingen die Ausfälle in der Offensive derzeit eben an die Substanz. Es werden auch wieder andere Zeiten kommen.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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