06.04.2013, 20:44 Uhr

0:4-SCHLAPPE! EINE SERIE RISS, ABER DAS WIR-GEFÜHL KEHRTE ZURÜCK

0:4-Schlappe! Eine Serie riss, aber das WIR-Gefühl kehrte zurück

18 Runden – seit September 2012 - war der FK Austria Wien ungeschlagen. Am Samstagabend – im Duell der besten Frühjahrsteams 2013 – fand die Serie des Tabellenführers ein Ende. Und das auf empfindliche Art. Die Veilchen mussten im Heimspiel gegen den Wolfsberger AC eine 0:4-Niederlage hinnehmen. Ein blitzartiger Gegentreffer nach zwei Minuten und ein spielstarker WAC wogen letztlich zu schwer für eine Austria, die an diesem Abend nicht wie gewohnt in Tritt kam.


Peter Stöger war im Vergleich zu den letzten Partien auch zu drei Änderungen gezwungen. Anstelle der gesperrten Mader, Grünwald und Gorgon rückten mit Simkovic, Vrsic und Stankovic drei Spieler in die Startelf, deren Stärken in der Offensive liegen. Ansonsten präsentierte sich Violett wie gewohnt in einer 4-3-3-Formation.


WAC-Trainer Nenad Bjelica schickte indes die idente Mannschaft des jüngsten 3:2-Sieges über Wacker Innsbruck aufs Feld. An vorderster Front agierte mit Tocagic der Doppeltorschütze von zuletzt.

 
Die Partie begann mit einem Schock für Violett. 2. Spielminute: Holland hatte sich bei einer Spielverlagerung verschätzt, ehe Wolfsbergs Kerhe den flinken Jacobo via Flanke bediente und dieser per Kopf zuschlug. Lindner, der seinen Kasten in dieser Saison schon 14 Mal sauber hielt, war in diesem Fall ohne Chance.


Die Austria war vor 10.145 Besuchern in der Generali-Arena bemüht, das Ruder rasch herumzureißen und hätte die Kärntner kurz darauf fast mit deren eigenen Waffen geschlagen. Stankovic leitete einen Konter über Hosiner ein, doch Austrias Toptorjäger setzte seinen Flachschuss knapp am kurzen Pfosten vorbei (4.)


Stattdessen war es erneut die Bjelica-Truppe, die nach 18 Minuten in Austrias Spielhälfte einen zweiten Ball überfallsartig erobern konnte und wieder in der Folge einer Flanke einnetzte. Diesmal bediente Linksverteidiger Baldauf den in die Mitte gezogenen Kerhe, der die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie drückte – 0:2.


Es dauerte – wie schon beim Spiel gegen Salzburg – etwa 25 Minuten, ehe die Austria die Kontrolle übernahm und in einer erhöhten Stückzahl Chancen kreierte. Die größte in Halbzeit eins vergab Jun, der nach einem mustergültig gespielten Angriff über Simkovic und Hosiner nur noch an Wolfsbergs Schlussmann Dobnik scheiterte.


Zur Pause reagierte Stöger und ersetzte Stankovic durch den 19-jährigen Spiridonovic, Vrsic durch Kienast. Volle Offensive gegen den taktisch wie immer diszipliniert agierenden Aufsteiger. Was die Zuseher jetzt zu sehen bekamen, mutete stark einer 4-2-4-Formation an, in der nur Simkovic und Holland (ab 67. Min. Dilaver) einer offensiven Viererreihe den Rücken freihielten.


Die neue Marschroute schien Früchte zu tragen. Holland, Hosiner und Jun kamen unmittelbar nach der Halbzeit zu Möglichkeiten – 60 Prozent Ballbesitz und deutlich mehr Zweikämpfe gewann man zudem bis zu diesem Zeitpunkt. Geklingelt hat es in der Folge trotzdem wieder auf der anderen Seite – und das äußerst unglücklich. Ortlechner rutschte im eigenen Sechzehner weg, wieder holte sich der agile Jacobo den Ball und schlenzte ihn ins lange Eck (63.).

 

Auch unmittelbar danach fehlte es Austrias Offensiv-Schützlingen an Präzision. Kienast (72.) und Hosiner (76.) scheiterten aus aussichtsreichen Positionen per Volley-Versuch bzw. per Kopf. Stattdessen war es kurz vor Ende Topcagic, der nach einer Aktion über den eingewechselten Stückler noch zum 4:0 traf. Diese Hypothek war dann endgültig zu hoch.


„Wir sind schwer ins Spiel gekommen, diese Niederlage gehört sachlich aufgearbeitet“, kannte Kapitän Manuel Ortlechner bereits das Programm der nächsten Tage.


Ein positives Faktum gab es am Samstag aus violetter trotzdem noch hervorzuheben. Die Austria-Anhänger unterstützten die Veilchen von der ersten bis zur letzten Minute in einer „absolut perfekten Art und Weise“, wie es Peter Stöger formulierte. „Auch, wenn uns das nach einem 0:4 nicht oft passieren wird.“ Die Mannschaft bedankte sich nach Spielschluss minutenlang für den grandiosen Support, der vor den letzten acht Runden wieder von einem violetten Wir-Gefühl in der Arena zeugen ließ. 


Austria: Lindner; Koch, Rotpuller, Ortlechner, Suttner; Holland (67. Dilaver), Simkovic, Vrsic (46. Kienast); Jun, Hosiner, Stankovic (46. Spiridonovic).
 

Wolfsberg: Dobnik; Thonhofer, Jovanovic, Sollbauer, Baldauf; Polverino; Kerhe (66. Hüttenbrenner), De Paula (87. Zakany), Liendl, Jacobo (77. Stückler); Topcagic.
 

Gelb: Polverino, Kerhe, Thonhofer
 

Tore: Jacobo (2., 63.), Kerhe (18.), Topcagic (88.)
 

SR Dr. Prammer, 10.145 Zuseher.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
» zur Gesamttabelle