09.04.2013, 15:10 Uhr

NIEDERLAGE GEGEN WAC TAT WEH, LÖSTE ABER KEINE PANIK AUS

Niederlage gegen WAC tat weh, löste aber keine Panik aus

Die erste Niederlage seit 22. September 2012 hat auf dem Weg zum möglichen 24. Meistertitel des FK Austria Wien allen im violetten Lager weh getan - den Fans, Spielern, Betreuern und Funktionären. Aber das 0:4 gegen den starken Aufsteiger WAC am Wochenende ist weit davon entfernt, Panik am Verteilerkreis auszulösen. Das Motto lautet vielmehr: Aus Niederlagen lernen und das nächste Mal besser machen!

 
Wie man nach Triumphen nicht überschwänglich jubelte, so verlor man nach Rückschlägen nicht den kühlen Kopf. „Bei uns ist keine Hektik ausgebrochen, sondern es wird jetzt alles analysiert und versucht, diese Fehler abzustellen“, sagte Sportvorstand Thomas Parits ruhig und besonnen. Sein für wirtschaftliche Belange zuständiger Kollege, Markus Kraetschmer, äußerte sich zu dem ungewöhnlichen Resultat ähnlich ruhig: „Es gibt keinen Grund, unnötig nervös zu werden. Doch es gibt auch keinen Grund, das 0:4 auf die leichte Schulter zu nehmen“.

 
Wenn der Austria einer gesagt hätte, der Klub habe nach 28 Runden zehn Punkte Vorsprung, dann hätte man das mit „Handkuss“ angenommen, erinnerte Kraetschmer. „Das sollten wir jetzt alle nicht vergessen“, fügte der Wirtschaftschef hinzu. Es sei einmal intern das Analysieren und Aufarbeiten des 0:4 angesagt. „Wir müssen die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Ob wir sie ziehen, wird im Match in Graz zu beweisen sein.“

 
Mit Sturm auswärts, meint Kraetschmer, warte sicherlich ein schwierige Aufgabe, die für die Mannschaft aber lösbar sei. „Das hat sie in dieser Saison schon mehrfach bewiesen“, sagte der 41-Jährige, der einräumte, dass die Mannschaft mit dem 0:4 sehr vernünftig umgegangen sei. Nach Sturm kommt mit Rapid am 21. April eine weiterer Brocken in die Generali-Arena. „Es wird jede weitere Partie schwierig, noch ein langer, steiniger Weg“, glaubt der Ex-Banker.  

 
Parits, der das WAC-Spiel wegen eines Bandscheibenvorfalls nicht in der Generali-Arena hatte verfolgen können, sondern daheim via Sky mitgelitten hatte, machte die vielen Fehler seiner Mannschaft für die Niederlage verantwortlich. „Was uns in den vergangenen Spielen ausgezeichnet hatte, haben wir diesmal vermissen lassen. Wir haben in der Abwehr Geschenke gemacht und vorne die Torchancen nicht verwertet. Da darf man sich nicht wundern, wenn man ein Spiel verliert“, brachte es der Burgenländer auf den Punkt.

 
Das 0:4 habe geschmerzt, wäre nicht notwendig gewesen. Die Enttäuschung sei natürlich groß, vor allem deshalb, weil man davor 18 Runden nicht verloren hat. Parits weiß, dass sich Trainer Peter Stöger und seine Mitarbeiter mit der Mannschaft zusammengesetzt, das Video angeschaut und die Fehler besprochen haben. „Wir haben vor den 18 Runden auch verloren und sind immer wieder da raus gekommen“, vertraut der frühere ÖFB-Teamstürmer und Austria-Meistermacher den handelnden Personen.

 
Am Samstag könnte Verfolger Salzburg mit einem Sieg in Mattersburg den Rückstand vorübergehend auf sieben Punkte verkürzen, bevor die Austria am Sonntag (16.00 Uhr) in Graz gegen Sturm den Zehn-Zähler-Polster wieder herstellen könnte. „Selbstläufer wird es nicht geben. Man muss in jedes Spiel konzentriert reingehen. Doch die Mannschaft ist so stark und hat so viel Substanz, dass sie weiß, es war ein einmaliger Ausrutscher. Ich erwarte, dass sie in Graz ein anderes Gesicht zeigt. Wir wären nicht Erster, wenn wir öfter wie gegen den WAC aufgetreten wären“, sagte der Sportchef.

 
Die einzige positive Begleiterscheinung am 0:4 gegen den WAC war die diesmal wieder tolle Stimmung im Stadion. „Markus Kraetschmer und unsere verantwortlichen Mitarbeiter haben in der vergangenen Woche sehr gute Arbeit geleistet“, lobte Parits, da es gelungen ist, die Fans als „zwölften Mann“ wieder zu mobilisieren. Gegen die Salzburger eine Woche davor hatten viele Besucher auf der Osttribüne ja ihre Unterstützung verweigert, worauf sich die Stöger-Truppe nach dem 1:1 nicht von den Fans verabschiedet hatte.
 

Kraetschmer führte den „Umkehrschwung“ von den Rängen auf intensive Gespräche und die Umsetzung eines Maßnahmenpakets zwischen den zwei Partien zurück. Die Austria-Familie und die Fans hätten erkannt, dass man das große Ziel namens Titelgewinn, mit dem vor Saisonbeginn niemand gerechnet habe, nur gemeinsam erreichen könne. „Es macht stolz, wie die Fans reagiert haben, obwohl es gegen den WAC nicht gut gelaufen ist. Wenn wir diese Unterstützung auch in den letzten Runden erfahren, dann bin ich überzeugt, dass wir unser Ziel am Ende erreichen werden und gemeinsam auf dem Rathausplatz feiern dürfen“, meinte Kraetschmer.
 

Stichwort Fans. Mit 9.052 Besuchern haben die Violetten entgegen dem allgemeinen Liga-Schnitt (6.588/minus 6,6 Prozent) in den ersten drei Durchgängen der laufenden Saison einen zehnprozentigen Zuschauer-Anstieg im Vergleich zu den ersten 27 Runden 2011/12 verzeichnet. Damit ist die Austria neben dem WAC (5.083), der ja aus der zweiten Leistungsstufe gekommen ist, in diesem Bereich topplatziert!
 

Gegen die Wolfsberger am Samstag wurden 10.145 Besucher gezählt. Nach dem Sturm-Spiel in Graz wartet in Favoriten das Derby, das meist ausverkauft ist. „Wir hoffen, den Schnitt und die Steigerungsrate im spannenden letzten Liga-Viertel 12/13 noch erhöhen zu können“, sagt Kraetschmer, der die Kampfmannschaft als „unsere sportliche Lokomotive, die den Zug FK Austria anführt“ bezeichnet. Das treffe auch auf den Zuschauer-Sektor zu.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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