Akademie 14.10.2013, 14:46 Uhr

MUHR: "UEFA-YOUTH-LEAGUE-ERFAHRUNGEN SIND UNBEZAHLBAR!"

Muhr: "UEFA-Youth-League-Erfahrungen sind unbezahlbar!"

Es liest sich nicht schlecht: FC Barcelona, Real Sociedad, Juventus Turin, Benfica Lissabon, Manchester City, Chelsea, Arsenal und… FK Austria Wien. Die zwischenzeitlichen Erstplatzierten der acht Gruppen in der UEFA Youth League können mit wenigen Überraschungen aufwarten, die U19 der Veilchen ist aber definitiv eine davon.


Die Wahrnehmung des FK Austria Wien und dessen Nachwuchsarbeit hat sich in den letzten Wochen weiter verstärkt. Nicht nur, weil sich zehn Eigenbauspieler im Profi-Kader wiederfinden – nur der FC Barcelona und Real Sociedad können auf Champions-League-Ebene mehr vorweisen. „Man registriert, welche Wellen unsere beiden 3:0-Siege auf Youth-League-Ebene nach sich ziehen“, reflektiert Ralf Muhr, langjähriger Leiter der Austria-Akademie.

"Wollen kombinativ und dominant spielen"


„Egal ob von anderen Akademie-Leitern, der Presse oder einfach dem persönlichen Umfeld, wir erhalten zurzeit sehr viel Feedback für unsere Arbeit“, berichtet der 43-Jährige aus dem gegenwärtigen Alltag von Akademie-Trainern, Spielern und seiner selbst. „Das war in der Form keinesfalls zu erwarten.“


Umso weniger, weil es in Österreich eigentlich keinen U19-Bewerb gibt, „wir daher nur wenige Spieler des Jahrgangs 1995 haben und unsere Mannschaft aus Spielern von den Amateuren beziehungsweise der U18 zusammenbauen mussten“. Muhr sei überzeugt gewesen, dass Trainer Herbert Gager ob der Qualitäten der Spieler über eine schlagkräftige Truppe verfügt, „aufgrund der Umstände wussten wir aber nicht im Detail, worauf wir uns einlassen.“

 
Eine Ursache für den Erfolg liegt im einheitlichen Spielkonzept, das den jüngsten Veilchen früh eingeimpft wird. „Wir wollen kombinativ spielen und dominant sein, das Fußballspielen wird forciert“, erklärt Muhr. „Die Spieler kennen sich aus der Akademie, zudem ist es die Kunst des Trainers, der Mannschaft in ein bis zwei technisch-taktischen Einheiten vor dem Spiel das Wichtigste zu vermitteln.“

 
Unersetzlich für den weiteren Karriereverlauf seien auch die Erfahrungen, die man auf den Auswärtsreisen mit den Profis mache. „Mit der Ersten im Flugzeug sitzen, sich außerhalb des Trainings- und Spielbetriebs auszutauschen, die Kräftemessen mit internationalen Altersgenossen“, all dies gebe den Jungveilchen „sehr viel“, wie Muhr aus Gesprächen heraushörte.


Und natürlich wurde auch die Zeit genutzt, als man in St. Petersburg von der Tribüne aus das Treiben der Profis verfolgte, diese gegen die mit Stars gespickte Zenit-Equipe immerhin ein Remis holte. „Die Spieler haben genau hingesehen, das Spiel und die Akteure auf ihren Positionen beobachtet und analysiert.“


„So viel wie möglich mitnehmen“, dieser Devise hat sich auch Muhr trotz langjähriger Erfahrung verschrieben. „Diesen Druck erlege ich mir selbst auf. Wir spielen gegen internationale Top-Gegner, in dieser Zeit möchte ich so viele Eindrücke und Informationen wie möglich einholen.“ In St. Petersburg habe man etwa die Akademie genau inspiziert. „Unsere Heimstätte ist top, wir müssen uns nicht verstecken. Budgetäre Vorteile wurden bei Zenit trotzdem noch sichtbar, das Akademie-Gelände erstreckt sich über seinen sehr großen Bereich.“


Selbiges hat Muhr auch während den nächsten beiden Auswärtsspielen vor – „und bei den Heimspielen wollen wir uns einfach als bestmöglicher Gastgeber präsentieren“. Den FC Porto lud man nach dem Auftaktspiel zum Essen ein, gegen Atletico Madrid – die U19 der „Rojiblancos“ gastiert am 22. Oktober um 11:00 Uhr in der Austria-Arena (= Generali-Arena, Eintritt frei) – plant man ähnliches.


„Ich erwarte Atletico als stärksten Gegner in unserer Gruppe“, prophezeit Muhr, auch wenn sich die Madrider zuletzt Porto mit 1:3 beugen mussten. Gehofft wird auf eine noch größere Kulisse wie beim ersten Spiel, als bereits rund 1.200 Zuseher die Jungveilchen zum Sieg peitschten.


„Für die Öffentlichkeit hat sich die Zielsetzung natürlich geändert, die Leute schöpfen deutlich mehr Hoffnung als noch vor dem Bewerb“, glaubt Muhr an eine gewisse Euphorie. „Für uns stellt nach wie vor jedes Spiel eine große Herausforderung dar, so gehen wir auch in die Partie. Aber unsere Jungs sind ja nicht dumm, sie wissen natürlich: Wenn sie weiterhin gute Leistungen bringen, können wir international überwintern.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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