25.06.2013, 13:52 Uhr

PARITS: „SIND GERÜSTET FÜR KAMPF UM VORDERE PLÄTZE“

Parits: „Sind gerüstet für Kampf um vordere Plätze“

Alle im Lager des FK Austria Wien hatten in den vergangenen Wochen ihren wohlverdienten Urlaub genossen, nur ein Veilchen hatte praktisch keine Ferien. AG-Sportvorstand Thomas Parits haben die Ereignisse um den Abgang von Meistertrainer Peter Stöger, dann die Suche nach einem Nachfolger und Verhandlungen um einen möglichen Transfer von Philipp Hosiner zur TSG 1899 Hoffenheim usw. auf Trab gehalten.

 

Parits sprach am Dienstag im Interview mit fk-austria.at über die Hintergründe des Wechsels von Stöger und dessen Nachfolger Nenad Bjelica. Teil 2 folgt morgen.


Frage: Zuerst Rückenprobleme, dann Personalien – Sie hatten eigentlich keinen wirklichen Urlaub gehabt oder?
Parits: „Ich habe mir 14 Tage vorgenommen, letztlich sind es drei Tage geworden, weil die Ereignisse so eingetreten sind. Ich habe geglaubt, dass es nach der Vertragsverlängerung mit Marin Leovac eine ruhige Transferzeit wird. Markus Kraetschmer hatte seinen Urlaub schon gebucht, durch den Abgang Stögers hat sich alles ein bisschen verschärft und ich musste meinen Urlaub abbrechen.“


Frage: War es nicht möglich Stöger zu halten, ihm schon zu Beginn des Frühjahrs einen neuen Vertrag vorzulegen?
Parits: „Peter hat immer gewusst, dass wir mit ihm einen langfristigen Vertrag machen wollten. Er hatte auch noch ein Jahr bei uns Vertrag und von mir die Zusicherung bekommen, dass er einen langfristigen Kontrakt erhält. Aber dazu brauchte ich auch das Okay vom Aufsichtsrat. Die Sitzung war am 3. Juni, der Vertrag war praktisch schon geschrieben.“


Frage: Was passierte danach?
Parits: „Am 4. Juni hat mich Peter angerufen und mir mitgeteilt, er habe am 3. Juni einen Termin in München mit dem 1. FC Köln gehabt und es wäre schon immer sein Ziel gewesen wäre, einmal nach Deutschland zu gehen. Die Kölner haben ihm ein Super-Angebot gemacht und Peter hat mir auch verraten, was er dort verdienen könne.“


Frage: Was haben sie Stöger gesagt?
„Dass ich unser Angebot in der Schreibtisch-Lade lassen kann und wir ihm die Chance nicht verbauen. Er hat bei uns ein tolles Jahr gehabt und für uns wirklich viel geleistet. Natürlich musste auch die Austria eine Ablöse bekommen. Wenn das passiert, dann kannst du gehen, habe ich ihm versichert. Wenn wir nicht einig geworden wären, wäre er geblieben. Er war sehr fair zu uns und wir auch zu ihm.“


Frage: Waren am Ende alle beteiligten Parteien also zufrieden?
Parits: „Zufrieden nicht. Wenn man den Meistertrainer verliert, ist das nicht einfach. Man muss es verstehen. Wenn es ein Klub aus dem Mittelfeld der zweiten Liga gewesen wäre, hätte Stöger nicht gewechselt. Er sieht in Köln seine Chance, für uns ist das bitter. Wenn man mit einem Meistertrainer langfristig plant, dann ist das keine glückliche Situation.“


Frage: Jetzt ist auf der Trainer-Position alles wieder im Lot?
Parits: „Wir haben optimal reagiert, nur war es nicht so einfach, in kurzer Zeit einen neuen Trainer zu bekommen. Noch dazu wollte ich auf alle Fälle, dass wir schon mit dem Neuen in die Vorbereitung am 17. Juni starten.“


Frage: Haben Sie nach einer Woche schon erste Eindrücke von der Arbeit Bjelicas gewonnen?
Parits: „Nein, da ich in einer Tour herum verhandeln muss mit Philipp Hosiner und anderen Spielern. Ich weiß aber genau, dass  Nenad ein guter Mann ist und ich bin froh, dass mir seine Verpflichtung gelungen ist. Das war alles nicht so einfach, er hatte zwar mit dem WAC eine Ausstiegsklausel gehabt, die aber leider nur mündlich war.“


Frage: Was war daran nicht so einfach?
Parits: „Vor zwei, drei Jahren habe ich mit einem Spieler verhandelt, der ebenfalls eine mündliche Ausstiegsklausel hatte, sich beim Klub dann aber daran niemand erinnern wollte. Diesbezüglich muss ich WAC-Präsident Riegler danken, dass er Bjelica die Chance nicht verbaut hat. Es war die gleiche Situation wie bei Stöger, auch Nenad sieht die Austria als Plattform für ein Engagement in der großen Fußballwelt. Ich glaube mir ist mit Bjelica eine gute Lösung gelungen.“


Frage: Kritiker sprachen in der Trainerfrage immer wieder von Stöger sei zweite Wahl hinter Franco Foda gewesen. Diesmal hat Niko Kovac abgesagt. Was sagen Sie zu solchen Einstufungen?
Parits: „Stöger war keine zweite Wahl, vor seinem Engagement habe ich mit Foda nur ein erstes Gespräch geführt wie diesmal eben mit Kovac. Stöger hat bei seinem Abschied im Spaß und einem Augenzwinkern gemeint, wenn ihr jetzt einen neuen Trainer holt, dann nehmt den zweiten, der ist ein Erfolgsgarant!“

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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