24.06.2013, 09:20 Uhr

EM 2020 IN 13 LÄNDERN – MIT ÖSTERREICH-KANDIDATUR?

EM 2020 in 13 Ländern – mit Österreich-Kandidatur?

In Brasilien läuft gerade der Confed-Cup, in einem Jahr wird dort die Weltmeisterschaft stattfinden. Die Gedanken an kommende Turniere beschäftigen ebenfalls schon. Die EM-Endrunde 2020 wird auf Initiative von UEFA-Präsident Michel Plantini zum 60-Jahr-Jubiläum des Turniers über den Kontinent verstreut ausgetragen. Alle 53 Mitgliedsländer des Europaverbandes haben die Chance, Teil dieses „einmalige“ Event mit insgesamt 13 Schauplätzen zu sein. Allerdings darf ein nationaler Verband mit nur maximal zwei Städten kandidieren. Die Spiele werden dann aber in jeweils einem Stadion stattfinden.

 
Soll sich Österreich bzw. der Fußball-Bund (ÖFB), der erst 2008 die UEFA-Euro ausgerichtet hat, wieder ins Spiel bringen, auch wenn man diesmal als Gastgeber nicht automatisch einen fixen Startplatz hätte? Das allgemeine Echo in unserem Land reicht von euphorisch bis vorsichtig. „Natürlich! Wir sollten alles tun, was Österreich national wieder bekannt, was Menschen in dem Land stolz macht“, sagte beispielsweise Hans Schmid, der Präsident von Eishockey-Vizemeister Vienna Capitals.

 
Diese Chance müsse man einfach nützen, weil sie eine Umweg-Rentabilität hat, meinte er. Viel differenzierter betrachtet die Möglichkeit Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer. „Es ist eine sehr schwierige Thematik“, erklärte der Austria-Manager zu der „Euro für Europa“, nach der wieder auf einen Veranstalter oder maximal zwei Ausrichter wie derzeit umgestellt wird.

 
Kraetschmer wies darauf hin, dass es in Europa viele Stadion-Projekte und -Neubauten gebe, die mit so einem Turnier möglicherweise bedient werden könnten. Da fänden schon einige Vorgespräche statt. „Es ist ja kein Geheimnis, und das hat die UEFA klipp und klar gesagt, sollte die Türkei nicht Olympia 2020 bekommen, dass dann Istanbul im selben Jahr als EM-Ort für das Endspiel und die Semifinal-Partien den Zuschlag erhalten soll.“

 
Für Österreich wäre eine Kandidatur wahrscheinlich nur dann möglich, wenn man umfassende Struktur-Maßnehmen treffe. Außerdem rief Kraetschmer in Erinnerung, dass der ÖFB erst 2008 das EM-Turnier gemeinsam mit der Schweiz ausgetragen hat. „Und es besteht die Gefahr, selbst wenn man sich zu einem Stadion-Neubau entschließt, letztlich die EM 2020 nicht zu bekommen“ gibt der violette Wirtschaftschef zu bedenken.

 
Das sei schon ein sehr hohes wirtschaftliches Risiko, glaubt der 41-Jährige, der aus rein sportlicher Sicht natürlich wie jeder Fan des Fußballs auch gerne wieder EM-Spiele im eigenen Land sehen würde. „Aber es ist und bleibt in Zeiten knapper öffentlicher Kassen ein sehr schwieriges und komplexes Thema“, meint der Ex-Banker.

 
Die „einmalige“ EURO in Europa wird übrigens wie schon das Turnier 2016 in Frankreich nicht von 16, sondern 24 Mannschaften bestritten. Für 2020 müssen alle in die Qualifikation, denn die Teams der 13 Austragungsländer sind nicht automatisch für die Endrunde fix qualifiziert. In allen sechs Gruppen des Turniers können maximal zwei Ausrichter-Verbände vertreten sein, und jeder qualifizierte Ausrichter darf in der Gruppenphase zwei Heimspiele bestreiten. In der k.o.-Runde gibt es keine Heimspiel-Garantie mehr.

 
Organisatorische und sportliche Eckpunkte für die Bewerbung um die EM 2020, wie sie das UEFA-Exekutiv-Komitee beschlossen hat:

   *) Die Spiele werden auf 13 verschiedene Pakete verteilt, darunter drei Standardpakete mit je drei Gruppenspielen und einer Achtel- und Viertelfinalpartie sowie ein Paket mit den Halbfinalspielen und dem Finale.

   *) Pro Land wird es einen Austragungsort geben, das heißt, alle Spiele eines Pakets werden im selben Stadion stattfinden. Demnach werden auch beide Halbfinalspiele und das Endspiel in ein- und demselben Station ausgetragen.

   *) Jeder nationale Verband kann maximal zwei Bewerbungen abgeben – eine für ein Standardpaket und eine für das Halbfinal- und Endspiel-Paket. Dabei kann ein Verband beide Bewerbungen mit derselben Stadt einreichen oder zwei verschiedene Städte vorschlagen.

   *) Geplante Stadion-Neubauten sind im Bewerbungsverfahren zulässig, doch müssen die Bauarbeiten spätestens 2016 beginnen; andernfalls können die Spiele nachträglich an eine andere Stadt vergeben werden.

   *) Erforderliche netto Zuschauer-Mindestkapazitäten der Stadien: 70.000 für Halbfinali/Endspiel, 60.000 für Viertelfinal-, 50.000 für Achtelfinal- und Gruppen-Spiele. Es werden bis zu zwei Ausnahmen gewährt für Stadien mit einer Netto-Mindestkapazität von 30.000 Plätzen für Gruppen- und Achtelfinal-Spiele.


 
Fahrplan für die Kandidatur und Vergabe:

   *) 11. September 2013 Bestätigung der Bewerbung

   *) Mai bis August 2014 Bewertung der Unterlagen und UEFA-Inspektionsreisen in die betreffenden Länder

   *) September 2014 UEFA-Exekutivkomitee wählt Schauplätze aus für EM-Turnier 2020 aus

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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