14.04.2012, 13:30 Uhr

WELCHE ROLLE SPIELT ROLAND LINZ GEGEN RAPID? / STATISTISCHES UND FAKTEN VOR 301. STADTDUELL

Welche Rolle spielt Roland Linz gegen Rapid? / Statistisches und Fakten vor 301. Stadtduell

Roland Linz, zuletzt in Ried Schütze des „Golden Goal“ zum wichtigen 1:0-Sieg, ist vom aktuellen Austria-Kader der beste Derby-Torschütze. Der Stürmer brachte es in der Bundesliga in insgesamt 23 Spielen gegen Rapid bisher auf ein Dutzend Treffer. Acht erzielte er im Austria-Dress, drei gelangen ihm für Admira und ein Tor markierte er für Sturm Graz. Am Sonntag (16.00 Uhr) in der Generali Arena hat „Roli-Goal“ die nächste Chance, sein Konto aufzustocken.


Vorausgesetzt, der Steirer kommt wieder zum Einsatz – entweder in der Startelf oder abermals als Jolly Joker. „Wir wollten in Ried die drei Punkte, deshalb habe ich Roli gebracht. Er hat seine Aufgabe super erledigt“, lobte Ivo Vastic, dem sein Schützling vielleicht noch zum Lieblingsspieler werden könnte. „Warum nicht, wenn er so weiter macht und Tore erzielt. Bis zum nächsten Spiel habe ich noch genug Zeit, ob er beginnt“, meinte der Trainer.


Vastic wusste auch noch nicht, welche Spieler ihm am Sonntag überhaupt zur Verfügung stehen werden, denn A. Grünwald, Margreitter (beide krank) sowie Suttner, Leovac und Dilaver (alle angeschlagen) sind fraglich. Linz, der gegen Sturm Graz den „Jolly Joker“ spielte, bleibt die Hoffnung auf einen weiteren Einsatz. Von höchster Stelle darf er jedenfalls keine Hilfe erwarten. „Roli ist ein Spieler wie jeder andere, er bekommt keine Sonderbehandlung. Seine Aufstellung entscheidet einzig und alleine der Trainer, der Vorstand mischt sich nie ein“, erklärte AG-Sportvorstand Thomas Parits am Freitag.

 

Der Austria-Feldherr tüftelt noch an der Taktik für das Derby und überlegt, in welche Richtung die Partie gehen könnte. Etwa, ob seine Mannen stark genug sind, Druck zu erzeugen und Rapid in die Defensive drängen zu können. Davon wird abhängen, ob Linz von Beginn an oder wie auch in Ried und im Cup in Lustenau als „“Jolly Joker“ eingesetzt wird. „Ja, Roli macht Tore, aber wir müssen auch solchen Druck erzeugen, dass er überhaupt in die Situation kommt, zu treffen“, meinte Vastic. Linz ist ein Instinkt-Stürmer, dessen Revier der Strafraum ist. Er steht zumeist dort, wo es etwas zu erben gibt. Er sei von seinen Mitspielern abhängig, sagte der 42-Jährige über seinen Schützling.


Österreichs einziger EM- und WM-Torschütze, der noch bei der Euro 2008 gemeinsam mit Linz im ÖFB-Team gestanden ist, will „immer die beste Mannschaft spielen lassen und dass die stärken Spieler auf dem Platz stehen.“ Dazu könnte aber auch Roman Kienast wieder zählen, über den Vastic sagt: „Er ist noch nicht so in Form, weil er im Winter erst kurz vor dem Liga-Start zur Austria gekommen ist. Er braucht noch Zeit, das geht nicht von heute auf morgen. Roman spielt für die Mannschaft, ist auch ein wichtiger Spieler für uns. Ihm fehlt aber noch die Durchschlagskraft. Wenn er trifft, werden wir uns alle freuen.“ Die nächste Gelegenheit gibt es am Sonntag.


