01.05.2013, 14:30 Uhr

EX-VEILCHEN MIT SALZBURG-VERGANGENHEIT TIPPT AUSTRIA ALS MEISTER

Ex-Veilchen mit Salzburg-Vergangenheit tippt Austria als Meister

Wer wird Meister 2012/13? Reicht der Sechs-Punkte-Vorsprung, schafft es erstmals seit 2006 und zum insgesamt 24. Mal der FK Austria Wien oder gelingt RB Salzburg doch noch die erfolgreiche Titelverteidigung? Diese Fragen beschäftigt im heißen Finish der Saison ganz Fußball-Österreich. Peter Artner, der als Aktiver das Trikot beider Meisterkandidaten getragen hatte, gab vor den letzten fünf Runden eine klare Antwort: 83:75 Punkte am Ende für Austria!
 

„Die Austrianer haben über die ganze Saison einen kompakten und modernen Fußball gespielt. Die Salzburger waren unter dem Strich hingegen nicht so konstant. Die Violetten würden sich den Titel auch verdienen“, sagte der frühere Ex-Teamspieler (55 Länderspiele mit einem Tor gegen Ungarn) vor dem entscheidenden Monat Mai, in dem alle fünf finalen Liga-Partien sowie im ÖFB-Samsung-Cup das Halbfinale und das Endspiel auf dem dichten Programm stehen.
 

Artner tippte vor der 32. Runde, in der die Violetten am Samstag (16.00 Uhr) die SV Ried empfangen, die jeweils sechs ausständigen Liga-Partien der Titelrivalen und dabei kam heraus, dass die Veilchen ihre Guthaben in der Tabelle sogar auf acht Zähler ausbauen werden. Die Endtabelle würde nach seiner Rechnung mit 83 Zählern einen neuen Bundesliga-Punkterekord (derzeit Sturm Graz 81 Punkte 1997/98) ausweisen. „Den Vorsprung werden die Austrianer nicht mehr hergeben, die letzten Partie am 26. Mai in Salzburg wird nicht mehr entscheidend sein“, ist Artner überzeugt.
 

Für den Saison-Ausklang am 26. Mai in Wals-Siezenheim sagt Artner ein 2:2 voraus. Geht es nach dem früheren defensiven Mittelfeldspieler, feiern die Violetten davor gegen Ried (heim/2:1), in Innsbruck (2:1), gegen SC Wr. Neustadt (h/2:0) und SV Mattersburg (h/3:0) jeweils volle Erfolge. Den Salzburgern prophezeit er Siege gegen Admira (h/5:1), in Wiener Neustadt (2:0) und gegen Wacker (h/3:0) sowie ein Remis in Ried (1:1).
 

Die Mannschaft von Trainer Peter Stöger besitze trotz der vielleicht etwas schwächeren Periode vor der Admira-Partie so viel Klasse im Kollektiv, dass es reichen werde, glaubt Artner, der den als erster Favorit gestarteten „Bullen“ aber zugesteht, derzeit gut drauf zu sein. „Aber sie waren über die Saison gesehen nicht so konstant, hatten Umfaller, mit denen man nicht gerechnet hat. Vom Kader und den Einzelspielern sind sie über die Austria zu stellen, aber es gab einfach zu viele Phasen mit Leerläufen“, befand Artner.
 

Der Wiener, der am 20. Mai seinen 47. Geburtstag feiert, begann seine Profi-Karriere bei den Veilchen und kam als Jungspund zu fünf Einsätzen in der Meistersaison 1984/85. Nachdem er über die Vienna zu Admira Wacker (in Jahrhundert-Mannschaft gewählt) und ersten ÖFB-Teamehren gekommen war, wurde Artner mit Austria Salzburg noch zweimal Meister (1994 und 1995) und erlebte dort seine absolut sportlichen Höhepunkte mit dem Erreichen des UEFA-Cup-Endspiels 1994 gegen Inter Mailand.
 

