27.08.2013, 23:01 Uhr

2-3: DIE SCHÖNSTE NIEDERLAGE ALLER ZEITEN - EUROPA WIR KOMMEN!

2-3: Die schönste Niederlage aller Zeiten - Europa wir kommen!

Es ist geschafft – und vermutlich wurde es allen erst so richtig bewusst, als Präsident Wolfgang Katzian um 22:45 Uhr zum Stadionmikrofon griff. “Liebe Austria-Familie, das ist der Moment, auf den wir sechs Jahre hingearbeitet haben, aber jetzt ist er gekommen. Wir stehen in der UEFA Champions League!”


Eine knappe 2:3-(1:2)-Niederlage im Play-off-Rückspiel reichte zum in der Klubgeschichte erstmaligen Einzug in die Königsklasse – dem 2:0-Erfolg in Zagreb sei Dank. Dabei erlebten die 10.500 Besucher in der Austria-Arena eine veritable Achterbahnfahrt der Emotionen, ging die Austria doch früh in Führung und war zwischenzeitlich dennoch ausgeschieden. Erst ein später Treffer von Roman Kienast sicherte den Aufstieg, den ein früher Freistoß-Treffer durch Florian Mader eingeleitet hatte.

 

Nun steht erstmals nach acht Jahren wieder ein Klub aus Österreich der Gruppenphase der Champions League, die am kommenden Donnerstag ausgelost wird. Doch der Reihe nach...

 

+++ Hier gibt's die besten Bilder +++

 

Austria-Trainer Nenad Bjelica, der sich im Vorfeld alle Möglichkeiten offen gehalten hatte, verzichtete auf Überraschungen und schickte die zu erwartende Mannschaft auf das Feld. Dieser gehörte auch Markus Suttner an, der von seiner Gelb-Rot-Sperre zurückkehrte und statt Marin Leovac in die erste Elf rückte.

 
Die Veilchen erwischten einen Start nach Maß: Fünf Minuten standen auf der Uhr, als der agile Philipp Hosiner einen Freistoß herausholte, Mader den Ball aus dem Halbfeld zur Mitte flankte und Dinamo-Kapitän Simunic das Leder per Kopf ins eigene Gehäuse abfälschte – die frühe Führung war perfekt! Maders ideal getretener Schlenzer war der Ursprung jener Standardsituation, die Unglücksrabe Simunic zuvor selbst verursacht hatte.


Die Spielideen beider Teams waren rasch offengelegt. Dinamo verzeichnete mit 63 Prozent deutlich mehr Ballbesitz und wollte vor allem über die Seiten zum Erfolg kommen, während die Austria die Räume dicht und ihr gutes Umschaltspiel in die Offensive zur Geltung bringen wollte.


Wirkte dieses Mittel vor allem zu Beginn eindrucksvoll und führte in regelmäßigen Abständen zu guten Tormöglichkeiten nach Konterstößen, so wähnte man sich dennoch jederzeit in einer Partie, in der jeder Ausgang möglich schien.


So kam es auch, dass die Veilchen tief standen – und sich noch in Hälfte eins zwei Schlenzer-Tore fingen. Zuerst netzte der gefährliche Brozovic via Innenrist ein (33.), dann visierte Fernandes das lange Eck an und traf perfekt (43.).

 

Keeper Heinz Lindner, der wie schon im Hinspiel über sich hinauswuchs und auch an diesem Tag zumindest ein halbes Dutzend an Glanzparaden aufs Feld zauberte, war bei den Gegentreffern chancenlos.


Auch nach der Pause blieb das Bild dasselbe – die Austria wirkte phasenweise zu passiv, gefährliche Gegenstöße waren zwar möglich, blieben aber ungenützt. Nach Schuss-Möglichkeiten durch den starken Hosiner sowie durch Stankovic – unsere Nummer 19 spulte mit 13,2 die meisten Kilometer ab – vergab Tomas Jun kurz nach Wiederbeginn die größte Möglichkeit, als er eine Suttner-Flanke aus kurzer Distanz über das Tor setzte.


Stattdessen schien zwischenzeitlich der Traum geplatzt, denn nach 71 Minuten kam der eingewechselte Beciraj im Austria-Sechzehner per Kopf an den Ball und bugsierte ihn zum 1:3 unter die Latte.


Der Treffer zeigte Wirkung, doch agierte die Austria wie von Simunic im Vorfeld erhofft nicht wie ein torkelnder Boxer, sondern erwachte und kurbelte nun wieder das Offensivspiel an. Bjelica riskierte und brachte mit dem lautstarken Publikum im Rücken Stürmer Roman Kienast für Defensivmann James Holland – und erntete die süßen Früchte eine Minute später.


Hosiner flankte das Leder im zweiten Anflauf gut zur Mitte und bediente damit den am zweiten Pfosten ideal postierten Kienast, der den Ball mit Wucht in die Maschen hämmerte (82.). Nun lagen sich alle in den Armen, doch galt es noch zehn Minuten zu überstehen. Die Austria agierte in der Schlussphase jedoch souverän, fing bereits im Vorfeld viele Gegenangriffe ab brachte das 2:3 über die Zeit.


In der Nachspielzeit sah auch noch der mittlerweile ausgewechselte Zagreb-Stürmer Soudani glatt Rot, offenbar für Kritik.


Austria: Lindner; Koch, Rogulj, Ortlechner, Suttner; Holland (81. Kienast), Stankovic, Mader; Royer, Hosiner (85. Leovac), Jun (68. A. Grünwald).


Dinamo: Sandomierski; Pinto, Simunic, Addy, Pivaric; Ademi, Brozovic, Husejinovic (59. Beciraj); Soudani (75. Leko), Sammir (73. Antolic), Fernandes.


Gelb: Rogulj, Leovac; Brozovic, Simunic, Pinto, Leko


Rot: Soudani (92.)


Tore: Mader (5.), Kienast (82.); Brozovic (33.), Fernandes (43.), Beciraj (71.)


SR Tagliavento; 10.500 Zuseher (ausverkauft)

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 19 39
2. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 19 22
7. FC Admira Wacker Mödling 19 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SV Mattersburg 19 14
10. SKN St. Pölten 18 14
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