16.12.2013, 15:45 Uhr

ORTLECHNER: "WOLLEN UNS MIT POSITIVEM ERLEBNIS VERABSCHIEDEN!"

Ortlechner: "Wollen uns mit positivem Erlebnis verabschieden!"

Auf der eher ruhigen Heimreise nach der bitteren 0:4-Niederlage in Salzburg haben die Veilchen im Vereinsbus via TV-Sender Sky die Highlights des Schlagers der 20. Bundesliga-Runde verfolgt. „Da haben wir auch bildlich gesehen, was passiert ist. Dass dabei diskutiert wurde, ist völlig normal“, erzählte Kapitän Manuel Ortlechner von den ersten Aufarbeiten.

 
Eine Antwort auf die Frage nach dem Warum des Untergangs der Violetten vier Tage nach dem 4:1-Triumph in der Champions League gegen Zenit St. Petersburg, fand auch der Innenverteidiger vorerst nicht. „Das ist schwer zu analysieren, ich habe noch nicht wirklich eine Antwort darauf“, gab der Oberösterreicher offen zu. Das müsse man erst intern genauer besprechen.

 
„Grundsätzlich mache ich den Burschen keinen Vorwurf. Man hat gesehen, dass jeder alles hineingeworfen hat. Wenn man auf solche Spieler trifft wie Mane, der einen überragenden Tag hatte und den ich überhaupt noch nie so gesehen habe, dann kann ich niemandem vorwerfen, dass er den zum Teil nicht immer im Griff hatte“, meinte Ortlechner.

 
Der Titelverteidiger, der gegen seinen Vize in dieser Saison 1:5 auswärts und 1:2 daheim verloren hat und damit jetzt neun Liga-Partien sieglos ist, hatte sich für die Reise in die Festspielstadt besonders viel vorgenommen. „Wir haben in den vergangenen Partien, vor allem in Salzburg, nie gut ausgeschaut und viele Tore erhalten. Sie haben uns jedes Mal die Grenzen aufgezeigt, das war leicht frustrierend“, gestand Ortlechner ein.

 
Aus dem Vorhaben, es diesmal besser machen zu wollen, sei dann wieder so etwas herausgekommen. Den Unterschied zwischen Tag (Zenit-Spiel) und Nacht (0:4 in Salzburg) versuchte der Kapitän erst gar nicht zu erklären. „Von dem einen auf das andere Spiel zu schließen, geht sowieso nicht. Jedes Spiel hat ganz andere Vorzeichen und eine andere Geschichte. Deswegen sind Vergleiche da nicht wirklich sinnvoll.“

 
Die mangelnde Konstanz der violetten Leistungen in der Doppelbelastung zu suchen, lässt Ortlechner nur bedingt und mit einem „Jein“ gelten. Andere Teams hätten immer wieder bewiesen, dass man auch damit sehr gut umgehen könne. „Wir waren im Herbst in einem gewissen Entwicklungsprozess. Wir haben es nicht immer ganz verstanden, dass wir alle drei Tage jedes Mal mental auf Topniveau dagestanden sind. Vor allem in der Liga aufgrund der Highlights während der Woche haben wir das nicht immer geschafft“, meinte der Kapitän.

 
Die ganz guten Mannschaften brächten im Drei-Tage-Rhythmus auch mental Topleistungen zusammen. „Da haben wir im Herbst ausgelassen“, erkannte Ortlechner, der diesen Umstand keinem seiner Mitspieler negativ ankreidete, „weil es für die meisten doch eine ganz neue Erfahrung gewesen ist.“ Man habe Spiele zwar oft ganz gut begonnen, leider aber in der zweiten Hälfte immer wieder Konzentrationsmängel gehabt. „Da haben wir viel dazugelernt, doch auch viele Punkte liegengelassen.“

 
Keine Zähler verlieren will der Titelverteidiger im letzten Spiel des Jahres am Mittwoch (20:30 Uhr/live Sky) in der Generali-Arena gegen die SV Ried. Es geht kurz vor Weihnachten um einen standesgemäßen Abschied in die bis 7. Jänner dauernde Winterpause. „Das ist ähnlich wie in der Champions League. Wir wollen uns mit einem positiven Erlebnis von den Fans für dieses Jahr verabschieden“, hofft der in Ried geborene „Orti“ auf einen Dreipunkter.

 
Mit einem guten Resultat gegen seinen Ex-Klub, der nur einen Zähler hinter uns in der Tabelle auf dem fünften Platz rangiert, möchten sich die Hausherren auch eine gute Basis für das Frühjahr schaffen. „Wir wissen aber schon, dass die Rieder ein unangenehmer Gegner sind. Deswegen müssen wir eine gute Leistung abrufen und das Ergebnis vom Sonntag so schnell wie möglich aus den Köpfen bekommen“, appellierte Ortlechner.

 
Hinter dem überlegenen Spitzenreiter Salzburg sind SV Grödig, Rapid, Austria und Ried nur durch vier Zähler voneinander getrennt. „Deshalb, weil nicht nur wir, sondern auch die anderen immer wieder einmal Punkte liegen lassen“, erklärte unser Abwehrchef und fügte als Wunsch hinzu: „Wenn wir einmal einen Lauf zusammenbringen, dann könnten wir uns auf Platz zwei oder drei festsetzen.“

 
Das ist bisher jedoch nicht gelungen. Doch „Orti“ vertraut der Truppe und ist überzeugt: „Die Qualität steckt drinnen!“ Diese muss auch im Alltag öfter an den Tag gelegt, gezeigt werden, wollen die Veilchen auch 2014/15 international dabei sein. „Das große Ziel für das Frühjahr lautet: zweiten Platz erobern!“ Die Überlegenheit der Salzburger kommt für den Austria-Kapitän nicht von ungefähr. „Sie arbeiten seit eineinhalb Jahren auf sehr gutem Niveau, haben die Mannschaft immer nur punktuell verändert, eine gewisse Spielphilosophie entwickelt, diese rigoros durchgezogen und immer wieder weiterentwickeln.“

 
Dass die Salzburger aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten über sehr gute Spieler verfügen, ist nichts Neues. Unser Innenverteidiger sieht sie erstmals in der Red-Bull-Ära mittlerweile auch zu einem Team gereift. „Ich denke, es ist ihnen gelungen, dass sie intern ebenfalls einen guten Spirit haben. Das kommt jetzt zu allem noch dazu“, versuchte Ortlechner den Erfolgslauf des Vizemeisters zu erklären.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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