15.12.2013, 18:16 Uhr

DIE AUSTRIA KAM BEIM HERBSTMEISTER UNTER DIE RÄDER

Die Austria kam beim Herbstmeister unter die Räder

Mit dem Selbstvertrauen aus "sechs Wochen, die einem Schritt vorwärts gleichgekommen sind", wie es Trainer Nenad Bjelica vor der Partie berechtigterweise formuliert hatte, ging der FK Austria Wien in das Kräftemessen gegen Salzburg, musste aber neuerlich konstatieren, dass der überlegene Tabellenführer in dieser Phase der Meisterschaft einfach das Non plus utra stellt.


Waren die Festspielstädter schon in der Meistersaison das einzige Team, gegen das uns kein Dreipunkter gelungen war, so erwies sich die Red-Bull-Arena auch am Sonntagnachmittag als unliebsamer Boden für unsere Veilchen: Die Austria kassierte bei der Truppe von Roger Schmidt, die eben erst ihre Europa-League-Gruppe mit weißer Weste beendet hatte, eine 0:4-Niederlage und ging nach 90 Minuten als verdienter Verlierer hervor. Weil Violett eine ganze Halbzeit brauchte, um sich auf die Spielweise der Salzburger einzustellen - Heinz Lindner parierte in dieser Phase sogar einen Elfer -, wuchs die Hypothek auf die Bullen damit auf 14 Zähler Rückstand bei einer Partie mehr an.

 

Bjelica, der gleich zwei 17-jährige "Austria-Akademiker" (Nikola Zivotic, Sascha Horvath kam in Minute 64) auf der Bank Platz nehmen ließ, weil unter anderem ein 18-Jähriger (Thomas Murg) gesperrt fehlte, nahm im Vergleich zum 4:1-Sieg über Zenit Umstellungen vor: Daniel Royer ersetzte den erwähnten Murg, Roman Kienast und Christian Ramsebner rückten für Marko Stankovic und Kaja Rogulj in die erste Elf. Tomas Jun und Emir Dilaver behaupteten ihre Plätze in eben dieser, nachdem ihr Beitrag zum mittwöchigen Sieg beträchtlich ausgefallen war.


Kaum war die akademische Viertelstunde passé, nahm die Partie an Fahrt auf: Philipp Hosiners (18.) und Markus Suttners (19.) Versuchen stellten sich fehlende Präzision oder der Keeper in den Weg, ebenso war es bereits kurz zuvor Salzburgs Mane (16.) und Ramalho (17.) ergangen. Bei den darauffolgenden Möglichkeiten machten es die Hausherren aber besser: Ulmer flanke per Freistoß aus dem Halbfeld zur Mitte, der gefährliche Ramalho lauerte wie so oft am zweiten Pfosten und köpfelte wuchtig ins kurze Eck zur Führung der Bullen (23.).


Die Veilchen gaben allmählich ihre Anteile ab und störten sich vor allem am aggressiven Pressing der Salzburger. So zu sehen in Minute 26, als die Austria im Mittelfeld den Ball vertendelte, Salzburg überfallsartig umschaltete und Lindner den heranstürmenden Leitgeb nur noch per Foul von den Beinen holen konnte. Er machte den Kollektiv-Fehler aber wieder gut, indem er den Elfmeter von Alan aus seinem rechten Eck fischte (26.)!


Seine Vorderleute waren mit den wütenden Angriffen der zuhause nach wie vor ungeschlagenen Mozartstädter aber ab und an überfordert, weshalb diese nach 37 Minuten verdient auf 2:0 erhöhten: Alan setzte sich auf der linken Seite durch, assisiterte dem im Rückraum lauernden Berisha per Stanglpass und der hatte keine Mühe, einzuschieben (37.)


Mit Wiederbeginn der Partie schien die die Bjelica-Truppe ein Mittel gegen die Sazburger-Angriffe gefunden zu haben - bis zur 66. Minute: Da kamen die Gastgeber zur ersten Möglichkeit im zweiten Durchgang - und scorten promt: Mane zog zwei Veilchen auf sich, hielt den Ball glücklich im eigenen Team, Ulmer fand - wieder im Rückraum - Alan und der schloss kalt zum 3:0 ab.


Am Bild änderte sich auch danach nichts. Die Austria, mittlerweile mit Horvath, Stankovic und Tomas Simkovic im Einsatz, wehrte sich großteils erfolgreich gegen die Salzburger Angriffe, im Spiel nach vorne vermochte man aber auch keine Nadelstiche zu setzen. Am Ende erhöhte Salzburgs Mane nach einem Solo sogar noch zum Endstand auf 4:0 (87.), Roman Kienast sah in der Schlussphase vom farbenfrohen Referee Harkam Gelb-Rot (90.).


Schon am Mittwoch findet das letzte Spiel eines  ereignisreichen Jahres statt: Mit der SV Ried kommt ein Mitstreiter um die Europacup-Plätze in die Generali-Arena. Wer sich sein Frühjars-Abo bis dahin sichert, erhält die Partie gegen die Innviertler als "Zuckerl" dazu.


FC Red Bull Salzburg - FK Austria Wien 4:0 (2:0)


Salzburg: Gulacsi; Schwegler, Hinteregger, Schiemer, Ulmer (88. Svento); Schiemer, Ramalho; Kampl, Berisha, Mane (91. Teigl); Alan.


Austria: Lindner; Dilaver, Ramsebner, Ortlechner, Suttner; Holland, Mader (77. Simkovic); Royer, Kienast, Jun (64. Horvath); Hosiner (64. Stankovic).


Gelb: Hinteregger, Schweger (86. Klein), Alan; Royer, Holland, Lindner, Dilaver, Suttner, Ramsebner.

 

Gelb-Rot: Kienast (90.)


Tore: Ramalho (23.), Berisha (37.), Alan (66.), Mane (87.)


SR Harkam; 10.195 Zuseher (Red-Bull-Arena)

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 19 39
2. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 19 22
7. FC Admira Wacker Mödling 19 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SV Mattersburg 19 14
10. SKN St. Pölten 18 14
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