08.03.2013, 15:10 Uhr

HOSINER: "ICH BIN EINER, DER DIE MANNSCHAFT BRAUCHT"

Hosiner: "Ich bin einer, der die Mannschaft braucht"

Wenn man Philipp Hosiner fragt, was am 1. September 2012 war, dann kommt seine Antwort wie aus der Pistole geschossen. „Da habe ich mein ersten Pflichtspiel für die Austria gemacht“, erinnert sich der Stürmer gern an sein Debüt im violetten Dress. Damals, nur wenige Tage nach seinem Transfer von der Südstadt, war er beim 2:0-Auswärtssieg gegen den SC Wr. Neustadt in der 50. Minute für Marko Stankovic aufs Feld gekommen.
 
Ein Tor gelang ihm damals nicht, auch im zweiten Treffen mit den Niederösterreichern am 17. November in Wien (3:0) traf er nicht ins Schwarze. Als Admiraner trug sich Hosiner hingegen schon als Torschütze gegen den SCWN ein. Am 5. August 2012 war er beim 4:0 in der Südstadt mit dem Köpfchen zur Stelle. Es war übrigens eines seiner bisher sechs Kopfballtore, davon vier für Austria.
 
Ob's im dritten Anlauf als Violetter am Samstag (16.00 Uhr) auswärts mit seinem ersten Tor gegen Wr. Neustadt klappt? Das sei ihm ziemlich egal, meinte er und fügte hinzu: „Ich muss nicht in jedem Spiel unbedingt treffen, sondern dazu beitragen, dass wir gewinnen und drei Punkte holen“.
 

Da spiele es für ihn überhaupt keine Rolle, ob er trifft oder nicht, versichert der Mann mit der Rückennummer 16. Daher macht er sich auch gar keinen Kopf wegen des Bundesliga-Rekords Hans Krankls, auf den er jetzt immer öfter angesprochen wird. Der Ex-Rapidler hat in der Saison 1977/78 nicht weniger als 41 Tore erzielt. „Das ist überhaupt kein Ziel von mir, daran denke ich nicht“, sagt Hosiner glaubhaft.
 

Diese Marke sei heutzutage im Profi-Fußball mehr oder weniger ohnehin unmöglich zu erreichen. „Da muss man schon wirklich außergewöhnlich sein – und das bin ich nicht. Ich bin kein Einzelspieler. Ich bin einer, der die Mannschaft braucht, mit der Mannschaft Erfolg haben will. Deswegen ist so ein Rekord auch nicht mein Ziel“, meinte der 23-Jährige in aller Bescheidenheit.
 

Dabei hätte seine Ausbeute in dieser Liga-Saison (20 Tore in 18 Spielen für Austria plus fünf Treffer in sechs Partien für Admira) noch höher sein können, wäre er beim 3:1 daheim gegen SV Mattersburg nicht mit einem Elfer an Keeper Borenitsch gescheitert. „In dieser Saison werde ich wahrscheinlich keinen Elfer mehr schießen. Wir haben andere sehr gute Elferschützen, die vom Punkt sicherer sind als ich. Deshalb werden sie antreten und nicht ich“, verriet Hosiner, der andere Stärken sprechen lässt.
 

Zu diesen zählen neben seinem Torriecher aus dem Spiel die Schnellig- und Beweglichkeit. An seinen Schwächen arbeite er. Verbessern möchte er sich nach wie vor unter anderem im Kopfballspiel. „Meine bisherigen sechs Kopftore waren nicht die schwierigsten. Das Timing ist ganz okay. Wenn aber Gegenspieler näher dran sind, muss ich versuchen, meinen Körper noch besser einzusetzen, damit ich mit dem Kopf besser zum Ball komme“, verriet der Burgenländer.
 

Jetzt in Wiener Neustadt und dann in Mattersburg wäre für viele Erfolgsverwöhnte alles andere als sechs Punkte eine Enttäuschung. Nicht unbedingt für unseren Torjäger: „Natürlich ist unser Ziel, das Maximum zu holen. Wenn es vier oder drei Zähler werden und wir eine gute Leistung bieten oder der Gegner an diesem Tag besser war, werden wir auch nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern weiterarbeiten und im nächsten Spiel versuchen, das gut zu machen“, meinte Hosiner.
 

Der Stürmer, der in dieser Saison schon sechs Doppelpacks (vier für Austria/zwei für Südstädter) und drei Triplepacks (für Austria) produzierte, hat mit seinen Toren maßgeblichen Anteil am Aufblühen der Veilchen. Aber was macht die Violetten derzeit noch so stark? „Wir sind eine super Truppe, in der jeder für den anderen kämpft und wir haben eine riesige Qualität auf jeder Position“, zählt Hosiner auf und weist darauf hin, schon zwölfmal zu Null gespielt zu haben.
 

Das ist zweifellos ein Verdienst aller und nicht eines Einzelnen. Das fange, so der Torjäger, beim Tormann an, die Verteidiger seien kompromisslos, im Mittelfeld sei Holland taktisch sehr gut und eine Laufmaschine. „Auch haben wir im Mittelfeld sehr gute, kreative, offensive Spieler. Und was noch dazukommt: Leute, die eingewechselt werden, entscheiden manchmal sogar alleine Spiele. Sie üben so Druck aus auf die ersten Elf“, erklärt Hosiner.
 

Das alles ergebe ein Rad, das irgendwann einmal angefangen habe, sich zu drehen. „Es wird immer besser“, freut sich der in der Torschützenliste Führende.


Zum violetten Erfolgsgeheimnis zählen natürlich auch die Betreuer rund um die Kicker. „Das Trainerteam hat einen sehr hohen Stellenwert. Wir sind auch gegen die vermeintlich schwächeren Gegner der unteren Tabellenhälfte immer sehr gut eingestellt. Wir gehen nie überheblich in ein Spiel, wollen immer gleich in der ersten Hälfte ein Spiel entscheiden“, sagt Hosiner.


Meist gelinge das auch und es zeige nur auf, dass „wir mit der richtigen Einstellung am Werk und alle Profisportler sind. Daran haben die Trainer riesigen Anteil. Das ist ein Schlüssel zum Erfolg“, glaubt Hosiner stellvertretend für alle am Erfolg Beteiligten. 

 

 

PS: Es gibt einen Treffpunkt für Austria-Fans, die mit dem Zug nach Wiener Neustadt reisen. Um 12:15 Uhr treffen die Veilchen am Hauptbahnhof Südtiroler Platz zusammen (Durchgang U1 und Bahnsteige). Zugabfahrt: 12:56 Uhr.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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