Zuletzt traf Linz im Derby gegen Rapid am 21. August des Vorjahres, als er vor 31.800 Zuschauern im Happel-Stadion den Endstand zum 3:0 fixierte. Das 301. Duell am Sonntag ist das 30. Liga-Match in der Generali Arena, das die Violetten gegen die Hütteldorfer bei 13 Remis und vier Niederlagen zwölfmal als Sieger verlassen haben.

 

Statistisches vor dem 301. Derby Austria Wien – SK Rapid:

300 Spiele gesamt (Liga, Cup, Supercup): 109-67-124 (485:568 Tore)

268 Spiele nur Meisterschaft: 91-64-113 (409:502)

145 Spiele nur Bundesliga (seit 1974): 53-48-44 (194:185)

29 Spiele nur in Generali Arena: 12-13-4 (34:22)

 

Die Bilanz der jüngsten 23 Bundesliga-Partien weist sechs Austria- und acht Rapid-Siege bei neun Remis aus. Die Rapidlern haben zuletzt am 13. März 2011 ein Derby in Favoriten gewonnen. Der Goldtorschütze war damals Salihi, der auch das zweite Match der Saison 2010/11 am Verteilerkreis mit seinem Tor zum 1:0-Erfolg entschieden. Seit dem 13. März 2011 haben die Grünweißen gegen die Austria kein Derby (0-2-2/1:7 mit Strafverifizierung)  mehr gewonnen.

 

Saison-Duelle Austria – Rapid 2011/12:

21. August 2011: 3:0 (auswärts/Happel-Stadion, 31.800 Zuschauer)

Tore: Barazite, Junuzovic, Linz

23. Oktober 2011: 1:1 (heim/Generali Arena, 12.00 Zuschauer)

Tore: Jun bzw. G. Burgstaller

 

18. Februar 2012: 0:0 (auswärts/Happel-Stadion, 29.400 Zuschauer)

 

Austria (8:6 Tore) und Rapid (13:7) weisen derzeit identische Frühjahrsbilanzen in der Bundesliga 2011/12 auf: je 4 Siege und Remis sowie 2 Niederlagen

 

Die aktuell besten Torschützen: Linz (9) vor Barazite (8) bzw. Nuhiu (8) vor Hofmann (6)

 

Die Austria machte in laufender Saison aus Standards sechs Tore (eines durch Elfer, vier nach Eckbällen, eines nach Freistoß) und kassierte elf Treffer aus solchen.

Rapid traf nach „ruhenden Bällen“ 14-mal (je fünf nach Eckbällen und Freistößen, drei durch Elfer und einen durch Freistoß)

 

Weitere Eckpunkte der Wiener Derby-Historie:

Zuschauer-Rekord: 64.000 in Saison 1961/62 (2:1 für Austria)

Meisten Tore in einem Spiel: 7:5 in Saison 1950/51 (Sieg für Rapid)

Torreichstes Bundesliga-Spiel: 6:3 am 10. März 1990 (Sieg für Rapid)

Beste Derby-Schützen: 15 Andreas Ogris bzw. 21 Franz „Bimbo“ Binder

 

Höchster Austria-Sieg in Bundesliga: 4-mal 5:1 (zuletzt am 17. April 1993 im Hanappi-Stadion) und einmal 4:0 (am 12. Juni 1993 im Happel-Stadion)

Höchster Rapid-Sieg in Bundesliga: einmal 5:1 (am 28. März 1981 im Weststadion)

 

Höchster Austria-Sieg nach Zweitem Weltkrieg: 6:0 am 11. Oktober 1969 im Prater-Stadion unter Coach Ernst Ocwirk, Tore: Hickersberger (3), Fiala, Riedl, Parits

Höchster Rapid-Sieg nach Zweitem Weltkrieg: 7:2 am 23. November im Prater-Stadion, Tore: Stöll (4), Binder (2), Knorr bzw. Huber, Stojaspal

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 18 36
2. FC Red Bull Salzburg 18 34
3. FK Austria Wien 18 34
4. SK Puntigamer Sturm Graz 17 33
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 17 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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