Akademie 03.10.2013, 13:27 Uhr

KRAETSCHMER: "WÄRE WICHTIG, DIE SPORTLICHEN WELLEN ABZUFLACHEN"

Kraetschmer: "Wäre wichtig, die sportlichen Wellen abzuflachen"

Tolle Leistungen inklusive erstem Punkt in der UEFA Champions League auf der einen, schmerzliche Niederlagen im Cup gegen Kalsdorf sowie in der Bundesliga gegen die Admira auf der anderen Seite.


„Die letzten beiden Wochen waren eine Hochschaubahn“, sagt AG-Vorstand Markus Kraetschmer, „jetzt müssen wir den Boost mitnehmen und den Fokus auf das Spiel gegen Salzburg richten, es wird Zeit, sie wieder einmal zu schlagen“. Zudem wird gehofft, dass das bezahlte Lehrgeld langfristig dazu dient, die „sportlichen Wellen abzuflachen.“


Rückblickend betrachtet: Welche Wertigkeit hatte das Remis bei Zenit St. Petersburg?


Markus Kraetschmer: „Man sorgt natürlich für Aufsehen, wenn man als krasser Außenseiter auswärts einen Punkt bei Zenit St. Petersburg holt, das wird international wahrgenommen. Zum anderen schafft dieser Achtungserfolg einen Boost, was die Kartenverkäufe für das Salzburg-Spiel am Sonntag oder aber auch unser nächstes Champions-League-Heimspiel gegen Atletico Madrid am 22. Oktober betreffen (Ticket-Infos).“


Die UEFA belohnt ein Remis in der UEFA Champions League zudem mit 500.000 Euro.


„Natürlich ist es für einen österreichischen Klub besonders, auf einen Schlag so eine Prämie zu erhalten. Aber viel stärker wiegt, wie die Mannschaft auf die schmerzlichen Niederlagen der letzten Woche reagiert hat und wieder aufgestanden ist - das war beeindruckend. Auch die Spieler, die neu in die Mannschaft gerückt sind, haben gezeigt wie wertvoll sie für das Team sind.“


Dennoch muss die Frage gestellt werden, wie der plötzliche Form-Anstieg nach den Partien gegen Kalsdorf und Admira zu erklären ist?


„Ich habe am Dienstag unmittelbar nach dem Remis gegen Zenit gesagt: ‚Wer mir jetzt logisch erklären kann, was zwischen den Spielen bei Kalsdorf, Admira und Zenit passiert ist, ist eigentlich Nobelpreisverdächtig.‘ Ich glaube, dass die Mannschaft am Dienstag wieder ihr wahres Gesicht gezeigt hat. Es ist nach wie vor ärgerlich, im Cup nicht mehr vertreten zu sein. Wir müssen den Fokus dennoch nach vorne richten, auf uns warten in dieser Saison noch große Aufgaben. Wir haben ein vielleicht richtungsweisendes Spiel vor der Brust. Es wird Zeit, Salzburg wieder einmal zu schlagen.“


Fußball ist schnelllebig: Nach der letzten Woche war Krisenmanagement gefragt. Betrachtet man die Partie gegen Zenit, verlief dieses offenbar erfolgreich.


„Krisenmanagement muss im Fußball laufend betrieben werden. Vor vier Wochen waren wir die Heroes, in der letzten Woche gab es eine Hochschaubahn, da stempelten uns viele als Vollidioten ab. Nun heißt es, wir wären wieder am richtigen Weg. Für die Entwicklung der Spieler und der Mannschaft ist einfach wichtig, dass wir diese sportlichen Wellen abflachen. Dennoch findet dieser Prozess nur über das Lehrgeld statt, das wir jetzt zahlen. Dieses Phänomen, in der Meisterschaft sowie international auf zwei Niveau-Ebenen zu spielen, betrifft Jahr für Jahr sehr viele unerfahrene Mannschaften. Auf lange Sicht kann man von diesen Erlebnissen durchaus profitieren. Der FC Basel ist hierfür etwa ein Beispiel.“


Wie sind die Erfolge von Austrias U19 in der neugegründeten UEFA Youth League einzustufen?


„In erster Linie gebühren der Mannschaft, Trainer Herbert Gager sowie Akademie-Leiter Ralf Muhr und seinen Coaches unsere Glückwünsche. Man darf nicht vergessen: Nachdem es in Österreich keinen U19-Bewerb gibt, handelt es sich hier um keine eingespielte Mannschaft, sondern eher um eine interne Auswahl aus Amateur- und Akademie-Spielern. Die Erfahrungen, die unsere Talente machen, wenn sie sich mit internationalen Altersgenossen messen können, dazu unsere Profis zu den Spielen in der UEFA Champions League begleiten, sind nicht hoch genug einzuschätzen. Auch wurden ja fünf der Spieler in den Kader für die U17-WM einberufen, können dort wieder dazulernen.“


Zudem könnte den jungen Talenten als weiterer Anreiz dienen, dass im Champions-League-Spiel gegen Zenit St. Petersburg neuerlich sechs Spieler aus der Austria-Akademie im Einsatz waren.


„Wir sind im Bewerb nach dem FC Barcelona und Real Sociedad jener Klub, der in der Champions League die meisten Eigenbauspieler auf dem Platz hat. Das ist ein sehr positiver Umstand, der zeigt, wie viel Arbeit hinter diesem Erfolg steckt. Wichtig ist, dass sich unsere jungen Spieler diesen Umstand vor Augen halten und sehen, was möglich ist, wenn man viel investiert und nach permanenter Weiterentwicklung trachtet.“


Was kann die Austria langfristig aus der Erfahrung „UEFA Champions League“ mitnehmen?


„Unser Präsident Wolfgang Katzian hat kürzlich gemeint: ‚Wir sind gekommen, um zu bleiben.‘ Das wäre ein langfristiger Wunsch. Die Champions League ist eine andere Dimension, die Gruppenphase noch einmal höher einzustufen als das Play-off. Nicht nur die Mannschaft sondern der gesamte Klub hat die Möglichkeit, sich hier weiterzuentwickeln. Die Organisation eines Champions-League-Spiels bedeutet einen immensen Aufwand, an dem wir uns alle messen und sehen können, wo wir vielleicht noch ein paar Prozentpunkte mehr investieren können und wo wir schon gut aufgestellt sind. Wir dürfen uns alle mit der Elite messen, im Sinne der Weiterentwicklung werden wir uns daran orientieren.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
» zur Gesamttabelle