08.06.2012, 09:11 Uhr

VIOLETTE BOYGROUP SORGT IN DER OSTLIGA FÜR AUFSEHEN

Violette Boygroup sorgt in der Ostliga für Aufsehen

Die Austria Amateure haben die Ostliga-Saison sensationell wieder auf Platz drei beendet. Trotz oder gerade einer Frischzellenkur:  Sascha Horvath (15), Osman Hadzikic (16), Peter Michorl und Bernhard Luxbacher (beide 17) sind die Jüngsten im Kader, zählten im Frühjahr aber allesamt schon zu den Leistungsträgern.


Als Herbert Gager im Frühjahr das Traineramt bei den Austria Amateuren übernahm, setzte er dort fort, wo er als Akademietrainer der U18 aufgehört hatte. Er fördert junge Talente und gab ihnen eine Chance und die dankten es durch starke Vorstellungen und erfrischenden Fußball. Während Osman Hadzikic (16 Jahre) schon im Herbst des Öfteren für den verletzten Günther Arnberger einsprang und Peter Michorl (wurde vor kurzem 17 Jahre alt) ebenso im Spätherbst Ostligaluft schnuppern durfte, feierten Sascha Horvath (15 Jahre) und Bernhard Luxbacher (17 Jahre) ihr Debüt bei den Austria Amateuren in der Rückrunde.  Damit verjüngte sich der Altersschnitt der violetten Amateure-Mannschaft weiter nach unten, großteils auf unter 20 Jahre. Genau diese jüngsten „Einsteiger“ wollen wir heute unter die violette Lupe nehmen:


Osman Hadzikic hat den Sprung in das kalte Wasser der dritten Liga gut verkraftet, der junge Bosnier machte zwischen den Pfosten eine gute Figur und war ein sicherer Rückhalt seiner Mannschaft. Zu seinem Saisonhöhepunkt zählt das Heimspiel gegen die Rapid Amateure: „Es ist schön, wenn man das Derby gewinnt, noch dazu ohne Gegentreffer.“  Das Tormanntalent ist froh bei den Amateuren spielen zu dürfen und möchte langfristig den Sprung in die Bundesliga schaffen. Natürlich schielt der Youngster mit einem Auge auf die Kampfmannschaft, die auf Sicht sein Ziel ist: „Man darf nie zufrieden sein und muss immer weiter an sich arbeiten. Dann kommt der Erfolg von ganz alleine.“


Parallelen zieht Hadzikic, der vergangenen Sommer einen Jungprofivertrag bei der Austria unterschrieben hatte, mit seinem Lieblingssportler Iker Casillas. Der spanische Nationalteamtorhüter kam schon als junger Tormann in die Profimannschaft von Real Madrid und ist für „Osi“ der Beweis dafür, dass man auch in diesem Alter schon ganz oben mitspielen kann.


Übersicht, Spielverständnis, sowie defensive und offensive Qualitäten zeichnen gute zentrale Mittelfeldspieler aus. Diese Merkmale treffen auch auf Peter Michorl zu. Der Neffe des ehemaligen Austria-Co-Trainers Josef Michorl ist so richtig in der Regionalliga angekommen und war unter Herbert Gager im defensiven Mittelfeld gesetzt. Die Umstellung vom Nachwuchs- in den Profibetrieb gelang dem Mittelfeldspieler „mit der Zeit immer besser“.  „Schneller, schwerer und robuster“ beschreibt Michorl die größten Unterschiede zum Training in der U18 und „im Spiel sind viele Gegner ausgefuchster“ als im Nachwuchs. Eine weitere Spezialität des Mittelfeldspielers und großen Dortmund-Fans, der sich bei der Austria durchsetzen möchte, sind wuchtige Schüsse und präzise Flanken.
Dafür übt er oft vor und nach dem Training, was ihm schon die eine oder andere Trainingseinheit mit den Profis einbrachte. Gerne denkt er auch an sein bisher einziges Saisontor zurück: “Gegen Neusiedl habe ich mein bestes Spiel gemacht, war viel am Ball und habe zum Sieg getroffen.“ Das große Vorbild des Jungprofis ist Barcelonas Xavi: Er ist exakt mein Spielertyp, ich will so spielen wie er.“


Ins Schwärmen geraten viele violette Fußballkenner, wenn die Rede auf Sascha Horvath kommt. Der jüngste Akademiker im Dienste der Austria Amateure begeisterte schon im Jänner 2012 beim größten U-19-Hallenturnier Europas im deutschen Göttingen die Zuschauer und wurden zum besten Spieler des Turniers gewählt.  Lob und Anerkennung waren neu für den bescheidenen, violetten Offensivspieler: “Es ist ein schönes, neues Gefühl, aber ich bin niemand, der abhebt. Der Aufstieg zu den Amateuren im Frühjahr war für den 15-Jährigen mit großen Umstellungen verbunden: „Es ist eben Männerfußball. Ich musste mein Spiel umstellen, die Pässe schneller abspielen und die Zweikämpfe sind härter.“


Am liebsten sieht sich der große Messi- und Iniesta-Fan hinter den Spitzen, mit Zug zum Tor. Mit ähnlich konsequenter Arbeit ist sein größter Wunsch auf Sicht der Sprung in die „Erste.“ Erst kürzlich unterschrieb Horvath ebenso wie Bernhard Luxbacher den ersten Jungprofivertrag bei der Austria.


Eben jener Bernhard Luxbacher traf seit seinem Aufstieg im Winter bereits zwei Mal für die Jungveilchen traf. Der Umstieg von der Nachwuchsmeisterschaft in die die dritte Liga forderte das violette Talent: „In der Regionalliga geht es um mehr, du musst am Ball bleiben und auch viel wegstecken. Du hast mehr Druck, aber ich wurde von der Mannschaft sehr schnell und gut aufgenommen.“


Einen Rückschlag erlebte der Mittelfeldspieler vor wenigen Wochen, als er sich im Training das linke Handgelenk brach und operiert werden musste: “Ausgerechnet als ich so richtig in Fahrt gekommen bin, hat mich die Verletzung zurückgeworfen. Doch zum Saisonstart bin ich wieder voll da.“ Bernhard Luxbacher ist im Mittelfeld individuell einsetzbar, am liebsten spielt der versierte Techniker im offensiven Mittelfeld direkt, oder auf der linken Außenbahn.

 

Kein Wunder, dass er den um nur sechs Zentimeter größeren Lionel Messi zu seinem großen Vorbild zählt: “Trotz seiner Größe setzt er sich immer durch und spielt seit Jahren konstant auf höchstem Niveau.“ Sein nächstes Etappenziel ist, sich als Leistungsträger zu etablieren. „Alles andere kommt dann von selbst!“ Durchwegs Selbstvertrauen, aber auch die nötige Bodenhaftung also bei diesem vielversprechenden Quartett, von dem man in den kommenden Jahren noch einiges hören dürfte…

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 8 17
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 8 15
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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