20.06.2013, 11:42 Uhr

KRAETSCHMER MIT ABSTAND ZU BESCHLUSS DER LIGA-FORMATE: "EIN KOMPROMISS"

Kraetschmer mit Abstand zu Beschluss der Liga-Formate: "Ein Kompromiss"

Der Ende März gefasste Beschluss, die Liga-Formate im heimischen Spitzenfußball mit je zehn Vereinen in der tipp3-Bundesliga und der „Heute für Morgen“-Erste Liga bis zur  Saison 2019/20 beizubehalten und nur den Übergang vom Amateur zum Profitum zu reformieren, hat unter Befürwortern und Kritikern gleichermaßen Reaktionen ausgelöst. Man hörte viele Für und Wider.

 
Austrias Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer, der als Vertreter der Bundesliga in den zahlreichen Arbeitsgruppen mitgewirkt hat, sagte dazu mit einigem Abstand und ohne Emotion: „Es ist sicherlich keine große Reform, sondern es musste ein Kompromiss gefunden werden.“ Unter den jetzigen Rahmenbedingungen und Voraussetzungen sei nicht mehr als diese Einigung möglich gewesen, fügte der 41-Jährige hinzu.

 
Es gebe zwar innerhalb der Bundesliga Überlegungen zur ersten und zweiten Leistungsstufe, aber es gebe ebenso auch im Fußball-Verband (ÖFB) Regionen und Landesorganisationen zu berücksichtigen. „Daher kam letztlich dieser Kompromiss heraus“, betonte Kraetschmer. Ein klares Bekenntnis zu zwei Zehnerligen legte zum Beispiel Ex-Teamchef Herbert Prohaska ab. Wem die Jugend am Herzen liege, müsse wie er dafür sein, so der ORF-Experte.

 
Eine 16er-Liga und darunter drei Regionalligen wären für Prohaska nicht gut gewesen. Weil dann würde der sportliche Anreiz für die 18-jährigen Akademie-Abgänger zwischen Profi und den unteren Ligen zu groß. Im Gegensatz zu Prohaska, der nicht wegen seiner violetten Vergangenheit, sondern vielmehr aus Überzeugung und Erfahrung für zweimal Zehn eintritt, zählt Ried-Manager Stefan Reiter zu den Anhängern einer 16er-Profiliga im Oberhaus.

 
Das war für Kraetschmer, der auch Vizepräsident des Aufsichtsrates der Bundesliga ist, in den Gremien jedenfalls kein Thema und kein mögliches Konstrukt. „Wir haben von Beginn an gesagt, dass 2 Zehnerliga in den Bundesliga-Spielklassen in der derzeitigen Situation unverrückbare Positionen sind“, erklärte der Austrianer, der jedoch einräumte: Das solle jedoch nicht heißen, dass man sich in Zukunft nicht weiter mit diesem Thema auseinanderzusetzen habe.

 
Wichtig ist es Kraetschmer dabei vor allem, dass man diesen Bereich nicht nur aus rein sportlicher Sicht betrachtet. Zu den wesentlichen Faktoren zählen auch die wirtschaftlichen und infrastrukturellen Aspekte. „Dass man hier sehr viel Aufholbedarf hat, haben die vergangenen Wintermonate und etliche Spielabsagen sowie Verschiebungen gezeigt.“

 
Die Beibehaltung der beschlossen Liga-Formate bis Ende der Saison 2019/20 hat sich durch die drei Regionen (Ost, Mitte, West) und die sich daraus resultierende Aufstiegsthematik ergeben. Das könne man nur so gewährleisten, da müsse man immer in Drei-Jahres-Schritten denken bzw. planen, sagte Kraetschmer.

 
Da der ÖFB, der ursprünglich den Direkt-Aufstieg der drei Meister aus den Regionalligen gefordert hatte, nicht gewillt war, auf zwei Regionen zu reduzieren, blieben die drei regionalen Ligen als Kompromiss bestehen. „Es ist jetzt Sache des ÖFB dafür einen Aufstiegsmodus zu definieren. Es gibt zwei fixe Plätze und nicht wie bisher einen fixen und „einen quasi halben“ in der Relegation“, skizzierte Austrias Wirtschaftschef den Weg vom Amateur-Teams in den Profi-Fußball.

 
Ein Dorn im Auge ist Prohaska und nicht nur ihm, dass Amateur-Teams von Bundesligisten von der Erste Liga weiter automatisch ausgesperrt sind und in Zukunft nur drei Ama-Mannschaften pro Regionalliga zugelassen werden. „Hier hat es einen klaren Beschluss innerhalb der HfM Erste Liga-Klubs gegeben, der in einer Demokratie zu akzeptieren ist“, meinte dazu Kraetschmer, der den eigenen Amateuren, als diese noch in der zweiten Leistungsklasse mitspielen durften, eine sehr gute Entwicklung attestierte.

 
Die Limitierung von maximal drei Ama-Teams pro Regionalliga zu je 16 Klubs wurde für Kraetschmer ein „bisschen zu hochgekocht“. Im Westen und in der Mitte sowie unter den Bundesliga-Klubs sei das überhaupt nicht zu Diskussion gestanden, versicherte der Ex-Banker. Im Osten habe man sich darauf verständigt, dass die derzeitigen vier Teilnehmer – Austria, Rapid, Mattersburg und Admira – bleiben können.

 
„Wenn es dann ein AMA-Team sportlich nicht schaffen sollte, dann limitieren wir in der RLO auch auf drei Amateur-Mannschaften. Und sollten Amateure aus einer Landesliga aufsteigen, was ja möglich ist, dann müssen sie eben Relegation gegen das am schlechtesten platzierte AMA-Team der RLO spielen. Das ist auch ein Kompromiss, der akzeptabel ist, weil er dem Leistungsprinzip entspricht“, erklärte Kraetschmer, der wie alle violetten Fans mit den Jungveilchen in der vergangenen Saison viel Freude hatte.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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