25.03.2013, 15:45 Uhr

BILDER: SOUVERÄNE VEILCHEN ZWITSCHERN AUS DEM TEAMCAMP

Bilder: Souveräne Veilchen zwitschern aus dem Teamcamp

ÖFB-Teamchef Marcel Koller hat am Freitag im Happel-Stadion beim 6:0 über die Färöer mit Heinz Lindner und Philipp Hosiner zwei Austrianer in der Startelf mit neun Legionären aufgeboten (Markus Suttner wurde nach 72 Minuten eingewechselt, Manuel Ortlechner kam nicht zum Einsatz). Alle erfüllten ihre Aufgaben ohne Fehl und Tadel. Der Torhüter hielt sein Gehäuse sauber und der „Doppelpack“-Philipp traf zweimal. Während Lindner am Dienstag (20.45 Uhr/live ATV) in Dublin gegen Irland wohl auch erste Wahl sein dürfte, ist der dritte Länderspiel-Einsatz von Hosiner noch nicht so sicher.
 

„Wenn der Teamchef glaubt, dass ich der Richtige für Irland bin, dann werde ich bereit sein. Wir werden sehen, ob mir der Teamchef die nächste Chance geben wird“, sagte Hosiner nach seiner gelungenen Premiere in der ÖFB-Startelf und seinen ersten zwei Länderspiel-Treffern. Über den Einstand ihres Schützlings freuten sich unsere Trainer Peter Stöger und Manfred Schmid auf der Tribüne.
 

Er habe schon als Bub davon geträumt, einmal ein ganzes Länderspiel bestreiten zu dürfen. Ein weiterer Einsatz in Dublin wäre eine tolle Sache für ihn, meinte Hosiner, der gegen die Färinger von einem guten Spiel von Österreich und einem in dieser Höhe verdienten Sieg sprach. „Wir haben uns vorgenommen, so viele Tore wie möglich zu erzielen und zu Null zu spielen“. Und zu seiner Vorstellung: „Wenn man die Möglichkeit bekommt, von Beginn an zu spielen, dann muss man sofort da sein“.

 
Obwohl in der Aufstellung, die vor dem Anpfiff im Stadion an die Presse verteilt wurde, nicht sein Name, sondern jener Marc Jankos aufgeschienen war, kam Hosiner nicht ganz unvorbereitet zum Zug. „Ich habe mich schon in den Tagen davor ein bisschen damit befasst, weil ich wusste, dass Marc Probleme mit den Adduktoren hatte. Der Trainer hat mir gesagt, dass ich bereit sein soll, wenn Marc nicht kann“, erzählte der Stürmer, der die Fans ebenso wie seine violetten Kollegen via Facebook und Twitter auf dem Laufenden hält.

 
„Hosi“ war dann bereit – und wie! 1:0 in der 8., 2:0 in der 20. Minute. Der Torjäger hatte sich so viele Chancen wie möglich erarbeiten wollen in der Hoffnung, dass irgendein Ball reingehen würde. „Es kann nicht jede Chance ein Tor sein. Ich habe meinen Teil zum Erfolg beigetragen. Das 1:0 hat den Knoten platzen lassen, war wichtig für die ganze Mannschaft“, resümierte der 23-Jährige.

 
Hosiner, der am 7. Dezember 2011 beim 4:1 in Baku gegen Aserbaidschan ab der 88. Minute für den zweifachen Torschützen Janko zu seinem Kurzdebüt im ÖFB-Team gekommen war, lief nach seinem ersten Treffer zum Feiern zu seinem Zimmerkollegen Jakob Jantscher zur Ersatzbank. „Er ist ein guter Freund. Ich kenne ihn schon aus den Jugend-Nationalteams und habe ihm versprochen, dass ich nach einem Tor von mir zu ihm zum Jubeln laufen werde“.

 
Nicht so schnell und erfolgreich wie auf dem Rasen war Hosiner übrigens nach dem Schlusspfiff. Er hatte mit der Abgabe des Dopings-Tests Probleme gehabt, weshalb er den Medien-Vertretern erst kurz vor Mitternacht Rede und Antwort stand. „Hosi“ meisterte auch diese Aufgaben letztlich professionell, bravourös und erhielt von seinen Mitstreitern viel Lob. „Hosi war heiß auf die Partie, das sahen alle“, sagte der Ex-Austrianer David Alaba.

 
Ein anderes früheres Veilchen schloss sich an. „Gratulation zu seinem Doppelpack. Wir freuen uns alle, dass ihm das gelungen ist. Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht, sich viel bewegt, ist in die Räume gelaufen und brachte viel Unruhe in die Abwehr des Gegners. Er hat uns im Mittelfeld geholfen, wir haben kombinieren können, das hat sehr gut funktioniert“, sagte Zlatko Junuzovic.

 
Die gegenseitige Unterstützung, so der Werder-Turbo, müsse das ÖFB-Team auch in den kommenden Spielen zeigen. Nach dem 0:0 der Iren in Schweden würde Irland ein Schlüsselspielen werden. „Es wird nicht einfach. Die Ausgangsposition ist gut. Färöer war wichtig, wir wissen um unsere Situation. Motivation und Selbstvertrauen sind da“, meinte „Sladdi“.

 
„Irland“, ist auch Hosiner Realist, „wird ein ganz anderes Spiel werden. Wir werden versuchen, das Selbstvertrauen mitzunehmen. Wenn wir die Qualifikation für Brasilien schaffen wollen, müssen wir auch in Dublin punkten. Das ist unser Ziel“. Ob mit oder ohne „Hosi“ - es wird eine hart Nuss. In Dublin sind nicht nur spielerische Aspekte, sondern auch die körperliche Präsenz gefragt.

 
Koller, der den Gegner in fünf Partien studierte, hat im defensiven Mittelfeld mit Julian Baumgartlinger und in der Offensive mit Martin Harnik, Janko, Andreas Weimann neben der Startelf gegen Färöer die Qual der größer gewordenen Wahl.
 

Fakt ist, nimmt unsere Auswahl nach dem höchsten Sieg seit April 1999 (7:0 gegen San Marino in Graz) am Freitag nun auch am Dienstag in Irland einen Zähler mit, würden Hosiner, Linder, Junuzovic und Co. in der Gruppe C die spielfreien Schweden aufgrund der besseren Tordifferenz vom zweiten Tabellenplatz verdrängen. Die Skandinavier sind am 7. Juni als übernächster Gegner im wohl ausverkauften Happel-Stadion zu Gast.

 

PS: Den mitreisenden Fans aus Österreich steht erstmals seit der EURO 2008 das Service einer Anlaufstelle zur Verfügung. Die Fanbotschaft Austria ist vom 25.-27. März in Dublin. Ein sechsköpfiges Team aus Österreich und Irland bietet zwei fixe Anlaufstellen in der Stadt, Streetwork, ein Fanzine, eine 24-Stunden-Hotline, einen Twitter-Fan-Ticker und facebook-Infos! Näheres findes Sie HIER.

 

Linktipp:

+ Fotos: Unsere Veilchen zwitschern vom Nationalteam

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
» zur Gesamttabelle