01.10.2013, 14:31 Uhr

CHAMPIONS LEAUGE: STATISTIKCHECK VOR DUELL GEGEN ZENIT

Champions Leauge: Statistikcheck vor Duell gegen Zenit

Zumindest was die derzeitige Form betrifft, steht ein Duell der Gegensätze bevor. Die Austria, am Dienstag (Anpfiff 18 Uhr MESZ/SR Deniz Aytekin/GER) in der Champions League (Gruppe G) Gast von Zenit St. Petersburg im Petrovsky-Stadion, verzeichnet derzeit eine Negativphase, die Russen – zumindest in der nationalen Meisterschaft – schweben auf Wolke sieben.


Die Violetten haben von ihren jüngsten sieben Pflichtspielen mit dem 2:1 in Graz gegen Sturm ein Match gewonnen, aber bei einem Remis (1:1 in Wien gegen Innsbruck) gleich fünf verloren. In der Bundesliga als Meistermannschaft daheim mit 2:3 gegen Aufsteiger Grödig und am Samstag in der Südstadt mit 0:1 gegen Schlusslicht Admira/Wacker, nach fünf Siegen in Folge gegen die Niederösterreicher. Das 1:2-Cup-k.o. in Kalsdorf sollte sofort vergessen werden, bleiben die Duelle mit Dinamo Zagreb (Aufstieg trotz 2:3) und dem FC Porto am 18. September im Happel-Stadion. In diesem stimmte immerhin trotz der unglücklichen 0:1-Niederlage die Leistung, an die – so zumindest unsere Hoffnung - Ortlechner und Co. in der einstigen Zaren-Metropole vielleicht anschließen könnten.


Ganz anders Zenit. Zwar verloren auch die Russen ihr Auftaktspiel in der Champions League, auswärts im Vicente Calderon-Stadion von Madrid gegen Atletico mit 1:3, womit es am Dienstag zum Duell der „Erstrunden-Verlierer“ kommt, in der heimischen Meisterschaft eilen sie aber von Sieg zu Sieg, womit sie sich auch die Tabellenführung erkämpft haben. Am Samstag verteidigten sie diese mit dem 4:2-Heimsieg gegen den ersten Verfolger, Spartak Moskau, nicht zuletzt dank des Brasilianers Hulk, der zu den Treffern von Kerschakow und des Portugiesen Danny die Vorarbeit leistete und einmal auch selbst scorte. Schatow war der vierte Schütze der Hausherren, die in der Tabelle nach elf Runden (8-2-1/27:10 Tore) drei Zähler Vorsprung auf Spartak aufweisen. Seit ihrer einzigen Saison-Niederlage (1:2 in Kasan gegen Ex-Meister Rubin am 21. Juli) feierten sie sechs Siege bei zwei Remis, die jüngsten fünf Partien gewannen sie en suite.


Kein Wunder, dass im Zenit-Lager jeder an einen Erfolg gegen die Austria glaubt. Sergej Semak, russischer Co. des italienischen Chef-Trainers Luciano Spalletti, hatte schon nach der Auslosung unserer Elf („bei allem Respekt vor den Österreichern“) kaum Chancen auf eine Qualifikation für die k.o-Phase zugebilligt. Hulk (27), eigentlich Givanildo Vieira de Souza, der u.a. vorher beim FC Porto große Erfolge gefeiert hatte, meinte nach dem 1:3 von Madrid: „Nun müssen wir halt alle anderen Spiele gewinnen.“ Gegen Österreichs Meister soll der Anfang gemacht werden.


Dieser leckt derzeit seine Wunden. Für Nenad Bjelica kommt die Negativphase nicht unbedingt überraschend. „Es fehlt uns die Frische, vor allem auch im Kopf. 17 Begegnungen in zwei Monaten und vorher noch sieben Vorbereitungsspiele, dazu kommen noch mehrere verletzte Akteure wie Stankovic, Grünwald, Gorgon…, das erklärt vieles“, klagte der Austria-Trainer. Das sei auch der wesentliche Unterschied zur vergangenen Saison, als die Austria ohne internationale Belastung spielen konnte und fast alles wie von selber lief. Außerdem soll nicht übersehen werden, dass der eine oder andere (Anm. wie Jun, Hosiner) seiner Bestform hinterherläuft. Daher ist vor dem Duell mit Zenit „Regeneration“ das oberste Gebot, weil an der in „Alltags-Partien“ vielleicht etwas fehlenden Motivation kann es ja in der Champions League nicht mangeln.


