14.01.2013, 13:30 Uhr

PROHASKA: "MAN MERKT, DASS DIE MANNSCHAFT EINEN TITEL HOLEN WILL"

Prohaska: "Man merkt, dass die Mannschaft einen Titel holen will"

Herbert Prohaska, Jahrhundert-Fußballer Österreichs und des FK Austria Wien, lobt das Aufblühen der Veilchen im Herbst 2012 in den höchsten Tönen und traut der Truppe von Trainer Peter Stöger auch den Titelgewinn Nr. 24, den ersten seit 2006, zu. „Wenn sie annähernd im Frühjahr an das anknüpft, dann kann der Meister eigentlich nur Austria heißen, und zwar die aus Wien“, sagte die violette Ikone.

„Wenn eine Mannschaft die beste Heimelf wird, das beste Auswärtsteam wird und sieben Punkte Vorsprung hat, dann ist das ein überragender Herbst gewesen“, fasst der 57-Jährige die ersten 20 Runden der Bundesliga zusammen. Der Ex-ÖFB-Teamchef tut sich als Außenstehender ein bisschen schwer zu analysieren, was die Veilchen in der Herbstsaison so stark machte.

Prohaska glaubt einmal, dass Stöger eine Begeisterung entfacht hat und dazu eine Mannschaft da ist, die mit aller Macht Spiele gewinnen will. Eine Demonstration war für ihn diesbezüglich das letzte Heimspiel des Jahres gegen Sturm Graz, in dem Tomas Jun nach elf Minuten Rot sah und gegen einen Gegner 3:1 gewonnen wurde, den man länger nicht bezwungen hatte.

„Das zeigte, da ist ein Biss, ein Wille da – man merkt, diese Mannschaft will einen Titel holen“, meinte der frühere 83-fache Teamspieler (10 Länderspiel-Tore) mit Italien-Erfahrung als Legionär (AS Roma, Inter Mailand). Gründe des Erfolges seien auch ein ausgewogener Kader und Philipp Hosiner, der als „letztes Puzzle“ dazugekommen ist. Mit dem Stürmer habe man mehr Möglichkeiten für verschiedene Varianten.

Freilich vergaß er nicht das gewisse Etwas zu erwähnen, das alles abrundete. Auch ein bisschen Glück sei aufseiten der Austria gewesen. „Unzählige Spieler, die eingetauscht wurden, erzielten Tore oder entschieden Spiele. Das Können ist zweifellos vorhanden, doch das bisschen Glück in manchen Spielen ist auch ganz wichtig“, gesteht er.

Wer kann eigentlich „seiner“ Austria im Frühjahr, das für uns am Mitte Februar mit dem Derby in Hütteldorf beginnt (den genauen Termin gab die Bundesliga noch nicht bekannt, voraussichtlich steigt das Spiel aber am 17. Februar), noch gefährlich werden? „Wenn ich jetzt tippen müsste, dann muss ich sagen: Es wird höchstens ein Zweikampf zwischen Austria und Salzburg“, antwortet Österreichs dreifacher „Fußballer des Jahres“. Rapid habe durch das 0:1 im letzten Dezember-Spiel in Wr. Neustadt viel an Boden eingebüßt.

„Die Austria müsste wirklich einen ganz, ganz schwachen Frühjahrsstart haben, dann könnte es noch ein Drei- oder Vier-Kampf werden“, glaubt Prohaska, der eigentlich damit rechnet, dass es nur zu einem Duell zwischen Austria und Salzburg kommen wird. „Ich hoffe, dass die Austria im Frühjahr ähnlich startet wie im Herbst.“ Auf die „Bullen“ haben wir sieben, auf Rapid zehn und Sturm Graz 13 Punkte

Wiens Bürgermeister Michael Häupl, in dessen Brust ein violettes Herz schlägt, hat „sicherheitshalber“ schon einmal den Rathaus-Platz für den Tag nach dem letzten Liga-Spiel im Mai reservieren lassen. Prohaska dazu: „Wir sollten jetzt nicht damit anfangen, über eine Meisterfeier zu reden. Denn zuerst soll Austria den Titel holen“, bremste er jegliche aufkommende Euphorie.

 

Ob er persönlich an einer violetten Party vor dem Rathaus teilnehmen würde, weiß Prohaska fünf Monate vorher noch nicht.  „Ich bin Fan, muss schauen. Aber ich denke einmal, nach so einer langen Zeit ohne Meistertitel würden viele Leute hinkommen“, meinte er. Sollte es wirklich ein violettes Happy End geben, dann ist es letztlich egal, ob er dort sein wird oder nicht. „Wenn ich nicht dabei sein kann, dann freue ich mich genauso als wäre ich dort“, versicherte das Jahrhundert-Veilchen.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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