25.10.2013, 12:02 Uhr

THOMAS PARITS: "DÜRFEN KEINE GESCHENKE MEHR VERTEILEN"

Thomas Parits: "Dürfen keine Geschenke mehr verteilen"

Mit dem 307. großen Wiener Stadtduell klingt am Sonntag (16.30 Uhr) in der GENERALI-Arena eine weitere englische Fußball-Woche für den Meister FK Austria Wien aus. „Ein Heim-Derby ist eine Prestigesache, da wollen wir unbedingt gewinnen“, sagt der violette AG-Vorstand Thomas Parits über die Ausgangsposition vor dem Schlager der 13. Liga-Runde zwischen dem Titelverteidiger und Rapid.


Parits, der mit den Veilchen als Spieler, Trainer und jetzt als Sportvorstand den Meistertitel holte, spricht im Interview mit fk-austria.at über die jüngsten Resultate und blickt auf das Derby voraus.


Atletico Madrid erwies sich am Dienstag als zu stark für den FK Austria Wien. Wo lagen die Gründe für die Niederlage gegen Spaniens Tabellenzweiten?


Parits: "Ich denke, in den ersten 20 Minuten hatten wir zu viel Respekt vor Atletico und auch nicht in jener Kompaktheit agiert, wie wir das schon oft gezeigt haben. Wir waren darauf vorbereitet, bei der ersten Teilnahme an der UEFA Champions League auch Lehrgeld bezahlen zu müssen. Auch Dortmund ist es so ergangen, bevor sie im Folgejahr ins Finale eingezogen sind. Wichtig ist, dass wir alle die richtigen Schlüsse daraus ziehen, dann werden wir eines Tages davon profitieren.“


Lehrgeld, das der Austria zurzeit vielleicht auch Siege in der Meisterschaft kostet. Trainer Nenad Bjelica meinte, die Situation in der Liga sehe derzeit nicht rosig aus. Jetzt wartet das Derby.


„Im Derby steht man immer unter Druck, da kommt es gar nicht auf die Tabellensituation an. Das Derby ist eine Prestigesache, das will jeder gewinnen. Das Stadion wird voll, die Atmosphäre toll sein. Und ich hoffe, dass wir einen guten Tag erwischen und drei Punkte holen werden.“

 
Der Meister haderte zu Saisonstart mit einer gewissen Inkonstanz. Warum ist das so?

 
„Fakt ist, dass wir alle mit einer sehr hohen Erwartungshaltung in die Saison gegangen sind. Das ist neben der Mehrfachbelastung der wesentliche Unterschied zum Vorjahr. Auf internationaler Ebene haben wir gute Leistungen gezeigt, aber in der Liga hinken wir hinterher. Zwar haben wir auch hier phasenweise gut gespielt, aber auch unnötige Fehler gemacht, um diese Spiele über die Runden zu bringen.“

 
Sprechen Sie da vor allem die Spiele gegen Ried (Anmerkung: 3:3 nach 3:1-Führung), Grödig (2:3 nach 1:0-Vorsprung/jeweils daheim) und Admira (0:1/auswärts) an?

 
„Ja, wir sind verständlicherweise nicht glücklich damit, nur einen Punkt aus diesen Spielen mitgenommen zu haben. Dass Potenzial in der Mannschaft steckt, hat man aber unter anderem in der Champions League gesehen. Ich hoffe, dass wir das vom Europacup in die Liga transferieren können.“

 
Wenn das in den nächsten Wochen passieren sollte, dann dürften die Fans was erwarten?

 
„Dann bin ich überzeugt, dass wir wieder mehr Punkte machen können. Es waren bisher Geschenke dabei, das darf nicht mehr passieren. Das Rapid-Spiel wird sehr wichtig sein, denn wir dürfen den Anschluss nicht verlieren. Drei Zähler wären gut für uns.“
 

Austria hat als Tabellenfünfter einen Punkt Rückstand auf Rapid, je vier Zähler auf SV Ried und SV Grödig und zwölf auf Salzburg. Gibt es da nicht mehr Aufholbedarf als einen Derby-Erfolg?
 

„Wir brauchen eine Siegesserie. Bei jeweils drei Punkten ist viel möglich. Ich erinnere mich an die Saison 2009/10, als wir zehn Zähler hinter den Salzburgern lagen und erst in der letzten Runde im direkten Duell durch ein 2:4 die Entscheidung über den Titel gefallen ist.“
 

Müssen angesichts des Rückstands die Saisonziele der Austria geändert werden?


„Unser Ziel war es immer, vorne mitzuspielen. Die Meisterschaft dauert noch lange. Wir hatten zu Saisonbeginn Verletzte und zuletzt auch sechs Ausfälle, dieser Umstand hat sich auch ausgewirkt. Das Verletzungspech hatten wir vorige Saison nicht.“

 
Befindet sich die Austria im Plansoll?

 
„Wir sind im Plan, weil wir uns ein kurzfristiges Ziel gesetzt haben. Es hat uns niemand zugetraut, dass wir in die Champions League kommen. Das haben wir erreicht. Es fehlen uns fünf, sechs Punkte, die wir verschenkt haben - die Betonung liegt auf verschenkt. Wir müssen jetzt den Hebel umlegen und jene Leistungen, wie wir sie schon gezeigt haben, erneut abrufen.“

Linktipps:
+ Donnerstag: Taktik-Training hinter verschlossenen Türen
+ Stankovic: Entwarnung, im Derby dennoch fraglich

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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