Europacup-Duelle zwischen russischen Vereinen und der Austria waren bisher eine ausgesprochene Rarität. Unsere Violetten kreuzten ein einziges Mal (Hin- und Rückspiel) mit einer Mannschaft aus Russland die Klingen und feierten wohl den bisher größten internationalen Erfolg der Klubgeschichte. Durch einen im Elferschießen errungenen Erfolg gegen Dynamo Moskau nach einem 1:2 auswärts und 2:1 daheim zogen wir in der Saison 1977/78 ins Pariser Europacup-Finale der Pokalsieger ein, in dem sich allerdings Anderlecht als eine zu hohe Hürde erwies und 4:0 gewann. Dazu kamen noch Begegnungen mit sowjetischen Teams. Dynamo Kiew (Cupsieger/1. Runde 1969/70 setzte sich mit 2:1 (Wien) und 3:1 (Kiew) durch, wobei Riedl bzw. unser Sportvorstand Tommy Parits scorten. 1981/82 war dann im Achtelfinale der Meister gegen die Ukrainer mit 0:1 (Wien) und 1:1 (Kiew/Petkow) Endstation. Ein Erfolgserlebnis gab es hingegen gegen die Litauer von Schalgiris Wilna im UEFA-Cup 1988/89 (1. Runde), als das 0:2 von Vilnius mit einem 5:2 in Wien (Pleva 2, Prohaska, Sekerlioglu, Percudani) beantwortet wurde.


Im 25 Mann-Kader von Zenit befinden sich zwar immerhin 14 Russen und der Doppel-Staatsbürger, Stammkeeper Jurij Lodygin (Griechenland/Russland), aber auch elf Ausländer aus neun verschiedenen Ländern wie eben Hulk (Brasilien), Danny, Neto (beide Portugal), der Ex-Bayer Tymoschtschuk (Ukraine), Ansaldi (Argentinien), Criscito (Italien), Lombaerts, Witsel beide Belgien), Hubocan (Slowakei), Lukovic (Serbien) und Schewnow (Weißrussland). Russische Stars sind die Offensivspieler Alexander Kerschakow und Andrej Arschawin und der kommende Mann, Oleg Schatow.

 

Seit Dezember 2009 schwingt mit Luciano Spalletti (54) ein Italiener das Trainer-Zepter, der den Klub 2010 und 2012 zum Meistertitel führte und vergangene Saison hinter ZSKA Zweiter wurde. Den ersten russischen Meisteritel schaffte Zenit unter dem holländischen Trainer Dick Advocaat 2007, UdSSR-Champion waren die St. Petersburger (damals Leningrad) 1984 geworden. Dazu kommen noch zwei russische Cupsiege (zuletzt 2010) und ein sowjetischer (1944).


International ist der UEFA-Cup-Triumph 2008 (2:0 in Manchester gegen die Glasgow Rangers) der bisher größte Erfolg, im selben Jahr legte die Elf noch ein 2:1 im UEFA-Super-Cup gegen Manchester United in Monaco nach. Für die Gruppenphase der Champions League qualifizierte sich Zenit zum vierten Mal. Der Vorstoß ins Achtelfinale 2011/12 (Endstation Benfica 3:4) war die bisher größte Ausbeute. 2008/09 und 2012/13 erreichten die Petersburger jeweils Rang drei und durften in der Europa-Liga (UEFA-Cup) weiterspielen. Dort war dann aber jeweils im Achtelfinale gegen Udinese bzw. Basel Endstation.


Den Aufstieg in die Gruppenphase 2013/14 schaffte Zenit souverän. In der 3. Quali-Runde wurde Nordsjälland/Dänemark mit 1:0 (a/Kerschakow) und 5:0 (h/Schirokow 2, Hulk, Danny, Arschawin) abgefertigt, im Play Off Pacos de Ferreira/Por mit

4:1 (a/Schirokow 3, Degra/Eigentor) und 4:2 (h/Danny 2, Bucharow, Arschawin/Elfer) klar bezwungen. Unsere Austria hatte da bekanntlich schon mehr Mühe.
1:0 (h/Royer) und 0:0 (a) gegen FH Hafnarfjördur/Island (3. Quali-Runde). 2:0 (a/Leovac, Stankovic) bzw. 2:3 (h/Mader, Kienast) gegen Dinamo Zagreb im Play Off.


Gruppe G:
18.9.: Austria – FC Porto 0:1 (Tor: Lucho Gonzalez)


Atletico Madrid – Zenit 3:1 (Tore: Miranda, Arda Turan, Baptistao bzw. Hulk

1.10. Zenit – Austria, FC Porto – Atletico


Nächste Runde:
22.10.: Austria – Atletico und Porto – Zenit

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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