26.08.2013, 10:40 Uhr

KRAETSCHMER WÜNSCHT SICH FÜR DIENSTAG AUFTRETEN WIE IN ZAGREB

Kraetschmer wünscht sich für Dienstag Auftreten wie in Zagreb

Die violette Familie und mit ihr ganz Fußball-Österreich fiebert dem ersten "Spiel der Saison" des FK Austria in der Austria-Arena – so wird die GENERALI-Arena an diesem Tag heißen - entgegen.

 

Am Dienstag (20:45 Uhr/live Puls 4 und Sky) im Play-off-Rückspiel gegen Dinamo Zagreb entscheidet sich, ob der Meister erstmals in der Gruppenphase der Champions League mitspielen wird oder nach einjähriger Pause wieder an der Europa League teilnehmen darf.


Markus Kraetschmer, Wirtschaftsvorstand der FK Austria Wien AG, sprach vor der Partie im Interview mit fk-austria.at über die Ausgangslage nach unserem 2:0-Auswärtstriumph, was er sich am Dienstag von den Spielern und den Fans wünscht, was mit den Europacup-Einnahmen geplant ist und etwaige weitere Transfers.

 

Er kündigte den Fans Abo-Angebote für die Gruppenphase an und erklärt, was es mit goldenen Dressen im Falle der Realisierung des Traums auf sich hat.

 

Wie weit ist das Tor zur Champions League nach dem Hinspiel in Zagreb wirklich offen?

 

Kraetschmer: „Wir haben es mit dem 2:0 weiter aufgemacht als wir uns es erhofft haben. Aber es war erst der erste Schritt und man muss die Tür, egal, wie weit sie offen steht, erst durchschreiten.“

 

Was wünschen Sie der Mannschaft und sich als Wirtschaftsvorstand vom Rückspiel?

 

„Wir wissen, dass es eine noch sehr schwierige Aufgabe wird. Ich denke, wenn die Mannschaft ähnlich fokussiert und konzentriert auftritt wie in Zagreb, dann haben wir eine sehr große Chance unser aller Traum zu realisieren. Als wirtschaftlich Verantwortlicher habe ich stets gesagt, dass das Play-off eine Bonusrunde ist. Mit dieser Ausgangslage fiebere ich auch dem Dienstag entgegen.“

 

Warum waren Sie in Zagreb auf der Tribüne ruhiger als in Island gegen FH Hafnarfjördur?

 

„Weil ich im Vorfeld von Island darauf hingewiesen habe, wie überaus wichtig die fixen Einnahmen von 3,5 Mio. Euro für den Klub sind. Auch von der Konstellation war das eine Pflichtaufgabe. Jetzt bin ich ruhiger, weil ich weiß, was schon erreicht ist. Mit der Ausgangslage von 2:0 wollen wir alle im Klub unseren Traum gemeinsam realisieren.“

 

Können Sie erklären, warum Island und Zagreb von der Leistung der Mannschaft wie Tag und Nacht waren?

 

„Zwei Gründe waren für mich ausschlaggebend. Der erste: Die Last und Erwartungshaltung, den isländischen Meister schlagen zu müssen, hat auf die Mannschaft bedrückend gewirkt. Jetzt in Kroatien waren wir in der Rolle des Außenseiters. So sind wir auch aufgetreten, waren dort sehr stark und sehr gut vorbereitet. Der zweite Grund war das Heimspiel davor gegen SC Wiener Neustadt.“

 

Was hat das 5:0 gegen einen „Kleinen“ der nationalen Liga ausgelöst?

 

„Die Art und Weise des Auftretens der Mannschaft, hinter der die ganze Generali-Arena gestanden ist, hat viele Knoten in den Köpfen der Spieler gelöst. Die Burschen haben dabei gemerkt, es geht wieder, wir sind auf dem Weg zum dem Level, das wir in der Vorsaison schon erreicht haben.“

 

Was stimmt Sie für das Rückspiel optimistisch, der 2:0-Vorsprung allein?

