31.07.2012, 09:55 Uhr

VIOLETT LIEGT BEIM TRANSFERKARUSSELL VOLL IM TREND

Violett liegt beim Transferkarussell voll im Trend

Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise sowie das Nachlassen der Konjunktur, aber auch die Richtlinien der Europäischen Fußball-Union (UEFA), Stichwort „financial Fairplay“, haben sich auch auf den Fußball ausgewirkt. Das zeigt der jetzt veröffentlichte Bericht des Weltverbandes (FIFA) über die Bewegungen auf dem internationalen Transfermarkt im ersten Halbjahr 2012. Demnach gingen die Wechsel männlicher Kicker im Rasenfußball gegenüber dem Vergleichszeitraum 2011 um neun Prozent zurück.

Der FK Austria liegt diesbezüglich im Trend. Mit dem kroatischen Torhüter Ivan Kardum und dem Australier James Holland, die beide Anfang des Jahres auf den Verteilerkreis geholt wurden, sowie dem jetzt im Sommer verpflichteten slowenischen Teamspieler Dare Vrsic haben die Violetten 2012 nur drei Ausländer neu unter Vertrag genommen. Das Trio, das aus dem Duo Kaja Rogul (Kroatien) und Tomas Jun (Tschechien) ein violettes Legionärsquintett machte, zählt zu insgesamt 4.973 Spielern, die heuer von einem ins andere Land gewechselt sind.

Die Mehrheit der internationalen Transfers von 1. Jänner bis 30. Juni 2012, nämlich 72 Prozent, betrafen Aktive, die zum Zeitpunkt ihrer neuen Verpflichtung vereinslos gewesen waren. Ein rückläufiger Trend gegenüber 2011 wurde auch für Wechsel, die auf Einigung zwischen den Klubs basierten -  ungeachtet davon, ob diese auf Dauer oder leihweise gegen Bezahlung erfolgten -, festgestellt. 55 Prozent der Transfer sind als solche gekennzeichnet worden, was im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2011 einen Rückgang von drei Prozent bedeutete.

Der FIFA-Bericht brachte jedenfalls deutlich zutage, dass sich das internationale Transferkarussell langsamer dreht. Der finanzielle Aufwand der Vereine für den Erwerb von Spielern aus einem anderen Land bzw.  Klubs betrug im ersten Halbjahr umgerechnet insgesamt rund 468 Millionen Euro (davon 86 Prozent für feste Transfers). Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2011 ist das ein Minus von etwa 239 Millionen Euro (34 Prozent).

Von den 209 Mitgliedsländern der FIFA sind in den vergangenen sechs Monaten 157 Verbände tätig gewesen und haben mindestens einen internationalen Transfer abgeschlossen. Rekord-Weltmeister Brasilien ist mit 708 Zu- (478) oder Abgängen (230) vor dem Mutterland des Fußballs, England (3267140 bzw. 186), der mit Abstand aktivste Transfermarkt. In Österreich wurden bisher 54 internationale Transfers vorgenommen, wobei die Klubs für 29 neue Kicker umgerechnet 1,3 Mio. Euro ausgegeben und für 25 abgegebene Spieler 4,16 Mio. Euro erhalten haben. Damit flossen 3,51 Mio. Euro mehr als vor einem Jahr in die Klubkassen der Vereine. Kurz vor dem Bundesliga-Start hatten die zehn Klubs 52 Legionäre unter Vertrag.

Seit dem Bosman-Urteil im Dezember 1995 war der Ausländer-Anteil auf fast 100 Mann angewachsen. Dieser Trend wurde 2005 mit der Einführung des sogenannten „Österreich-Topfs“, der den Vereinen zusätzliche Einnahmen für den Einsatz junger heimischer Spieler bringt, gestoppt. Die Klubs können noch bis 31. August auf der globalen Spieler-Börse neue Akteure verpflichten.

Zurück zur FIFA-Untersuchung, aus der hervorgeht, dass die russischen Vereine mit 52,3 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2012 das meiste Geld ausgegeben haben. Die höchsten Transfereinnahmen verzeichneten die brasilianischen Klubs mit 52,7 Mio. Euro. Die Einkäufe von Paris St. Germain (Zlatan Ibrahimovic und Co.) sind in der FIFA-Studie allerdings noch nicht berücksichtigt.

Das vom Weltverband (FIFA) eingeführte Transferabgleichungssystem (TMS) dient zur Analyse der jeweiligen Märkte, bietet einen Überblick über die Bewegungen auf dem internationalen Transfermarkt und zeigt Veränderungen bzw. Tendenzen gegenüber dem Vorjahr auf. Der Bericht basiert ausschließlich auf den von den Profi-Vereinen an das TMS übermittelten Transferdaten.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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