07.03.2012, 12:57 Uhr

VASTIC: „MANNSCHAFT VERDIENT SICH ANERKENNUNG“

Vastic: „Mannschaft verdient sich Anerkennung“

Die Bilder nach dem Sieg in Innsbruck wirken noch nach. Kollektiver Jubel nach dem befreienden 1:0-Erfolg am Tivoli, die positiven Emotionen kamen jedem einzelnen hoch, der Geschmack des Sieges war an diesem Tag besonders einzigartig. Mittlerweile ist das aber schon wieder abgehakt, das Umschalten in den Köpfen auf das Heimspiel am Sonntag gegen die Admira hat längst begonnen. Wir haben Ivica Vastic im Interview, der vom Weg der Violetten voll überzeugt ist. Zu Recht.

 

Herr Vastic, wie sind Sie mit dem Abschneiden nach den ersten Runden zufrieden?
Ich denke, dass wir voll auf Kurs sind und das beweisen ja auch auch die Zahlen.

 

Sie meinen die positive Bilanz?
Ja, die Statistik lügt nicht und es ist ja auch Fakt, dass wir in den ersten vier Spielen auf alle Topmannschaft Punkte gut gemacht haben. Auf Rapid einen, auf Ried sieben, auf Salzburg drei, auf Sturm einen und auf die Admira vier. Wir sind die zweitbeste Frühjahrs-Mannschaft, nur Mattersburg hat mit einem unglaublichen Erfolgslauf um zwei Punkte mehr geholt als wir.

 

Warum kommt dann aus der einen oder anderen Ecke immer wieder sanfte Kritik?
Man will von außen Unruhe in uns reinbringen, die eigenen Fans sollen fast ein bisschen umgedreht werden. Dabei sehe ich das ganz anders. Unsere Fans untersützen uns super, haben uns auch in der zweiten Hälfte gegen Kapfenberg nach vorne getrieben.

 

Leider hat es am Ende nicht für zumindest einen Punkt gereicht.

Aber man kann der Mannschaft nichts vorwerfen. Wir haben uns für einen Weg mit jungen Spielern entschieden, die wir weiterentwickeln möchten. Dazu trainieren wir, damit wir auch attraktiv und oben mitspielen. Nur, das alles zu verbinden, ist nicht so einfach.

 

Heißt also, nichts geht von heute auf morgen…
Die Mannschaft verdient sich Anerkennung, was sie leistet. Sie hat einen neuen Charakter, jeder arbeitet, rackert, gibt bis zum Schluß nicht auf.

 

Sie haben im Winter einige neue Gesichter in das Team integrieren müssen...
Wir hatten Abgänge zweier wichtiger Spieler, dafür aber mit Dilaver, Lindner, Tadic oder Gorgon junges, frisches Blut eingebaut. Wenn der eine oder andere kritisert wird, stelle ich mich vor ihn, das ist auch meine Aufgabe als Trainer. Wie bei Dario Tadic. Er arbeitet sehr viel für die Mannschaft, ist deswegen bei seiner Chancenauswertung am Ende gegen Kapfenberg vielleicht auch nicht so frisch gewesen. Auch ein Roman Kienast gibt immer alles. Beide Stürmer kommen zu Chancen, nur der Abschluß fehlte. Auch ein Alex Grünwald hat sein Tor gemacht und damit seine Aufstellung gerechtfertigt. Leider wurde es zu Unrecht vom Schiedsrichter aberkannt und dann hat Kapfenberg ohne einen einzigen Torschuss abzugeben gewonnen.

 

 

Lassen Sie Kritik, dass Sie nur auf eine defensive Spielweise bedacht sind, gelten?
Das einzige, worauf wir achten, ist die Räume eng zu machen. Ich sehe uns überhaupt nicht defensiv, denn wir erarbeiten uns ja genügend Möglichkeiten. Deswegen bin ich überzeugt, dass unser Weg stimmt und wir stolz sein können. Wenn ich höre, dass ich als Spieler ein Offensivgeist war und jetzt das Gegenteil, kann ich damit nichts anfangen, denn Spieler und Trainer sind nicht zu vergleichen. Der Endzweck muss sein, das Beste aus dem vorhandenen Potential zu machen, nichts anderes.

 

Bei den Aufstellungen wurde relativ oft rotiert – warum?
In erster Linie zählen für mich die Trainingsleistungen und die taktischen Überlegungen. Und so viel rotiert wurde auch nicht, denn wir haben ja einen Stamm von sieben, acht Spielern. Manchmal mussten wir wegen Krankheit oder Sperren durchmischen, aber das ist im Verlauf einer Saison normal. Das Ziel ist natürlich, eine eingespielte Mannschaft zu haben und je nach Bedarf den einen oder anderen gleichwertig ersetzen zu können.

 

Tut es Ihnen persönlich weh, wenn die Spielweise der Austria durch den Kakao gezogen wird?
So ist das Geschäft. Ich wurde schon als aktiver Spieler sehr oft verurteilt und haben letztendlich alle mit Leistung überzeugt. Diese Mentalität möchte ich weiterbehalten und auch an meine Spieler weitergeben. Wenn man will, kann man immer alles von zwei Seiten sehen. Wenn einer nur eine derzeit schlechte und defensive Austria sehen möchte, dann kommentiert er das auch so.

 

Reden Sie solche Dinge auch offen bei Besprechungen in der Kabine an?
Ich bin von jedem einzelnen, den ich aufstelle, überzeugt und gebe ihm meine Überlegungen auch immer wieder mit auf den Weg. Meine Botschaft an jeden ist immer: Trainiere weiter, dann kommst du auch weiter.

Welchen Spielstil wollen Sie pflegen?
Ich will keinen Schablonen-Fußball, der macht uns nur berechenbar. Improvisation ist in jedem Fall erlaubt, sie sollen ihre Freiheiten haben. Wir haben im Frühjahr einige Chancen wunderbar herausgespielt, z. B. auch jene in Innsbruck über Leovac oder das nicht gegebene Tor gegen Kapfenberg - das waren Leckerbissen. Aber diese Möglichkeiten müssen dann auch genützt werden. Deswegen ist wichtig, dass wir präziser werden und uns noch besser einspielen. Aber das hängt auch mit Erfahrung zusammen, es geht nicht alles von heute auf morgen.

 

Wie sieht Ihr persönliches Motto momentan aus?
Wenn man uns Steine in den Weg legen will, macht uns das noch stärker und festigt uns. Ich bin überzeugt, dass wir am Ende unsere Ziele erreichen werden.

 

 

 


 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 18 36
2. FC Red Bull Salzburg 18 34
3. FK Austria Wien 18 34
4. SK Puntigamer Sturm Graz 17 33
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 17 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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