29.08.2013, 10:15 Uhr

KRAETSCHMER: "27. AUGUST 2013 GEHT IN AUSTRIA-GESCHICHTE EIN!" PLUS: VIOLA TV

Kraetschmer: "27. August 2013 geht in Austria-Geschichte ein!" Plus: Viola TV

Als am späten Dienstagabend am Verteilerkreis der Schlusspfiff des Play-off-Rückspiels gegen Dinamo Zagreb ertönte, fielen einander nicht nur die Austria-Anhänger in die Arme, sondern jubelten auch viele Fußball-Fans in ganz Österreich mit. Violett ist erstmals in der Klubhistorie und Rot-Weiß-Rot nach achtjähriger Pause in der Champions League vertreten.

 
Wie alle hatte auch Markus Kraetschmer, unser AG-Vorstand Finanzen, in den 90 Minuten eine Wechselbad der Gefühle durchmachen müssen: 1:0 in Führung, 1:3 in Rückstand, das das Aus bedeutet hatte, und dann letztlich der Einzug als vierter ÖFB-Verein. Das 2:3 war wahrlich nichts für schwache Nerven. Nach einer kurzen Nacht mit wenig Schlaf, aber mit etwas Abstand zu Emotionen sprach der 41-Jährige über „eine neue Dimension, in die die Veilchen vorgestoßen sind“.

 
Der Ex-Banker, der seit 1997 für den 24-fachen Meister tätig ist, erklärte: „Der 27. August 2013 geht sicher in die Geschichte des FK Austria ein!“ Und er bezeichnete das 2:3 als „schönste Niederlage“. Wie vor dem Match versprochen, gab er genauere Zahlen preis, die in der Königsklasse für die Favoritner auf der Haben-Seite verbucht werden können. Der Magister der Betriebswirtschaften plauderte auch über die Abos für die drei Gruppenspiele im Happel-Stadion, Investitionspläne etc.

 
Es ist vollbracht! Inwieweit stellten die Ereignisse am Dienstag eine historische Stunde für den Klub dar?

 
Kraetschmer: „Der 27. August 2013 geht sicher in die Geschichte des FK Austria ein. Es war ein unglaubliches Spiel, mit der schönsten Niederlage, wie es richtig beschrieben wurde. Es ist ein Meilenstein für die Austria, sportlich und natürlich wirtschaftlich. Es war ein wunderschöner Abend, ein Fußball-Fest, das wir uns gewünscht haben und ein Happy End brachte.“
 

Erleichterung, Zufriedenheit, Freude, Bestätigung, Genugtuung – wie kann man Ihre Gefühle nun beschreiben?
 

„Es ist ein Mix. Es ist auf einer Seite der Stolz, was wir erreicht haben. Eine Erleichterung, dass die harte Arbeit der vergangenen Jahre belohnt wurde - nicht nur auf dem Rasen, sondern im ganzen Rundherum. Und eine große Freude für alle Spieler, alle Trainer, aber auch für alle Mitarbeiter und ganz besonders für unseren Präsidenten Wolfgang Katzian und alle Funktionäre, die uns bei unseren vielen Projekten unterstützen.“
 

Sie haben im Vorfeld der Play-off-Spiele gegen Dinamo immer von einer Bonusrunde gesprochen. Warum?
 

„Vielleicht war es ein bisschen ein Selbstschutz. Natürlich war es eine Bonusrunde aus wirtschaftlicher Sicht, damit konnten, wollten und durften wir nicht planen. Wenn man dann in so eine Ausgangsposition wie vor dem gestrigen Spiel kommt, zittert man umso mehr mit. Wenn man die Klasse der Dinamo-Spieler gesehen hat, war das beeindruckend. Doch was unser Team und unser Publikum geleistet haben, war noch beeindruckender und noch stärker.“
 

Mit welchen Summen an Einnahmen darf der Meister nun in der Königsklasse rechnen?
 

„Allein aus den UEFA-Fixprämien werden wir 10,7 Millionen Euro einnehmen. Dazu kommen Einnahmen aus dem Karten-Verkauf für drei Heimspiele, dem Merchandising, dem Market-TV-Pool. Und auch wenn die Trauben hoch hängen, gibt es ja noch Punkte-Prämien, eine Million für einen Sieg und die Hälfte für einen Remis. Da merkt man, in welche Dimensionen wir vorgestoßen sind. Das freut mich für die gesamte Austria-Familie.“
 

Am Donnerstag werden ab 17.45 Uhr in Monaco die Gruppen ausgelost. Haben Sie dafür Wünsche?
 

„Ich hoffe, dass wir eine attraktive Gruppe bekommen und dann drei Fußball-Feste im ausverkauften Happel-Stadion feiern können. Das haben sich unsere Fans verdient. Und es sind auch alle anderen Freunde des gepflegten Fußballs dazu eingeladen.“
 

Für diese drei Heimspiele im Prater haben Sie Besucher-Abos angekündigt. Wie werden diese Angebote aussehen?
 

„Es wartet jetzt viel Arbeit auf uns, unser Klubservice arbeitet seit Mittwoch intensiv an den Rahmenbedingungen. Fix ist 1.), dass wir ins Happel-Stadion übesiedeln werden; 2.) dass es Abos für alle Bereiche geben wird; 3.) wir bestrebt sind, unsere Mitglieder und Abonnenten wieder mit einem Vorkaufsrecht auszustatten; und 4.) wollen wir in der ersten September-Woche mit dem Vorverkauf starten. Es müssen vorher auch noch die Karten gedruckt werden. Wir werden nach der Auslosung die Fans schnell über die Heimspiele und die Reisen informieren.“
 

Wo wird das Geld, das die Austria aus ersten Teilnahme an der Champions League erhält, investiert werden?
 

„Es ist eine Dimension, die wir in den vergangenen Jahren nicht erlebt haben. Wir wollen den Verein weiterentwickeln, einiges in der Infrastruktur machen. Wir haben Pläne für unsere Akademie, aber auch Detailprojekte die GENERALI-Arena betreffend. Da denken wir an die Ecken-Schließung im Süd-Westen, die Installierung einer zweiten Videowall im Stadion. Und dann gibt es das Thema der über 30 Jahre alten Nordtribüne, dem wir uns intensiver widmen werden. Dazu kommen aber Themen wie Parkplätze, Zufahrtswege, Sicherheitsaspekte und U-Bahn-Anschluss.“
 

Die Transferperiode endet nach dem kommenden Wochenende. Wird mit dem Geld vielleicht auch noch ein neuer Spieler verpflichtet?

 
„Wir haben eine gute Mannschaft. Wenn uns kein Spieler verlässt, werden wir auch nicht aktiv werden. Wenn ein Transfer bis 2. September 24.00 Uhr passiert, gibt es ja auch daraus Erlöse.“

 

Video-URL: http://www.youtube.com/watch?v=Zgf3RXjT7sA&feature=youtu.be

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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