02.12.2013, 09:11 Uhr

EX-BLACKY KIENAST: "GEGEN STURM IMMER EIN BESONDERES SPIEL"

Ex-Blacky Kienast: "Gegen Sturm immer ein besonderes Spiel"

Er ist mit dem SK Sturm Graz 2011 und mit dem FK Austria Wien 2013 Meister geworden. Also weiß Roman Kienast genau, was die Zuschauer am Dienstag (20:30 Uhr/live auf Sky) in der Generali-Arena vom Kräftemessen zwischen seinem aktuellen und seinem ehemaligen Klub erwarten dürfen. „Es ist immer ein besonderes Spiel gegen Sturm“, sagt Kienast vor dem Auftakt zur 18. Bundesliga-Runde.

 
Man tue sich gegen die Steirer nicht immer leicht, weil sie ebenfalls eine gute Mannschaft sind, begründet der Stürmer, der für die „Blackies“ von Jänner 2010 bis Dezember 2011 tätig war und seit Anfang 2012 für die Violetten spielt. Im Sturm-Dress hat der 29-Jährige in fünf Liga-Spielen vier Tore erzielt, als Austrianer in vier Partien gegen die Grazer hingegen noch nie getroffen.

 
Warum? „Ich habe nicht so oft von Anfang an gespielt, also war`s für mich auch nicht immer einfach, gegen Sturm einen Treffer zu erzielen“, erinnert sich Roman, der im fünften Anlauf mit Austria seinen ersten vollen Erfolg nach drei Remis und einer Niederlage im Visier hat. Mit dem SK Sturm hatet er die Austria in fünf Liga-Spielen zweimal besiegt und ein Remis abgetrotzt.

 
Bei unserem 2:1 im ersten Saison-Treffen am 21.9. in der UPC-Arena ist Kienast noch auf Austrias Ersatzbank gesessen. „Diesmal stehen meine Chancen zu spielen besser als damals“, hofft unser großgewachsener Mann mit der Rückennummer 24 insgeheim auf einen Platz in der Startelf. Aber das entscheide der Trainer, er müsse vorerst jedenfalls weiter im Training ordentlich Gas geben, weiß der EM-Teilnehmer 2008.

 
Kienast steht noch immer mit einigen Sturm-Spielern in Kontakt. „Ich habe dort eine schöne Zeit gehabt und es haben sich einige Freundschaften entwickelt, die ich bis heute pflege“, erzählt unser „Langer“, der sich gerne an seine Grazer Vergangenheit erinnert. Und er fährt noch jetzt ab und zu in die steirische Landeshauptstadt, wo sein Sohn Niklas geboren wurde.

 
Unser erstes echtes Heimspiel seit fast einem Monat lässt keine Zeit für Reminiszenzen, gilt es doch für die Violetten den Platz in der vorderen Tabellenregion zu festigen. „Wir wollen den Schwung aus den vergangenen Partie mitnehmen und so viele Punkte wie möglich bis zur Winterpause einfahren“, lautet die von Heinz Lindner ausgegebene Devise und klammert aber die zweite Spielhälfte von Grödig (0:1) aus.


Er weist gegen Sturm übrigens eine ausgeglichene Bilanz (3-4-3) aus. „Das habe ich nicht gewusst“, gibt er zu und möchte seine Statistik natürlich ins Positive bringen.


Lindner durch seine Paraden und Kienast durch das erste Tor der Austria in der Champions League stachen vor genau einer Woche, nämlich in Porto, hervor. Den wertvollen Treffer vorigen Dienstag empfand der Stürmer so wie sein Goal im August zum 2:3 in Wien gegen Dinamo Zagreb, das die erstmalige Teilnahme der Austria an der Königsklasse ermöglicht hatte, als „schöner Nebeneffekt“.


Es war kein Verdienst von ihm allein, sondern aller Beteiligter. „Gegen Dinamo hat die Mannschaft den Grundstein mit dem 2:0 schon in Zagreb gelegt und in Porto war es eine super Leistung des gesamten Teams“, sieht sich Kienast als Teil der Erfolgsgeschichte und nicht als violetter „Mister Champions League“. Gegen Dinamo war er als Joker für James Holland in der 81. Minute beim Stand von 1:3 eingewechselt worden und erzielte prompt eine Minute später den goldenen Anschlusstreffer.
 

Zuletzt ist der Stürmer im 4-2-3-1-Systems von Trainer Nenad Bjelica zum zentralen, offensiven Mittelfeldspieler geworden. „Die Position ist schon ein bisschen anders als ich sie normal spiele. Bei Sturm war einmal Imre Szabics und einmal ich hängende Spitze. Wir haben einander immer wieder abgewechselt“, erzählt Kienast aus seiner Sturm-Vergangenheit. Bei der Austria sei nun anders.
 

Im violetten Dress muss der elffache ÖFB-Teamkicker etwas mehr in der Defensive arbeiten, was für ihn jedoch überhaupt kein Problem darstellt. „Ich bin einer, der gerne rennt. Und ich bin auch ein Spieler, der gerne den Ball haben möchte und Spaß haben will. In Innsbruck und in Porto ist mir das Gott sei Dank gelungen. Schau ma mal wie es weitergeht.“ In Grödig hat man nach der Pause das schwere Porto-Spiel gespürt.
 

Dass sich Kienast derzeit wohl fühlt und die Form ausspielen kann, liegt nicht nur an seinem Können, sondern auch an seiner körperlichen Verfassung. „Ich muss auf Holz klopfen, dass momentan über einen längeren Zeitraum nichts passiert ist“, meint unser sechsfacher Saisontorschütze (plus drei Assists in 18 Pflichtspielen). Dieser hat immer wieder Rückschläge zu verkraften gehabt, was ihn stets zurückgeworfen hat.
 

Knöchel-OP im Mai 2012, Muskelfaserriss im Adduktoren-Bereich im August 2012 und zuletzt Meniskus-OP im Juni 2013, um nur einige schwerere Verletzungen zu nennen. „Ich habe stets versucht, cool zu bleiben, weiterzumachen und auch im Training an mir zu arbeiten“, skizziert Österreichs erster Champions-League-Torschütze seit acht Jahren seine Berufsauffassung.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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