 

„Einerseits wie die Mannschaft in Zagreb aufgetreten ist, aber auch wie sie nach dem Spiel reagiert hat. Alle waren stolz, sehr erfreut, aber sich sofort bewusst, dass noch ein zweites ganz schwieriges Spiel auf sie wartet. Mit 10.500 Fans wird die Stimmung super sein. Ich bin überzeugt, die Mannschaft wird so wie im Frühjahr gegen SC Wiener Neustadt und SV Mattersburg, als es galt, den Meistertitel zu fixieren, vom Publikum getragen. Auch dann, sollte es kritische Phasen geben. Diese zwei Komponenten machen mich für Dienstag sehr zuversichtlich.“

 

Über Geld spricht man nicht. Aber was brächte die Champions und was bringt die Europa League konkret?

 

„Es ist schon viel über Zahlen gesprochen und geschrieben worden. Es hängt von vielen Faktoren ab, treten wir in der Europa League in der Generali-Arena an oder übersiedeln wir in der Champions League ins Happel-Stadion. Mein Vorschlag, führen wir am Mittwoch noch ein Interview und reden wir erst dann über Details.“

 

Bleibt es bei diesen Schauplätzen und gibt es für unsere drei Heimpartien in der Gruppe ein Dreier-Abo für die Fans?

 

„Prinzipiell bleibt die Grundlinie zu 99,9 Prozent bestehen. Die definitive Entscheidung werden wir nach der jeweiligen Auslosung zu treffen haben. Es ist so, dass es von den ganzen Erfordernissen, die die UEFA verlangt, eine Champions-League-Gruppe de facto nur im Prater abzuwickeln ist. Bei der Europa League hängt es auch von der Attraktivität der Gegner ab. Fakt ist, egal, wo wir spielen, es wird Abo-Angebote geben.“

 

Welche Verwendung haben Sie als Ex-Banker mit den Einnahmen geplant?

 

„Zuerst warten wir den Dienstag ab, dann wissen wir, was in die Klubkasse kommt. Es ist ein wesentlicher Unterschied auch für diese Pläne, ob wir die Champions oder Europa League erreichen. Wir haben viele Projektideen für die Zukunft, wollen den Verein weiterentwickeln und viele Punkte betreffen auch die Infrastruktur.“

 

Welche Bereiche meinen Sie diesbezüglich konkret?

 

„Auf unseren Agenden stehen Projekte wie das Schließen der Ecke in der Arena zwischen Süd- und West-Tribüne, Pläne für die Nord-Tribüne. Es geht aber auch um Pläne rund um das Stadion, die nicht nur die Austria direkt betreffen, wie Anfahrtswege, Sicherheitszonen, Parkplätze, U-Bahn-Anschluss. Aber auch in der Akademie gibt es noch einiges zu tun. Wir werden das Geld verwenden, um den Klub weiter zukunftsfit zu machen. Ich möchte darüber im Detail aber erst sprechen, wenn die Einnahmen fixiert sind.“

 

Ist beabsichtigt, einen Teil des Geldes vielleicht auch in weitere neue Spieler zu investieren?

 

„Wir werden mit Sicherheit nicht wie verrückt in die Mannschaft oder einen neuen Spieler investieren. Wir haben einen guten Kader, mit dem wir den Weg weitergehen wollen.“

 

Und was passiert, wenn ein Spieler Abschied nimmt?

„Grundsätzlich: Wenn kein Spieler geht, dann wird auch keiner geholt. Wir werden sicher nichts übers Knie brechen, nicht in einen Kaufrausch verfallen. Das Positive ist, wenn einer geht, gibt es auch Transfererlöse und dann würden wir einen Teil davon reinvestieren können – aber auch nur dann, wenn es Sinn macht. Die Transferperiode dauert wegen des Wochenendes diesmal noch bis 2. September.“

 

Letzte Frage: Stimmt es, dass Austria-Ausrüster Nike für den Fall des Einzugs in die Champions-League-Gruppenphase goldene Trikots angefertigt hat?

 

„Es ist richtig, dass unser Ausrüster Nike eine Garnitur Dressen in dieser Farbe vorbereitet hat. Die UEFA schreibt auch vor, eine dritte Farbe zur Auswahl zu haben. Diese könnten wir dann neben Weiß und Violett in einem Gruppenspiel der Champions League auch zum Einsatz bringen. Aber nochmals: Machen wir am Dienstag einmal den finalen Schritt, dann realisieren wir unseren Traum, alles weitere ergibt sich dann von selbst.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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