23.08.2012, 14:20 Uhr

TRINKEN WICHTIGER FAKTOR FÜR SPIELE UNTER HITZE

Trinken wichtiger Faktor für Spiele unter Hitze

Die Hitze und Schwüle hat in diesem Sommer schon so manchen Stadion-Besucher nur beim Zuschauen zum Schwitzen gebracht. Die Fußballer, die auf dem Rasen noch viel extremeren Verhältnissen ausgesetzt sind, benötigen für Partien unter solchen Belastungen natürlich eine spezielle Vorbereitung. „Sie müssen schon vor dem Spiel genügend Flüssigkeit zu sich nehmen“, sagt Austrias Sportwissenschaftler Dr. Martin Mayer.
 
Es sollen Getränke mit Elektrolyten sein, wie sie einige Firmen anbieten. „Wissenschaftlichen Unterlagen zufolge sind diese Spezialgetränke hilfreich, weil durchs Schwitzen ein großer Salzverlust entsteht. „Diesen Verlust nur mit Wasser auszugleichen, ist nicht möglich“, erklärt unser Konditionstrainer. Fußballer verlieren in einem Spiel unter Hitze „schon zwei bis drei Liter“. In anderen Sportarten könne es auch noch mehr sein.
 
Der Mensch besteht zu 70 Prozent aus Wasser. Schon ein Defizit von zwei Prozent des Körpergewichts kann die Ausdauerleistungsfähigkeit um bis zu 20 Prozent beeinträchtigen, ab vier Prozent kommt es zu Störungen und Verlust der Leistung. Zu wenig Wasser im Körper macht das Blut zäh, transportiert weniger Sauerstoff in Gehirn und Muskeln, führt letztlich auch zu Krämpfen, Zerrung und Muskelrissen.
 
Die Kicker müssen daher darauf achten, über den ganzen Tag 4 oder 4,5 Liter Flüssigkeit aufzunehmen. Auch am Spieltag, aber nicht auf einmal, sondern in kleinen Mengen. „Normal kann man bei großer Hitze 45 Minuten ohne Flüssigkeitsaufnahme aushalten, wenn man vorher genügend getrunken hat“, meint unser Sportwissenschaftler, der seit Juli 2008 mit den Profis arbeitet und vorher in der Akademie und den Amateuren tätig war.
 
In Absprache mit den Vereinen vor den Spielen können auch in den Bundesliga-Partien Trinkpausen eingelegt werden. „Diese Regelung, die offiziell in der Champions- und Europa League eingeführt wurde, haben wir vor einigen Jahren von der UEFA übernommen. Pro Spielhälfte sind zwischen der 20. und 25. Minute solche rund einminütige Pausen möglich. Eine Gradgrenze, wann es zu einer solchen Unterbrechung kommt, ist aber nicht vorgesehen“, sagt Johann Hantschk, Österreichs oberster Schiedsrichter-Funktionär, auf Anfrage.
 
Wer glaubt, eiskalte Getränke wären besser oder gut, der irrt gewaltig. „Studien belegen nämlich, dass der Körper dann Energie aufwenden muss, weil das Getränk zur besseren Verarbeitung erst "aufgetaut" werden muss. Umgebungstemperatur genügt“, klärt Mayer auf. Der 44-jährige Wiener, dessen Eltern im Waldviertel wohnen, glaubt, dass sich sich die Spieler im Allgemeinen richtig ernähren und in Sachen Trinken richtig vorbereiten.
 
Es gibt zwar keinen speziellen Plan dafür, aber sehr wohl hat es Ernährungsvorträge gegeben. „Sie wissen auch durch langjährige Erfahrung, was sie tun müssen“, sagt Mayer, der für kommenden Samstag, wenn ab 18.30 Uhr Wacker Innsbruck in der Generali-Arena gastiert, kein so großes Hitzeproblem wie zuletzt am Nachmittag in Ried erwartet. „Sobald die direkte Sonneneinstrahlung wegfällt, ist es besser“.
 
Anders ist es freilich in Dubai, Katar oder Südamerika, wo mehr oder weniger über das ganze Jahr Hitze herrscht. Wenn dann etwa Norweger, die nie mehr als 25 Grad gewohnt sind, auf internationaler Ebene in den warmen Süden reisen, muss sich der Körper erst umstellen. Zuletzt während der EM in der Ukraine wurden z.B. von den Franzosen Kältekabine verwendet. „Die haben aber nichts mit der Hitze zu tun, sie sind für Rehab und Regeneration da“, erklärt Mayer.
 
Kühlwesten oder einfach Leibchen, die man nass macht, sind hingegen schon ein Thema in Favoriten und freilich billiger als Kabinen. „Wir haben aber sehr wohl für die Behandlung auch Kältegeräte, die speziell nur bei Verletzung, Ergüssen verwendet werden“, ergänzt der Kondi-Trainer, der immer auf dem neuesten Stand der Sportwissenschaft ist. Als seine Aufgabe sieht er es auch, neue Erkenntnisse und Methoden einzubringen, um sie im praktischen Training umzusetzen. „Sie können helfen, Spieler besser zu machen.“  
 
Zurück zum Trinken für Zuschauer und Spieler: Bier hat man in der Generali Arena zur Genüge. Ein kleines Blondes sei auch für Kicker kein Tabu. „Wenn man gewinnt auf alle Fälle, und wenn man verliert, manchmal auch“, meint Mayer, der jedoch der darauf hinweist, dass Alkohol den Eiweiß-Aufbau-Prozess hemmt. Bleibt zu hoffen, dass wir alle am Samstag nach dem Wacker-Spiel einen Grund zum Anstoßen haben!

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
» zur Gesamttabelle