13.02.2013, 15:51 Uhr

FITNESSCOACH MAYER: „MEHR PROBLEME DURCH HITZE ALS DURCH KÄLTE“

Fitnesscoach Mayer: „Mehr Probleme durch Hitze als durch Kälte“

Im Sommer müssen Fußballer auf ihren Flüssigkeitshaushalt achten, um bei Hitze Spitzenleistungen bringen zu können. Aber was muss man im Winter und bei Minusgraden wie sie derzeit herrschen berücksichtigen? Das Um und Auf ist nicht nur für  Profis das Aufwärmen. „Egal, ob im Sommer oder im Winter, zuerst machen wir Indoor fünf bis zehn Minuten Gymnastik“, erzählt Austrias Sportwissenschaftler Dr. Martin Mayer vom violetten Kampf gegen die aktuelle Kälte.


Diese Einheit, die von der draußen herrschenden Witterung völlig unabhängig ist, steht immer auf dem Programm und dient quasi als Grundlage und Vorbereitungen, wenn man als Kicker bei niedrigen Temperaturen ins Freie kommt. „Und dann schaue ich eben, dass ich draußen stets in Bewegung bin. Wenn Hände und Kopf gut geschützt sind, gibt es keinerlei Probleme“, sagt Mayer aus seiner Praxis und Erfahrung.


Wenn der Körper so einmal auf Touren gekommen ist, gebe es sogar bis zu minus 20 Grad kaum Einschränkungen. „Ich kenne sehr viele Spieler, die sogar lieber bei leichten Minustemperaturen als bei 35 Grad Hitze spielen. Voraussetzung ist natürlich, dass sich der Platz in einem ordentlichen Zustand befindet. Kälte ist weniger ein Thema als Hitze. Es gibt viel mehr Probleme, wenn es heiß ist“, erklärt Mayer.


Es macht auch keinen Unterschied, wenn ein Akteur körperlich vielleicht nicht so robust oder für Verletzungen anfälliger gilt. An und für sich, so der Fitness-Coach, dürfe das keine Rolle spielen. „Ich gehe ja davon aus, dass ich für Training und Match gut aufgewärmt bin. Anders ist es natürlich, wenn ich nicht optimal vorbereitet bin und dann draußen ein paar Sprints mache und noch in der Kälte herumstehe. Dann ist eine erhöhte Verletzungsgefahr vorhanden“, warnt der Wiener.


Die Schwierigkeiten stellt für den 44-Jährigen in Österreich im Allgemeinen auch nicht so sehr „Väterchen Frost“, sondern vielmehr die mangelnde Infrastruktur dar. „Wir haben zu wenig beheizte Rasenplätze zur Verfügung. De facto war es bei unserem Liga-Spiel im Herbst in Wolfsberg auch nicht die Kälte, sondern der gefrorene Boden“, ruft der violette Fitness-Papst die widrigen Verhältnisse in Kärnten in Erinnerung.


Tiefe Temperaturen sind im Reglement übrigens kein Grund, eine Partie nicht anzupfeifen. „Im Erwachsenen-Fußball gibt es keine Kälte-Grenze. Aber wenn die Bedingungen die Gesundheit gefährden, dann wird der Schiedsrichter vernünftigerweise nicht anpfeifen“, klärte Thomas Steiner, der von 1996 bis 2008 in der Bundesliga als Referee im Einsatz war, auf.


Als Beispiel führt der Niederösterreicher, der selbst einmal für Admira aktiv gespielt hat, einen Tormann an, der in einer Phase voll gefordert wird, darauf dann vielleicht verschwitzt, aber unterbeschäftigt ist und in der Kälte ausharren muss. Johann Hantschk, oberster Schiedsrichter im Lande, erinnert sich noch daran, als unter sieben Grad minus oder mit Einverständnis beider Vereine nicht angepfiffen wurde. Aber das ist Schnee von gestern.


Heute wird oft darüber diskutiert, ob im Winter durchgespielt werden sollte oder eine Jahresmeisterschaft klimatisch besser wäre. Diese Frage könne man, so Mayer, nicht generell beantworten. „Für uns in Österreich ist es gescheiter und sinnvoll, wenn man den Modus so belässt wie er jetzt ist und im Winter nur eine kurze Pause einlegt“, sagt Mayer mit Hinblick auf die Qualifikation zum Europacup, die schon im Sommer beginnt. In den drei Wochen von Mitte Dezember bis 6. Jänner wie diesmal hätten die Spieler genügend Zeit zur Erholung.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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