Zuvor war es Salzburg als erstem ÖFB-Verein sensationell gelungen, im Europacup mit Eintracht Frankfurt und dem Karlsruher SC deutsche Vertreter zu eliminieren. Gegen Inter mit damaligen Größen wie Zenga, Bergkamp, Jonk, Battistini, Bergomi etc. verloren Konrad, Feiersinger, Hütter, Artner und Co. unter Trainer Otto Baric nach tollen Darbietungen sowohl in Wien als auch in San Siro vor über 80.000 Zuschauern zweimal knapp 0:1.
 

„Unvergesslich war dann 1994/95 auch die Champions Leauge, da haben wir in der Gruppe Ajax und Milan alles abverlangt. Leider gelang uns der Aufstieg nicht“, erinnerte sich der Ex-Legionär (Hercules Alicante, US Foggia). Das CL-Endspiel 1995 lautete damals übrigens Ajax – Milan und endete in Wien 1:0.
 

Für die italienischen Medien wie „Gazzetta dello Sport“ und „Tuttosport“ war Artner im zweiten Endspiel einer der stärksten Salzburger Spieler. Auch heute ist der Ex-Kicker mit dem Fußball noch verbunden, er ist in den Stadien interessierter Zuschauer. Zuletzt saß er beim Derby und in der Südstadt auf der Tribüne. Zurzeit ist er ein erfolgreicher Geschäftsmann mit seiner Firma „Arnter Glasedition“. Seit vielen Jahren gehört er mit seinem Unternehmen (http://www.artner.or.at/) zu den Marktführern in Österreich.
 

Und so verläuft nach Meinung von Artner das heiße Finish um den Titelkampf zwischen Austria (derzeit 70 Punkte) und Salzburg (64) im Detail:
 

AUSTRIA:       SALZBURG:
Rd 32: Ried (h) 2:1 - 73 Pkt             
Rd 33: Wacker (a) 2:1 - 76            
Rd 34: Wr. Neustadt (h) 2:0 - 79      
Rd 35: Mattersburg (h) 3:0 - 82        
Rd 36: Salzburg (a) 2:2 – 83             

Admira (h) 5:1 - 67 Pkt
Wr. Neustadt (a) 2:0 - 70
Wacker (h) 3:0 – 73
Ried (a) 1:1 – 74
Austria (h) 2:2 – 75

Austrias bisherige Punkte-Ausbeute in der Saison 2012/13 im Einzelnen (Stand: 28. April nch 31 Runden):

Wolfsberger AC:    7 Punkte   1:0 (a), 1:1 (h), 6:3 (a), 0:4 (h)

Rapid:                 10 Punkte   3:0 (a), 2:0 (h), 2:1 (a), 2:2 (h)

Sturm Graz:           5 Punkte   0:1 (h), 1:1 (a), 3:1 (h), 1:1 (a)

Salzburg:               2 Punkte   0:1 (h), 0:0 (a), 1:1 (h)  

SV Mattersburg:     9 Punkte   4:2 (a), 3:1 (h), 4:0 (a)

Wacker Innsbruck: 9 Punkte    2:0 (h), 3:0 (a), 4:0 (h)

SV Ried:              9 Punkte    1:0 (a), 6:1 (h), 3:1 (a)

Admira Wacker:   12 Punkte   1:0 (h), 6:4 (a), 4:0 (h), 2:0 (a)

Wr.  Neustadt:      7 Punkte   2:0 (a), 3:0 (h), 0:0 (a)

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 17 36
2. SK Puntigamer Sturm Graz 17 33
3. FC Red Bull Salzburg 17 31
4. FK Austria Wien 17 31
5. RZ Pellets WAC 17 22
6. FC Admira Wacker Mödling 17 22
7. SK Rapid Wien 17 21
8. SV Guntamatic Ried 17 17
9. SKN St. Pölten 17 14
10. SV Mattersburg 17 11
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