16.09.2013, 15:34 Uhr

HERMANN STESSL ERKLÄRT DAS "EUROPA-PHÄNOMEN" FC PORTO

Hermann Stessl erklärt das "Europa-Phänomen" FC Porto

Auch am Mittwoch (20:45 Uhr, Ernst-Happel-Stadion, Ticket-Infos) wird der FC Porto wieder eine mit Stars gespickte Elf auf das Feld schicken. So wie im Jahr zuvor - und so wie im Jahr davor.

 

Dass auch in diesem Sommer mit James Rodríguez und Joao Moutinho zwei Leistungsträger um kolportierte 70 Millionen Euro zum AS Monaco transferiert wurden, dürften die blau-weißen Drachen einmal mehr erfolgreich verkraftet haben, führen sie doch Portugals Primeira Liga nach vier Spieltagen als einziges Team ohne Punktverlust souverän an (siehe unten).


Der FC Porto darf wahrhaftig als eine Ausnahme-Erscheinung in Europa betrachtet werden. 286 Millionen Euro Transfer-Überschuss hat Portugals amtierender Champion im letzten Jahrzehnt erwirtschaftet. Dennoch reiht der Klub Erfolg an Erfolg.


Seit der Jahrtausend-Wende – der Erfolgslauf wurde durch einen gewissen Jungtrainer namens Jose Mourinho eingeläutet – zählen die Nordportugiesen auch auf europäischer Ebene zu den fleißigsten Titel-Sammlern. Einmal die UEFA Champions League (2004), einmal der UEFA-Cup (2003) sowie einmal die Europa League (2011) zählen zu den jüngsten Errungenschaften der Klubgeschichte.

 

Stessl: "Porto spielt mit Begeisterung nach vorne"


Für Hermann Stessl, der Ende der 70er und Anfang der 80er-Jahre sowohl die Austria als auch den FC Porto coachte, zeichnet vor allem Portos Management sowie das gut organisierte Scouting für den Run verantwortlich. „Porto besitzt gute Kontakte nach Südamerika. Jährlich werden junge, talentierte Spieler geholt, zuerst weiterverliehen, dann bei Porto eingesetzt und später teuer verkauft“, erzählt Stessl, der Portugal als seine „zweite Heimat“ bezeichnet, bei Porto aber nicht immer rosige Zeiten erlebte.


Zum Guten habe sich das Blatt vor allem mit der Installierung durch den charismatischen Klub-Präsidenten und Ex-Kollegen Pinto da Costa gewendet, der zwar auf die Qualitäten südamerikanischer Spieler baut, auf dem Trainer-Sektor aber gerne heimischen Jungtalenten die Chance gibt. Nachdem zuletzt mitunter Mourinho und Andre Villas-Boas das Trainer-Zepter schwangen, heißt Portos aktueller „Tecnico“ Paulo Fonseca. Größere Klubs in seiner Spieler- oder Trainer-Vita? Fehlanzeige.


Die ersten Bewährungsproben verliefen dennoch stark. „Portugal genießt eine sehr gute Trainerausbildung, davon machen fast alle Klubs aus der höchsten Spielklasse Gebrauch“, verrät Stessl.


Zu den wertvollsten Spielern im aktuellen Kader zählen Stürmer Jackson Martinez, der in die Fußstapfen von Landsmann Falcao trat sowie das Verteidiger-Trio Nicolas Otamendi, Eliaquim Mangala und Alex Sandro. Im defensiven Mittelfeld mimt Fernando den Regisseur.


Stessl über den 27-fachen Meister: „Bei Porto gibt es kaum einstudierte Spielzüge, die Mannschaft spielt mit Begeisterung und offenem Visier nach vorne, Individualismus wird gefördert.“ Auf die Veilchen wartet jedenfalls eine geballte Ladung Qualität, nicht umsonst war Porto bei der Auslosung in Topf eins gereiht. 


Siege für alle drei CL-Gruppengegner


Am Wochenende siegte Porto übrigens mit 2:0 gegen Gil Vicente, die Treffer erzielten Varela und Jackson Martinez. Atletico Madrid hat unterdessen in der spanischen Primera Division Almeria mit 4:2 (Tore: Villa, Diego Costa, Tiago, Koke) geschlagen und ist somit Tabellenführer vor dem FC Barcelona, Villarreal und Real Madrid. Zenit St. Petersburg schlug Lokomotive Moskau 2:1 (Tore: Shirokov, Zyryanov) und ist Zweiter hinter CSKA Moskau

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 17 36
2. SK Puntigamer Sturm Graz 17 33
3. FC Red Bull Salzburg 17 31
4. FK Austria Wien 17 31
5. RZ Pellets WAC 17 22
6. FC Admira Wacker Mödling 17 22
7. SK Rapid Wien 17 21
8. SV Guntamatic Ried 17 17
9. SKN St. Pölten 17 14
10. SV Mattersburg 17 11
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