24.04.2013, 13:10 Uhr

PROHASKA: "RUHIG BLEIBEN UND WEITER AN SICH GLAUBEN"

Prohaska: "Ruhig bleiben und weiter an sich glauben"

Unsere Jahrhundert-Veilchen weiß aus eigener Erfahrung als Spieler und Trainer nur zu gut wie es ist, wenn einmal ein Vorsprung kleiner wird bzw. der Verfolger näher rückt. Nach dem 2:2 im 305. Derby, das Herbert Prohaska am Sonntag unter den 12.500 Fans in der Generali-Arena bis zum Schlusspfiff live mit allen Höhen und Tiefen miterlebt hatte, vermied es unsere Ikone tunlichst Ratschläge zu erteilen. Vielmehr vertraut der „Schneckerl“ der Stöger-Truppe voll und ganz.


„Ich glaube, den Spielern muss man jetzt nichts mitgeben. Sie müssen ganz einfach weiter an sich glauben und ruhig bleiben. Es ist keine Krise da, es waren schwere Spiele, die man eben nicht gewonnen hat“, sagte der frühere ÖFB-Teamchef und wies aufkommende Meinungen, wonach seine Austria derzeit vielleicht schwächle und im Finish die Luft ausgehen könnte, entschieden zurück. „Die Mannschaft hat zuletzt ganz einfach von der Qualität der Gegner her gegen die Konkurrenz gespielt“.


Die Violetten hatten gegen Titelverteidiger Salzburg (heim), Sturm Graz (auswärts/jeweils 1:1) und eben Rapid (2:2) sowie auch gegen den starken Aufsteiger Wolfsberger AC (0:4/h) gespielt. Aus diesen vier Liga-Partien gelangen drei Punkte. „Die Austria hat die schwereren Aufgaben gehabt“, meinte Prohaska. Die Salzburger traten zwar auch gegen Austria, Sturm (3:0/h) und den WAC (6:2/h) an und maßen dazwischen gegen SV Mattersburg (2:1/a) die Kräfte.


Am kommenden Samstag müssen die Dosen-Mannen nach Hütteldorf, die Violetten wieder am Sonntag (16.00 Uhr), diesmal in der Fremde (Südstadt-Stadion), gegen Nachzügler Admira Wacker nachziehen. Vor dieser 31. Runde hat unsere Elf sechs Punkte Vorsprung. Es waren auch schon einmal 13 Zähler gewesen, sieben mehr. Das beunruhigt Prohaska, der als Spieler und Trainer mit der Austria mehrmals Meister und Cupsieger war, nicht sonderlich: „Die Austria hat den Herbst mit sieben Punkten Vorsprung abgeschlossen und liegt sechs Runden vor Schluss noch immer sechs vorne.“


„Ich bin überzeugt, dass die Austria keinen Knacks hat und schon gar nicht eine leichte Krise. Dieses Guthaben wird noch immer reichen“, ist der frühere Italien-Legionär (Cupsieg mit Inter Mailand 1982 und Meister mit AS Roma 1983) überzeugt. Er gesteht den Salzburger jedoch zu, derzeit einen guten Lauf haben. Aber sie müssten auch noch gegen unangenehme Gegner antreten. „Und wenn es in der letzten Runde in Salzburg zum direkten Duell kommt, sollte es die Austria noch immer in der eigenen Hand haben“, sagt Prohaska, der zwischen den Klubs keine großen Unterschiede ausmacht.


Wie viele Stadion-Besucher hat der Ex-Teamkicker, der als Aktiver zwei WM-Turniere (1978, 1982) miterlebt und unter seiner Regie als Teamchef Österreich als Gruppensieger in der Qualifikation zur bisher letzten WM-Teilnahme (1998 in Frankreich) verholfen hatte, am Sonntag dem historischen, weil vierten Saison-Derby-Triumph, etwas nachgetrauert. „Es ist schade, weil das Derby wäre zu gewinnen gewesen – obwohl letztlich die Rapidler den Punkt nicht unverdient holten, da sie bis zum Schluss ebenfalls versuchten haben, auch zu gewinnen.“


Der einstige König des Stadthallen-Parketts hatte die Austrianer in der ersten Hälfte total dominant gesehen, sie hätten es vielleicht aber verabsäumt, das zweite Tor zu machen. „Nach der Pause waren die Rapidler dann offensiver als zunächst“, analysierte der ORF-Experte, der für die Austria 585 Pflichtspiele (133 Tore) bestritten hat. Die Gäste hat er von Beginn an so erwartet, wie sie nach dem Wechsel gespielt haben. „Dann wäre es noch schwerer geworden“ für die Austria, die zweimal in Führung gegangen war. 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
» zur Gesamttabelle