15.08.2013, 13:07 Uhr

MURG: VERHILFT ER DEN JUNGVEILCHEN AUCH AM FREITAG ZUM SIEG?

Murg: Verhilft er den Jungveilchen auch am Freitag zum Sieg?

Thomas Murg, einer der Jung-Veilchen mit Perspektive, hofft, am Samstag in der GENERALI-Arena gegen SC Wiener Neustadt dem Profikader des FK Austria Wien anzugehören. Und wenn kein Platz im Aufgebot von Nenad Bjelica für ihn in der fünften Liga-Runde ist, dann wird er eben schon einen Tag vorher in Aktion treten. In den Reihen der hochwertig aufgestellten Austria Amateure, die am Freitag (19 Uhr) in der 3. Ostliga-Runde ATSV Ober-Grafendorf zu Gast haben.

 
Murg möchte natürlich am liebsten bei den „Großen“ dabei sein, wie heuer schon gegen Admira und Ried sowie auch in der Champions League-Quali gegen FH Hafnarfjördur. Gegen die Innviertler und die Isländer ist er sogar jeweils für die Torschützen Stankovic bzw. Royer eingewechselt worden. „Ich haue mich diese Woche im Training wieder voll rein, dann werden wir sehen, wie der Trainer entscheidet“, sagt der 18-Jährige.

 
Zuletzt war der im Sommer 2012 vom GAK geholte Youngster bei den Amateuren erfolgreich im Einsatz. Am vergangenen Freitag führte der Steirer beim 3:1 (0:1) in Sollenau mit einem Doppelpack die Wende herbei und krönte damit sein Saisondebüt in der Ostliga. „Nach der Pause haben wir zum Glück noch die Tore gemacht und verdient gewonnen“, meinte der Offensivspieler zum Erfolgserlebnis mit dem RLO-Vizemeister.

 
Obwohl er den kommenden Amateur-Gegner nicht genau kennt, gibt es für ihn keine Diskussion über den Ausgang der Partie. „Wenn man daheim gegen den Aufsteiger spielt, dann muss man als Austria-Amateur das Spiel auf jeden Fall gewinnen“, ist der Jobhopper überzeugt. Mit den Profis während der Woche zu trainieren und dann nur das Abschlusstraining mit den Amateuren mitzumachen, bereitet ihm überhaupt keine Probleme.

 
Am Tag vor dem Match führen die jungen Profis mit Amateur-Trainer Herbert Gager ein gemeinsames Gespräch, da werden die Positionen zugeordnet, die Aufgaben verteilt. „Die Standards kennen wir und wenn es neue gibt, werden die noch geübt. Außerdem kenne ich die Spieler ja von der vorigen Saison bestens. Das sind alle gute Jungs und super Kicker, es macht richtig Spaß, mit ihnen zu spielen“, erzählt Murg.

 
Zwischen den Profis und den Amateuren zu pendeln, ist nichts Neues für den U17- und U19-Teamspieler (insgesamt 17 Partien und 9 Tore), das hat er auch schon in seiner ersten Veilchen-Saison so getan. Wenn das der Trainer so befindet, dann hat das seinen Sinn. „Man bekommt so mehr Einsatzzeit, man gibt überall Vollgas, egal, wo man spielt. Das passt schon“, sagt Murg.

 
Seine Ziele sind natürlich auf die Profi-Abteilung fokussiert, die da lauten: Öfters bei den „Großen“ in der Bundesliga zum Einsatz kommen als 2012/13 (siebenmal eingetauscht) und „vielleicht einen Stammplatz“ erkämpfen. Dass das schwierig werden wird, weiß der junge Mann mit der Nummer 18 auf dem Trikot. „Im Training Gas geben, den Trainer überzeugen, dass er mich immer bringen kann – auch von Anfang an“, lautet sein Marschplan.

 
Gependelt ist Murg im Frühjahr auch zwischen Bundesheer und seinem Arbeitsplatz als Fußballer. Bis in den Mai hinein hatte er den Präsenzdienst geleistet. Im Winter stand zwei Wochen Grundausbildung auf dem Programm, danach ist er im Trainingslager in der Türkei krank geworden. „Da hat mir dann schon einiges gefehlt, das ich nachholen musste. Im Sommer war die Vorbereitung wieder okay, bis jetzt läuft es ganz gut“, sagt der Linksfuß.

 
Den Saisonstart der Austria in der Bundesliga sieht Murg nicht so schlecht. In Salzburg habe man in der ersten Hälfte sehr gut gespielt, leider die Chancen nicht verwertet. Gegen Ried habe man auch eine sehr gute Leistung geboten, die nicht belohnt worden sei. „Die Partie haben wir durch dumme Tore aus der Hand gegeben. Und das Derby war zwar kein Leckerbissen für die Fans, aber ein 0:0 in Hütteldorf ist schon okay“, befindet Murg.

 
„Am Samstag wollen wir jetzt natürlich wieder gewinnen“, hofft er auf den zweiten Saisonsieg in der Profi-Liga nach dem 2:0 zum Auftakt gegen die Admira. Und wie schätzt Murg die Chancen in den zwei Partien der letzten Quali-Runde der Champions League gegen Dinamo Zagreb ein? Da könnte mit dem Erreichen der Gruppenphase für jeden ein Traum in Erfüllung gehen. „Für mich als Junger wäre das etwas ganz Besonderes, da dabei zu sein!“

 
Die Kroaten sind für den Steira-Buam „sicher Favorit und eine starke Mannschaft.“ Aber im Play-off gebe es ohnehin keinen schwache Gegner. „Wir müssen trotzdem an unsere Chance glauben. Wir sind gut genug, um in zwei Spielen den Aufstieg schaffen zu können. Es muss alles passen, wir müssen die Leistung, die wir imstande sind zu zeigen, zu 100 Prozent abrufen. Es wird trotzdem sehr schwierig werden“, meint Murg über den violetten Traum.

 
Privat ist im Hause Murg jetzt schon fast alles eitel Wonne. Thomas, der in Margareten wohnt, hat gleich nach seiner ersten Saison mit den Violetten den Meistertitel auf seinen Autogrammkarten stehen, Freundin Kerstin fast gleichzeitig die Matura geschafft. „Sie ist in den Ferien fast immer hier. Das ist mir am liebsten“, strahlt „Murgi“. Kerstin will Volksschullehrerin werden, ein Platz zum Studium soll in Bälde in Wien gefunden werden.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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