23.10.2013, 14:46 Uhr

ENTTÄUSCHT WEGEN DER NIEDERLAGE, ABER STOLZ OB DES PUBLIKUMS!

Enttäuscht wegen der Niederlage, aber stolz ob des Publikums!

Unserem Tormann Heinz Lindner ist es am Dienstag im dritten Spiel zur Gruppe G der Champions League gegen Atletico Madrid so gegangen wie den 45.675 Fans auf den Tribünen des Happel-Stadions. „Aufgrund der Fans war es ein geiler Abend, leider hat das Resultat dazu nicht beigetragen“, sagte die Nummer eins des FK Austria nach dem bitteren 0:3 gegen den spanischen Cupsieger. Letztlich mussten alle die Stärke der Gäste neidlos anerkennen.

 
Die Stimmung war trotzdem sensationell, die Zuschauer feuerten unsere Mannschaft auch nach dem 0:2-Rückstand, der schon in der 20. Minute gegeben war, immer wieder an. „Respekt an die Fans, was da heute im Stadion los war“, staunte der zu den besten Veilchen zählende Lindner über die Atmosphäre und den besten Besuch eines Austria-Heimspiels seit dem Umbau des Prater-Ovals im Jahr 1986!

 
So erfreulich die Kulisse war, so chancenlos stand an diesem Abend der diesjährige Champions-League-Debütant den Millionen-Stars von der iberischen Insel gegenüber. „Es war ein harter Abend“, brachte es Lindner auf den Punkt. Es ging zack, zack und es ist 0:2 gestanden – das hat unseren Plan über den Haufen geworfen“, analysierte unser Keeper und gab zu, dass seine Vorderleute den Anfang verschlafen zu haben. Die Ehrfurcht war diesmal größer als der Mut.

 
Lindner machte sich auch Selbstvorwürfe und meinte, er hätte zwei Tore verhindern können. „Das zweite Tor halte ich vielleicht, wenn ich einen guten Tag habe, beim dritten spekulierte ich richtig, aber der Ball geht unten durch“, sagte unser Schlussmann, der mit seinen Mitstreitern zur Gruppen-“Halbzeit“ auf dem vierten Tabellenplatz zurückfiel. „Es tut mir leid, dass wir 0:3 verloren haben.“

 
Markus Suttner nahm seinen Kollegen in Schutz und sprach ihn von jeglicher Schuld an der Niederlage frei: „Wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam.“ Außerdem mache jeder Fehler. „Wir haben ja nicht gegen irgendwen gespielt. Atletico hat in der ersten Hälfte aus zwei Chancen zwei Tore gemacht und hätte nach der Pause noch das eine oder andere machen können“, resümierte der Verteidiger.

 
Weil ein Hosiner-Schuss an die Stange klatschte und nicht im Netz landete sowie ein Elfer-verdächtiges Foul an Roman Kienast vom italienischen Referee nicht gepfiffen wurde, muss die Austria auf ihren ersten Treffer in der „Königsklasse“ weiter warten. „Wir haben völlig verdient verloren. Wir hatten versucht dort anzuschließen, wo wir in Sankt Petersburg aufgehört haben. Das ist nicht gelungen, wir haben den Beginn verschlafen, dann hat Atletico die Klasse ausgespielt“, sagte Philipp Hosiner.

 
Alles an diesem Abend war von violetter Seite nicht ganz so schlecht, wie es ausgesehen hatte. „Wir haben uns nach dem 0:2 nicht aufgegeben“, merkte Suttner einen positiven Aspekt an. Am Endstand gab es freilich nichts zu rütteln.

 

Die Klasse und Qualität des aktuellen Tabellenzweiten der Primera Division haben alle deutlich gesehen. „Wir haben heute gegen eine ganz starke Mannschaft gespielt. So wie ich nach unseren ersten zwei guten Partien nicht laut gejubelt habe, bin ich jetzt auch nicht zu Tode betrübt. Es ist nicht unsere erste Niederlage. Ich sehe überhaupt keinen Grund, dass wir jetzt alle die Köpfe in den Sand stecken“, kommentierte Manuel Ortlechner das 0:3 nüchtern und sachlich.
 

Seiner Meinung nach sei man in den ersten 20 Minuten nicht so konzentriert gewesen, wie man es sich vorgenommen habe. „Wir hatten uns gesagt, ohne Respekt reinzugehen. In den ersten zwei Spielen gegen Porto in in Sankt Petersburg haben wir das viel besser gezeigt. „Wir werden das 0:3 analysieren, unsere Schlüsse daraus ziehen und versuchen, es im Rückspiel besser zu machen“, kündigte der Kapitän an.
 

Der Oberösterreicher schreibt den dritten Gruppenplatz, der im Frühjahr zum Umstieg in die Europa League berechtigt, keineswegs ab. „Solange es möglich ist, werden wir darum kämpfen“, versprach der Abwehrchef und meinte an den „zwölften Mann“: „Es war eine tolle Kulisse, es ist schade, dass wir die vielen Zuschauer nicht mit einem besseren Spiel belohnt haben.“ Im dritten Heimspiel werden es die Violetten gegen Zenit St. Petersburg wieder versuchen.

 
Nach der Analyse und der Regeneration gilt freilich die ganze Konzentration dem 307. Derby am Sonntag (16.30 Uhr) gegen Rapid in der Generali-Arena (Ticket-Infos). „Wir müssen endlich auch in der Bundesliga in Fahrt kommen“, appelliert Ortlechner an die Mannschaft. Mader, der von der Effektivität und Ballsicherheit der Spanier angetan war, blickte dem nationalen Schlager ebenfalls hoffnungsvoll entgegen: „Von Atletico können wir uns einiges abschauen, vielleicht können wir den Sonntag effektiver gestalten.“

Linktipp:
+ Weitere Stimmen nach dem Spiel gegen Atletico

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 8 17
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 8 15
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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