11.04.2013, 14:52 Uhr

SUTTNER VOR STURM: "ES WIRD EIN UMKÄMPFTES SPIEL"

Suttner vor Sturm: "Es wird ein umkämpftes Spiel"

Für Markus Suttner ist die Aussage, die der „Jung-Bulle“ Martin Hinteregger nach dem 3:0-Heimsieg über Sturm am vorigen Sonntag via Sky kundgetan hatte, eine zusätzliche Motivation. „Ich finde es amüsant, weil die Salzburger vorher den Mund nicht aufgebracht haben und jetzt reden sie groߓ, meinte unser linker Verteidiger vor Austrias Auftritt am Sonntag (16:00 Uhr/live ORF eins und Sky) in Graz gegen die „Blackies“.

 
Hinteregger, der sich beim 1:1 in Wien gegen die Violetten am linken Auge verletzt hat, hatte in Anspielung auf Austrias Niederlage gegen den WAC und dem folgenden 3:0 seiner Kameraden über Sturm vor laufenden Fernseh-Kameras posaunt: „Für mich war der Titel nie abgeschrieben. Es ist auf jeden Fall noch was drinnen, weil die Austria – das hat man schon gestern beim 0:4 gesehen – scheißt sich schon an!“ Gut, es sind jetzt nur noch zehn statt 13 Zähler, die die Veilchen in der Tabelle vorne sind.

 
„Aber zehn Punkte sind noch immer zehn Punkte“, erwiderte Suttner auf rechnerische Spielereien mit einem Schmunzeln. „Hätten wir gegen den WAC einen Punkt geholt oder gewonnen, wäre das kein Thema gewesen. Es wird aufgebauscht. Wir haben kein Problem damit, dass wir Punkte verloren haben. Wir haben gewusst, dass wir bis zum Schluss nicht alles gewinnen würden“, bleibt der ÖFB-Teamspieler ruhig und sachlich.

 
Die erste Niederlage der Austria nach 18 Runden wurde in dieser Woche analysiert und aufgearbeitet. Dass Trainer Peter Stöger mit einer zu offensiven Einstellung einen Teil der Schuld für das Resultat auf sich nahm, ist für Suttner nur sekundär. „Wir haben hinten einfach blöde Fehler gemacht und vorne unsere Chancen nicht reingehaut – daraus resultierte diese Niederlage“, sagte er und merkte an, dass man nach dem 0:1 und 0:2 Chancen gehabt habe.

 
Natürlich habe keiner diese Fehler machen wollen. Aber diese bittere Niederlage ist abgehakt. „Natürlich war ich angefressen, aber man kann es nicht mehr ändern. Das Leben geht weiter. Wir haben eine ganz gute Saison gespielt. Wenn man dann ein Spiel verliert, geht nicht die Welt unter“, stellte der Niederösterreicher, der am 16. April seinen 26. Geburtstag feiert, fest. Er hofft, dass die Mannschaft am Sonntag in der Steiermark konzentrierter zu Werke gehen wird.

 
Serie und Statistiken – Austria ist in der Fremde noch ohne Nuller in der Bundesliga-Saison (11 Siege/3 Remis) – interessieren Suttner nicht so sehr, aber „natürlich wollen wir wieder drei Punkte holen – das ist unser Ziel“. Wie man es besser machen und wie man gegen Sturm spielen müsse, habe man in dieser Woche eingehend besprochen. „Ich hoffe, wir setzten diesmal alles besser um“, sagte unser Mann mit der Nummer 29 auf seinem Dress.

 
Dass diesmal die Salzburger am Samstag in Mattersburg vorlegen können und die Austria erst am Sonntag im Einsatz ist, spielt laut Suttner keine wesentliche Rolle: „Wenn man ganz oben steht, dann gibt es in den letzten Runden immer Endspiele. Einer spielt immer vorher, das muss egal sein. Wir müssen uns auf das eigene Spiel konzentrieren und die Partie reißen.“

 
Wie für die Austria geht es in der 29. Runde auch für die Grazer um sehr viel. Sie kämpfen als Tabellenvierter mit den punktegleichen Rapidlern sowie den Wolfsbergern und der SV Ried um einen Europacup-Startplatz. „Es wird ein umkämpftes Spiel“, ist sich Suttner sicher. In den jüngsten zwei Duellen war er mitten drin, statt nur dabei.

 
Beim 1:1 am 7. Oktober in Graz entschied der Schweizer Referee Alain Bieri auf Elfer, der keiner war. Unser Verteidiger hatte im Zweikampf Hölzl nicht gefoult, wie das Fernsehauge bewies. Diese Szene hat er aus einem Gedächtnis schon längst verdrängt, weil ihn das viel zu sehr aufregen würde. Da bleibt ihm das 3:1 am 16. Dezember in Wien viel lieber in Erinnerung. Da hat Suttner nach etwas mehr als einer Stunde in numerische Unterlegenheit die wichtige 2:1-Führung erzielt.

 
Dem Abwehrmann, der 27-mal in unserer Startelf stand, dabei bisher zweimal ins Schwarze traf und nur einmal fehlte, ist es völlig einerlei, wer diesmal trifft. „Wichtig sind die drei Punkte!“ Große Freude würde ihm wie allen klarerweise der Meistertitel bereiten. Es wäre sein erster mit der Austria. „Jeder will auf seiner Autogrammkarte Meister stehen haben“, macht der ÖFB-Cupsieger von 2009 kein Hehl aus seinem sehnlichsten Sportwunsch.

 
Freilich vergaß er bei seinem Blick in die unmittelbare Zukunft nicht auf den wichtigen „zwölften Mann“, der sich gegen die Salzburger verweigert hatte. „Es hat uns sehr gefreut, dass wir trotz des schlechten Spiels gegen den WAC wieder die Unterstützung der Fans erhalten haben. Wir sind auf gutem Weg, dass wir die Saison erfolgreich abschließen. Es wäre bitter, würden wir das nicht gemeinsam feiern“, erklärte Suttner Richtung des violetten Anhangs.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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