26.09.2013, 15:23 Uhr

PARITS: "WOLLTEN NICHT EINFACH ZUR TAGESORDNUNG ÜBERGEHEN"

Parits: "Wollten nicht einfach zur Tagesordnung übergehen"

Der geneigte Austria-Fan durfte während der letzten Monate viele unvergessliche Highlights erleben, musste jedoch auch Rückschläge hinnehmen.

Die Fakten

Mit der Qualifikation für die UEFA Champions League gelang Ende August der größte Erfolg der Klubgeschichte und auch auf Bundesliga-Ebene fand man Anschluss an die Spitze – vier Punkte trennen die Veilchen zurzeit vom noch ungeschlagenen Leader Salzburg.Unterdessen fing man sich am Dienstag jedoch eine historische Niederlage – beim Cup-Aus in Kalsdorf wähnte sich manch einer in einem Déjà-vu-Erlebnis.


Die Hintergründe

In der Sommerpause sah sich Austrias Vorstand aufgrund der Abgänge von Peter Stöger und Manfred Schmid gezwungen, das halbe Trainerteam auf neue Beine zu stellen. Chefcoach Nenad Bjelica und Assistent Rene Poms waren ob ihrer erfolgreichen Arbeit und ähnlichen Spiel-Philosophie vom WAC geholt worden, setzten die Grund-Spielidee aus der Meistersaison fort und erweiterten sie um Feinheiten (Pressing, Umschaltspiel...).
Es gelang zudem, umworbene Leistungsträger im Kader zu halten und diesen mit Daniel Royer, Rubin Okotie und Christian Ramsebner in der Breite qualitativ hochwertiger aufzustellen. Die bisherige Ausbeute nach neun Runden: 15 Zähler. Auf das ausgegebene Ziel, einen internationalen Startplatz zu erreichen, fehlen momentan Tor-Differenz-bedingt drei Treffer. Am Samstag gastiert die Austria bei der Admira (19:00 Uhr, BSFZ-Arena), zurzeit Tabellenletzter der Bundesliga.


Thomas Parits, AG-Vorstand Sport der Austria, wirft im Gespräch mit fk-austria.at einen Blick in den Rückspiegel, analysiert die derzeitige Personalsituation und gibt seine Erwartungen für die kommenden Partien preis.

Das dienstägige Cup-Aus in der zweiten Runde bedeutete einen Rückschlag, welche Folgen hat dieser nach sich gezogen?

Thomas Parits: „Fakt ist, dass wir nach so einem Ergebnis nicht einfach zur Tagesordnung übergehen wollten. Diese Niederlage hat weh getan. Der Cup ist eine Prestige-Angelegenheit und zudem eine von zwei Möglichkeiten, sich für einen internationalen Bewerb zu qualifizieren – diese haben wir leichtfertig vergeben. Ich hatte deshalb ein längeres Gespräch mit Nenad Bjelica. Das Trainerteam hat anschließend insofern Konsequenzen gezogen, indem es eine lange Aussprache samt klarer Worte mit den Spielern gab. Die Spieler sind sich der Bedeutung bewusst. Sie haben in dieser und letzter Saison schon herausragende Leistungen gezeigt – am Dienstag leider nicht.“

Am Samstag gastieren wir beim FC Admira Wacker Mödling, der sich nach einem missglückten Saisonstart rehabilitieren möchte.

„Es wird wichtig sein, dass wir schnell wieder zu jener Form und Einstellung finden, die uns heuer schon so viel Freude bereitet hat. Durch das Aus im Cup sind wir jetzt umso mehr in der Meisterschaft gefordert. Ein Sieg wäre auf Sicht wichtig, damit wir in der Folgewoche selbstbewusst in das Spiel gegen Salzburg gehen können. Wir haben in dieser Saison schon viele gute Spiele gezeigt, uns jedoch leider nicht immer dafür belohnt.“

Zuletzt mussten mehrere Verletzungen beklagt werden – ist die Personaldecke für „englische Wochen“ wie die nächste gerüstet?

„Definitiv. Wir haben einen 26-Mann-Kader, wobei mit Alex Grünwald, Alex Gorgon und Marko Stankovic zurzeit drei Mann verletzt sind. In der letzten Saison saßen oft sechs fitte Spieler auf der Tribüne, zurzeit sind es eben drei. Wir haben nach wie vor viele Möglichkeiten und Varianten in der Mannschafts-Zusammensetzung. Aber natürlich tut es mir für einen Grünwald sehr leid, er hat zu unserer Champions-League-Qualifikation erheblich beigetragen, ebenso wie Stankovic und Gorgon. Letztere werden uns aber hoffentlich in ein paar Wochen wieder zur Verfügung stehen.“

Drei Tage nach dem Spiel gegen die Admira wartet das Auswärtsspiel bei Zenit St. Petersburg, das am Mittwoch seine Tabellenführung in der russischen Meisterschaft mit neuerlich vier Treffern eindrucksvoll festigte.

„Zenit besitzt eine Klasse-Mannschaft, die in etwa auf eine Ebene mit dem FC Porto und Atletico Madrid zu stellen ist. Mit Hulk stellt man einen absoluten Ausnahmespieler, der oft das Eins-gegen-Eins sucht und Spiele alleine entscheiden kann. Mit einer Leistung und etwas mehr Abschlussstärke wie gegen den FC Porto ist aber auch eine Überraschung unsererseits nicht ausgeschlossen. Wir haben zuletzt gesehen, dass im Fußball alles möglich ist. Und wie haben unsere tollen Fans, von denen auch in St. Petersburg einige dabei sein werden, zuletzt auf einem Transparent gemeint? ‚Die Stunde des Siegers schlägt für jeden irgendwann‘.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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